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Webber und Barrichello üben Kritik an Rosberg

25. Juni 2006 - 01:28 Uhr

Aufregung um Nico Rosberg: Der Deutsche hat im Qualifying Mark Webber und Rubens Barrichello aufgehalten, die nun leicht angesäuert sind...

Nico Rosberg
Trotz Platz sechs im Qualifying musste Nico Rosberg gestern Kritik einstecken
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bisher musste sich Nico Rosberg in seiner noch jungen Formel-1-Karriere nie mit ernsthafter Kritik auseinandersetzen, doch nach dem gestrigen Qualifying zum Grand Prix von Kanada blies ihm erstmals eine etwas rauerer Wind ins Gesicht: Der Williams-Pilot hatte seinen Teamkollegen Mark Webber und Rubens Barrichello aufgehalten - und musste sich dafür einiges anhören.

"Man kann schon mal Verkehr haben", schimpfte Webber, "aber es ist offensichtlich frustrierend, wenn es der eigene Teamkollege ist, der dich auf der langen Geraden und dann auch noch in der letzten Kurve frotzelt. Das war schade. Nico schaute offensichtlich überhaupt nicht in den Rückspiegel. Natürlich war das keine Absicht, aber wenn du so stark verlangsamst wie er, musst du auch immer ein Auge auf dem Rückspiegel haben. Das war ein glattes Eigentor."

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Rosberg verdrängte Webber aus den Top 16

Für den Australier hatte der Zwischenfall unangenehme Folgen, denn im ersten Abschnitt des Qualifyings scheiterte er um 0,250 Sekunden am Cut für die Top 16. Besonders bitter: Wenige Sekunden vor Schluss lag er noch an der rettenden 16. Position, doch im letzten Versuch wurde er ausgerechnet von Rosberg verdrängt, der sich auf Platz acht verbessern konnte. Der junge Deutsche lieferte anschließend eine starke Session ab und stellte seinen FW28 in der dritten Startreihe ab.

Zuvor stand er jedoch noch Barrichello im Weg: "Ich wäre in der ersten Session wegen Mister Rosberg fast ausgeschieden", ärgerte sich der Honda-Pilot. "Er ist noch jung und muss lernen, die anderen zu respektieren. Er interessierte sich in der Szene nur für sich selbst, aber nicht für seine Mitbewerber. Er hätte mich einfach durchlassen sollen, denn das war auf der Geraden und ich hätte ihn auch durchgelassen. So etwas kann zu einer Kette an Racheaktionen führen."

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung...

"Zu sehen, wie schnell jemand von hinten herankommt, ist halt nicht so einfach."
Nico Rosberg

Rosberg selbst quittierte den Barrichello-Zwischenfall nur mit einem Achselzucken, zeigte sich aber im Fall von Webber einsichtig: "Ich bin daran beteiligt, dass es Mark nicht geschafft hat. Als ich meine Runde anfing, war ich in der Schikane kurz vor ihm, weil meine Runde nicht richtig getimt war. Da stand ich ihm wohl im Weg", gab der Deutsche unmittelbar nach der Session zu. "Zu sehen, wie schnell jemand von hinten herankommt, ist halt nicht so einfach. Es tut mir aber Leid, dass ich ihn aufgehalten habe."

Der 20-Jährige leistete sich damit den zweiten und dritten Fauxpas dieser Art in der laufenden Saison, denn erstmals war er teamintern bereits beim Grand Prix von Malaysia negativ aufgefallen, als er seine Position am Start gegen Webber so vehement verteidigte, dass er und sein Teamkollege außen problemlos von Fernando Alonso überholt werden konnten. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass das Klima bei Williams ernsthaft unter diesen Zwischenfällen leiden wird.