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Williams trauert verpasstem Sieg in Monaco nach

07. Juni 2006 - 10:08 Uhr

Technikchef Sam Michael glaubt, dass Mark Webber in Monaco gewinnen hätte können, und entschuldigt sich für die schlechte Zuverlässigkeit

Sam Michael und Mark Webber
Mark Webber hat in dieser Saison schon einige mögliche Podestplätze verloren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mark Webber lag in Monaco über weite Strecken des Rennens hinter Fernando Alonso und Kimi Räikkönen an dritter Stelle, konnte die Pace der beiden Führenden aber recht gut halten, obwohl er das schwerste Auto aller Spitzenfahrer hatte. Daher glaubt Williams-Technikchef Sam Michael im Nachhinein, dass sogar ein Sieg möglich gewesen wäre.

"Das Auto war in Monaco in Sachen Performance sehr stark, sicher dazu in der Lage, den Grand Prix zu gewinnen", erklärte der Australier gegenüber 'SpeedTV.com'. "Wenn man die Leistung im Qualifying betrachtet und analysiert, wann die beiden McLarens und Renaults zum ersten Mal an die Box kommen mussten, dann hatte Mark ein fantastisches Qualifying, denn er blieb am längsten draußen. Seine Pace im Rennen war genauso stark."

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Hätte Webber beim zweiten Stopp alle überrascht?

Dadurch, dass Webber beim ersten Boxenstopp nach einer kurzen Führungsphase nach Alonso und Räikkönen an die Box kam, konnten die Williams-Strategen die Tankzeiten der Konkurrenz genau beobachten und die eigene Tankmenge entsprechend nach oben korrigieren. Michael glaubt, dass Alonso in der 52. oder 53. Runde hereingekommen wäre, Räikkönen in der 60. - und Webber hätte man im 61. Umlauf zum Service erwartet.

"Leider konnte sich diese Strategie nie entfalten, denn Mark wurde von Fisichella aufgehalten."
Sam Michael

Aber: "Leider konnte sich diese Strategie nie entfalten, denn Mark wurde von Fisichella aufgehalten. Ansonsten hätte er problemlos die Pace halten können. Er wäre wirklich stark gewesen", so der 35-Jährige. "Ich glaube daher, dass wir in allen Bereichen aufgeholt haben, aber so stark wie Renault, McLaren und Ferrari sind wir nicht. Wir sind aber das viertschnellste Team, was die Rundenzeiten angeht. Nur die Zuverlässigkeit lässt uns immer wieder im Stich."

"Die Zuverlässigkeit ist unsere Hauptsorge", fügte Michael seufzend an. "Ich habe Mitleid mit Mark. In Melbourne, Malaysia und zuletzt Monaco hätte er jeweils Zweiter oder Dritter werden können. Damit wäre er jetzt Dritter oder Vierter in der Fahrerwertung. Leider waren wir aber nicht zuverlässig genug - wir haben ihn hängen lassen. Jetzt ist es unsere Aufgabe als Team, das möglichst schnell wieder in Ordnung zu bringen."

Defekte von Monaco waren für Williams neu

"Bei den Tests im Winter und während der Saison ist so etwas noch nie passiert."
Sam Michael

Die Defekte von Monaco sind inzwischen übrigens restlos geklärt: Bei beiden Autos kam es offenbar wegen Rissen im Auspuff zu einem Auspuffschaden, durch den wichtige Kabelstränge von den heißen Abgasen geschmolzen wurden. Bei Webber fiel dadurch die Zündung aus, bei Nico Rosberg wurden Getriebe und Gaszug außer Gefecht gesetzt. Michael: "Bei den Tests im Winter und während der Saison ist so etwas noch nie passiert."

Positiv überrascht haben den Technischen Direktor dafür die Bridgestone-Reifen: "In den letzten drei oder vier Jahren hatte Bridgestone in Monaco immer Schwierigkeiten, aber diesmal kamen sie mit einem fantastischen Reifen daher. Das ist für kommende Strecken wie Montréal, Budapest und solche, wo man weiche Gummimischungen fahren muss, ein gutes Zeichen. Wir sind zuversichtlich, dass Bridgestone alles im Griff hat", sagte Michael abschließend.