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Williams wittert in Montréal die große Chance

19. Juni 2006 - 16:18 Uhr

In Monza bereitete sich das Williams-Team auf das Kanada-Rennen vor und testete zahlreiche aerodynamische Retuschen des FW28

Mark Webber
Mark Webber fühlt sich Montréal etwas an seine australische Heimat erinnert
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Rennen in Montréal ist etwas Besonderes. Der schnelle Kurs stellt an die Formel-1-Boliden andere Herausforderungen als das Gros der anderen Strecken. Für Teams, die zwar hinter der Spitze liegen, aber nicht sehr weit abfallen, kann das Rennen in Kanada die große Chance auf eine Überraschung sein. Nach den guten Tests mit der Montréal-Konfiguration reist auch das Williams-Team mit entsprechenden Hoffnungen über den Atlantik.

"Ich freue mich sehr auf die beiden Nordamerikarennen", so Mark Webber. "Es ist schön, wieder nach Montréal zu kommen, denn die Atmosphäre dort erinnert mich immer ein wenig an Melbourne. Es geht etwas entspannter zu als bei den vergangenen Rennen, und die Strecke ist in einer schönen Umgebung eingebettet."

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Webber und Rosberg hoffen auf Erfolg

"Der Kurs verlangt nach einem völlig anderen Aerodynamikpaket als in der ersten Saisonhälfte", fuhr der Australier fort. "Wir werden also mit wenig bis mittlerem Abtrieb fahren, um unsere Höchstgeschwindigkeit zu verbessern. Damit gibt es aber auch die Chance, dass wir bei einigen Teams eine andere Leistungsfähigkeit sehen, denn es ist eine neue Gelegenheit, die richtige Pace zu finden. Ich hoffe natürlich, dass das uns die Chance gibt, unsere Leistung in der richtigen Art und Weise zu verbessern."

Die Besonderheiten in Montréal erfordern jedoch auch eine spezielle Vorbereitung. "Montréal ist traditionell hart für die Bremsen", erklärte Webber. "Daher haben wir in der vergangenen Woche auch in Monza getestet. Zudem wird auf dieser Strecke Mehrleistung des Motors belohnt, das sollte für uns ebenfalls positiv sein. In Montréal sollten beide Williams-Autos in den Punkten liegen."

"Ich freue mich aus zwei großen Gründen auf den Kanada-Grand-Prix", so Nico Rosberg. "Zunächst einmal hatten wir einen guten Test in der vergangenen Woche in Monza, wo wir mit mittlerem Abtrieb fuhren, um alles für die Strecke in Montréal einzustellen. Wir sollten stärker als in Silverstone sein und wir haben das Potenzial, einige Punkte zu holen. Außerdem sagt mir jeder, dass der Kanada-Grand-Prix eines der schönsten Rennen der Saison sei. Ich werde zum ersten Mal dort sein. Und auch wenn es das nicht einfacher macht, so freue mich darauf."

Aerodynamische Überarbeitung des FW28

Technisch hat man sich im Williams-Lager intensiv auf das Rennen vorbereitet. "Montréal ist ein Kurs, auf dem wenig Luftwiderstand gefragt ist, das trifft im V8-Zeitalter noch stärker zu", erklärte der Technische Direktor Sam Michael. "Er besteht hauptsächlich aus langen Geraden und vielen langsamen Kurven. Es gibt zwei oder drei gute Überholmöglichkeiten in jeder Runde, was die Rennen dort oftmals gut werden lässt. Für die Bremsen und die Temperaturen ist der Kurs aber hart, durch den Leistungsverlust und die besseren Reifen verschiebt sich das in diesem Jahr aber etwas."

"Für Kanada haben wir die Front- und Heckflügel, die Zusatzflügel, die Nase und den Diffusor geändert", fuhr der Australier fort. "All das wurde in Monza erfolgreich getestet. Die Strategie ist in Montréal zudem immer interessant, das wird auch in diesem Jahr so sein."

In Silverstone fuhren Webber und Rosberg nicht mit neuen Cosworth-Triebwerken, obschon sie die Möglichkeit dazu hatten. Somit werden die neuen Motoren in Nordamerika debütieren. "Die Ergebnisse der Tests in Monza sind für Montréal aussagekräftig und werden für Einstellungen der Motoren verwendet", so Cosworth-Chefingenieur Simon Corbyn. "In Montréal ist das Bremsen sehr wichtig, wir werden daher eng mit Williams arbeiten, um die Motorbremse für diesen Kurs zu optimieren."