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Richards: "Den Slot zu erhalten, war der einfache Teil"

08. Juni 2006 - 15:52 Uhr

David Richards steigt 2008 mit seiner Firma Prodrive in die Formel 1 ein und sieht darin eine große Herausforderung für sein Team - wie lange bleibt er Teamchef?

David Richards
David Richards freut sich auf die Herausforderung Formel 1
© Prodrive

(Motorsport-Total.com) - Neben den derzeit in der Formel 1 antretenden elf Teams bewarben sich insgesamt elf weitere Rennställe für den letzten freien Startplatz für die Saison 2008. Als heißer Favorit galt dabei jedoch von Beginn an Prodrive, die Firma von David Richards, der in der Formel 1 bereits bei Benetton und BAR aktiv war. Die Favoritenstellung war dabei nicht unbegründet, seit einigen Wochen steht Prodrive als zwölfter Rennstall für 2008 fest.

Richards zeigte sich im Nachhinein erfreut darüber, dass die Entscheidung zu Gunsten seines Teams bereits im Vorfeld von einem Großteil der Motorsportszene erwartet worden war: "Es war sehr befriedigend, zu wissen, dass wir die Unterstützung der Motorsportgemeinde und all den Leuten hatten", erklärte Richards gegenüber 'autosport.com'. "Einige Leute des FIA-Weltrats kamen seitdem in verschiedenen Funktionen zu mir und sagten, 'wir unterstützen dich von ganzem Herzen'."

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Den einfachen Teil hat das Team bereits hinter sich

"Es war sehr befriedigend, zu wissen, dass wir die Unterstützung der Motorsportgemeinde und all den Leuten hatten."
David Richards

Alleine diese Unterstützung habe er als Auszeichnung empfunden, aber: "Ich denke, den Startplatz zu bekommen, war der einfache Teil", zeigte sich Richards überzeugt, dass die großen Herausforderungen seinem Team erst noch bevorstehen. Prodrive befindet sich bereits mitten in den Vorbereitungen, schließlich müssen die erforderlichen Voraussetzungen für die Formel-1-Einsätze des Teams geschaffen werden.

Wie Aufbau und Abläufe des Rennstalls genau aussehen werden, welchen Anteil am Boliden man komplett selbst entwickeln und entwerfen wird, weiß Richards jedoch selbst noch nicht genau: "Das eine Extrem ist, dass wir uns hinsetzen könnten, unsere neue Fabrik bauen, losziehen und die besten Mitarbeiter rekrutieren, die wir bekommen können. Dann könnten wir loslegen, unsere eigenen Autos bauen, einen Vertrag mit einem Motorenausrüster abschließen und in der Startaufstellung mit einem Paket aufkreuzen, bei dem wir jeden Aspekt selbst designt und entwickelt haben", beschrieb der Brite.

"Das ist das eine Extrem. Das andere Extrem wäre, dass wir mit einigen Transportern am Hintereingang der Ferrari-Fabrik auftauchen, die Autos einladen und diese zu einem Rennen bringen, mit vielleicht einem Dutzend Leute. Das ist das andere Extrem. Und irgendwo dazwischen liegt die Antwort", erklärte er.

Herausforderung darf niemals unterschätzt werden

"Wir haben in den vergangenen paar Jahren viel gelernt - ich habe viel gelernt."
David Richards

Dabei steht auch der Name des Teams noch nicht endgültig fest, durch die Zusammenarbeit mit einem Hersteller oder aus finanziellen Überlegungen könnte sich dieser noch ändern: "Es könnte einige finanzielle Zwänge geben, aufgrund derer wir das festlegen müssen", meinte Richards. "Aber momentan ist der Stand so, dass das Prodrive-Element im Vordergrund steht."

Man werde die neuen Aufgaben nun konzentriert angehen, dürfe die Herausforderung jedoch nie unterschätzen: "Wir haben in den vergangenen paar Jahren viel gelernt - ich habe viel gelernt. Und auf jeden Fall habe ich eine Sache verinnerlicht, die wichtiger als alles andere ist - dass man die bevorstehende Aufgabe niemals unterschätzen und nie denken darf, dass alles leicht von der Hand gehen wird, denn wir stehen vor einer außergewöhnlichen Zeit."

Richards wird das Team nicht ewig leiten

"Ich werde das nicht ewig machen."
David Richards

Auch wenn der neue Rennstall bei offiziellen Meetings von David Lapworth, der zuvor für Prodrive in der Rallye-Weltmeisterschaft aktiv war, vertreten wird, ist auch Richards selbst stark in die Formel-1-Pläne involviert: "Daher befreie ich meinen Schreibtisch gerade von einer Menge anderer Verantwortlichkeiten, die ich momentan noch habe, um sicherzustellen, dass dies auch möglich ist. Aber ich werde das nicht ewig machen", stellte der 54-Jährige klar.

"Ich habe eine ganz klare Zeitspanne, in der ich diese Position ausüben werde, und wenn ich dann entscheide, dass ich das Team jetzt in die richtige Position gebracht habe, um weiterzumachen, dann werde ich mich wieder anderen Dingen zuwenden", erklärte Richards abschließend.