Aktuelle Bildergalerien
Die aktuelle Umfrage

Medaillen statt WM-Punkte: Sind Sie für oder gegen den Vorschlag von Bernie Ecclestone, den Fahrer mit den meisten Siegen zum Weltmeister zu küren?

Ich bin dafür
Ich bin dagegen
Keine Meinung
ANZEIGEGrand Prix Travel Team

Tickets und Reisen zur F1 und DTM

Ob Reisen oder Tickets zur Formel 1 oder DTM - bei unserem Partner Grand Prix Travel Team finden Sie aktuelle Angebote rund um Reisen mit der gewissen Extra-Portion PS. Telefon-Hotline: 0700-399 899 00
Zum Tickets- und Reisen-Shop - hier klicken!
Jobs bei Motorsport-Total.com

Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir

Motorsport-Redakteure

Haben Sie Interesse, zusammen mit einem sympathischen und "Motorsport-verrückten" Team zusammenzuarbeiten? Dann bewerben Sie sich hier!
Mobiles Portal

Motorsport gibt es auch mobil!

Im mobilen Portal von Motorsport-Total.com finden Sie kostenlos (zzgl. Nutzungsgebühr für mobiles Internet Ihres Providers) aktuelle News, Bildergalerien, Ergebnisse und Hintergrundinformationen zur Formel 1, DTM und zum Motorrad-Sport.
Kostenlos: Link zum Portal per SMS
Im Handy-Simulator anschauen
ANZEIGEFanartikel
Sie sind hier: Home > Formel 1 > Newsübersicht > Interviews

Vasselon: "Der schlimmste Kurs für die Bremsen"

19. Juni 2006 - 22:54 Uhr

Pascal Vasselon, Toyotas Chef der Chassisabteilung, über die Besonderheiten des Rennens auf Montréals Île Notre-Dame

Pascal Vasselon
Pascal Vasselon freut sich auf Montréal, auch wenn er von der Stadt wenig sieht
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Was sticht bezüglich Montréal hervor?"
Pascal Vasselon: "Für mich die Atmosphäre, es ist die zweitbeste nach Monaco. Es ist wirklich schön, dorthin zugehen. Wir werden von den Leuten in Montréal herzlich empfangen. Beim Rennen herrscht eine gute Stimmung."

Frage: "Hat der 'Circuit Gilles Villeneuve' einige spezielle Charakteristiken?"
Vasselon: "Er ist nicht wie typische Rennkurse. Er hat lange Geraden und langsame Kurven. Wenn das Auto schnell fährt, dann auf den Geraden, den Rest der Zeit ist es eher langsam unterwegs. Der Herausforderung ist es daher, eine gute Bremsstabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu erreichen, ohne bei langsamen Geschwindigkeiten ein Untersteuern zu bekommen."

Frage: "Es wird immer wieder gesagt, dass die Bremsen besonders gefordert werden. Aber wie groß ist deren Belastung wirklich?"
Vasselon: "Der Unterschied zwischen den schnellen Bereichen und den langsamen Kurvengeschwindigkeiten bedeutet, dass die Bremsen eine schwierige Zeit haben. Für die Bremsen ist es einfach der schlimmste Kurs der Saison. Daher widmen wir besondere Aufmerksamkeit auf die Kühlung der Bremsen."

Den Bremsen gilt fast die ganze Aufmerksamkeit

Frage: "Testet man dabei auch verschiedene Materialien für die Bremsklötze?"
Vasselon: "Ich würde sagen, dass der wichtigste Parameter die Bremsenkühlung ist und dass wir sicherstellen müssen, dass diese genau im Arbeitsfenster liegt, denn wir kennen dieses Fenster, in dem die Bremsscheiben arbeiten, sehr genau. Danach geht es nur um die Schätzung des Bremsenverschleißes. Wir werden einen Teil der geplanten Runden dafür nutzen, sicherzustellen, dass wir den Verschleiß unter Kontrolle haben, dann können wir es für das Rennen vorhersagen."

Frage: "Jarno Trulli hatte im Vorjahr Bremsprobleme. Was war da passiert?"
Vasselon: "Unsere Kühlung war grenzwertig und nach einigen Runden verloren wir die Telemetrieverbindung, um den Verschleiß und die Temperatur zu beobachten. Wir hatten die Grenze erreicht, konnten den kritischen Punkt aber nicht erkennen, da wir keine Datenverbindung hatten, so ab Runde 37, wenn ich mich recht erinnere. Wenn wir das Problem hätten erkennen können, dann hätten wir Jarno sagen können, dass er den Bremsdruck etwas besser kontrollieren soll oder die Bremsbalance verstellt."

Frage: "Wie sehr muss ein Fahrer zurückstecken, um die Bremse ausreichend zu schonen?"
Vasselon: "Das ist interessant. Der Verschleiß geht mit der Temperatur der Oberfläche der Bremsscheibe oftmals nicht sehr linear einher. Damit kann man mit etwas weniger Bremsdruck, der die Leistung und die Rundenzeit nur wenig beeinflusst, einen großen Unterschied erreichen. Es gibt genug Raum, um es zu kontrollieren."

Frage: "Spielt auch das Wetter dabei eine Rolle?"
Vasselon: "Nein. In der Formel 1 arbeiten die Bremsen bei Temperaturen von teilweise bis zu 800 Grad Celsius. Ein Unterschied von fünf Grad bei der Umgebungstemperatur nach oben oder unten macht da nichts aus."

Die ersten Rennrunden sind am kritischsten

Frage: "Wie sieht es aus, wenn man einem anderen Fahrzeug folgt?"
Vasselon: "Das kann Probleme verursachen. Für die Temperatur und den Verschleiß ist die erste Runde des Rennens im Verkehr der schlimmste Moment. Es kann passieren, dass zu diesem Zeitpunkt der Verschleiß einsetzt und immer weitergeht. Das kann gegen Ende des Rennens Probleme verursachen. In den ersten Runden findet meist der größte Verschleiß statt."

Frage: "Aerodynamisch gesehen fährt man in Montréal mit wenig Abtrieb, nicht wahr?"
Vasselon: "Mit Sicherheit. Montréal ist einer der Orte, auf der wir die maximale Effizienz suchen, nur geschlagen von Monza, würde ich sagen. Wir müssen das Auto für das Bremsen bei hohen Geschwindigkeiten stabil genug machen, ohne bei langsamen Geschwindigkeiten ein Untersteuern zu riskieren."

Frage: "Ist die Traktionskontrolle bei dieser Vielzahl von langsamen Kurven besonders wichtig?"
Vasselon: "Ja, die Traktion ist in Montréal wichtig, hier spielt auch die Reifenwahl eine Rolle. Wir tendieren meist zu den weicheren Reifen, um die Traktion zu unterstützen."

Frage: "Kann man generell weichere Reifen wählen, da es kaum schnelle Kurven gibt?"
Vasselon: "Wir können weichere Reifen fahren, denn die größte Belastung für die Reifen kommt von schnellen Kurven, die gibt es in Kanada aber nicht. Wenn es regnet, was zuweilen passieren kann, ist der Grip auf der Strecke sehr gering. Das liegt auch in der Glattheit der Streckenoberfläche begründet, wir müssen da mit der Wahl der Reifenmischung sehr sorgsam sein, um sicherzustellen, dass sich der Regenreifen gut auf Temperatur bringen lässt."

Keine Zeit für Montréal

Frage: "Gibt es auf der Strecke viele Überholmöglichkeiten?"
Vasselon: "Es ist wie immer nicht einfach, aber möglich vor der letzten Schikane vor der Start-Ziel-Linie zu überholen. Dort sehen wir fast alle Überholmanöver, manchmal aber auch in der Haarnadel."

Frage: "Was erwartest du dir vom TF106B in Montréal?"
Vasselon: "Wir freuen uns darauf, denn wir haben mechanische und aerodynamische Weiterentwicklungen für Kanada am Auto. Wir wollen wissen, wie gut diese funktionieren."

Frage: "Was möchtest du dir persönlich in Montréal ansehen?"
Vasselon: "Das mag jetzt etwas traurig klingen, aber wir haben so wenig Zeit, dass es einfach nur um die Atmosphäre geht, wenn wir an die Strecke kommen und wieder zurück zum Hotel reisen. Für gewöhnlich kommen wir erst am Mittwoch in Kanada an, ab Donnerstag beginnt dann für uns die Arbeit an der Strecke. Jacques Villeneuve hat ein Restaurant, 'Newtown', in der Crescent Street. Vielleicht gehen wir am Samstagabend für eine Stunde hin - wenn wir Glück haben!"