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Schumacher: "Was kann es Schöneres geben?"

26. Juni 2006 - 12:18 Uhr

Daueroptimist Michael Schumacher sieht nach der erneuten Niederlage gegen Fernando Alonso nicht schwarz, sondern hebt das Positive hervor

Michael Schumacher
Michael Schumacher versteckt sich nicht vor Kritikern, sondern geht in die Offensive
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - 25 Punkte Rückstand nach neun Rennen, zwei zu sechs Siege, momentan nicht so schnell wie Renault - und dennoch lässt Michael Schumacher den Kopf nicht hängen: Trotz der schwierigen Ausgangsposition im WM-Kampf gegen Fernando Alonso will der Ferrari-Pilot in der zweiten Saisonhälfte noch einmal voll angreifen.

"Wir haben den Schaden so klein wie möglich halten können, ich habe nur zwei Punkte auf Fernando verloren. Damit können wir unter diesen Umständen mehr als zufrieden sein", sagte er am Tag nach dem Rennen in Montréal. "Mit 25 Punkten Rückstand in die zweite Saisonhälfte zu gehen, ist zwar alles andere als ideal, aber es ist auch nicht hoffnungslos. Wir jedenfalls geben die Hoffnung bestimmt nicht auf. Unsere Strategie für die nächsten Rennen kann nur Attacke lauten, und wir werden attackieren. Noch ist alles möglich."

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Schumacher fühlt sich durch Kritiker geschmeichelt

"Die Leute haben offenbar schon vergessen, wo wir vor einem Jahr waren: ziemlich weit unten", erinnerte er an 2005, als sein Punkterückstand zu Saisonhalbzeit jedoch genauso groß war wie heute. "Dass sie es so schnell vergessen haben, dürfen wir vielleicht als Kompliment verstehen, aber ich kann nur immer wieder sagen, dass dieses Comeback eine unglaubliche Leistung des Teams ist. Die Jungs sind klasse, die haben sich vom vergangenen Jahr nicht mürbe machen, sondern sie haben sich davon anstacheln lassen. Und jetzt kämpfen wir schon wieder um die WM!"

Die Motivation seiner Mannschaft sei auch für ihn selbst Motivation - zumindest gibt Schumacher vor, keineswegs frustriert zu sein: "Mir macht das einen Riesenspaß! Was kann es Schöneres geben? Okay, man kann öfters gewinnen als wir es bislang in diesem Jahr getan haben, und genau das werden wir nun versuchen. Wir wollen es in den verbleibenden Rennen noch besser machen", kündigte er an. "Im Endeffekt war das ein glücklicher zweiter Platz, die Safety-Car-Phase kam uns entgegen. Andererseits haben wir uns das gesamte Wochenende über gesteigert."

Noch einmal ein paar Tage frei vor Indianapolis

"Wie man in Montréal gesehen hat, kommen die Dinge häufig anders als man denkt."
Michael Schumacher

Vor dem Grand Prix der USA, der schon in sechs Tagen in Indianapolis steigt, wird Schumacher noch einige Tage mit jenen Freunden verbringen, die mit ihm zuletzt eine Motorradtour quer durch Nordamerika gemacht hatten. Dabei will er noch einmal Kraft tanken und den Kopf frei bekommen, um in den zweiten neun Rennen des Formel-1-Jahres voll attackieren zu können - schließlich gilt es nebenbei auch noch eine Zukunftsentscheidung zu treffen.

"Nun muss man sehen, was uns in Indianapolis erwartet", sagte er. "Ich habe mich schon vor dem Montréal-Rennen mit Prognosen zurückgehalten, und so werde ich das auch für Indianapolis halten. Es spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle, die wir aus der Ferne nicht zur Vollkommenheit abschätzen können. Und wie man in Montréal gesehen hat, kommen die Dinge häufig anders als man denkt. Daher kann ich nur versprechen, dass wir vollen Einsatz geben werden und den Kampf nicht aufgeben."