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Patrese: "Das ist eine Hexenjagd"

07. Juni 2006 - 12:55 Uhr

Der frühere Formel-1-Pilot verteidigt Michael Schumacher und findet harsche Worte für alle Kritiker des Ferrari-Piloten - man sollte dem Deutschen glauben

Riccardo Patrese
Riccardo Patrese hält die Kritik an Michael Schumacher für nicht angemessen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach seiner Streckenblockade im Qualifying zum Grand Prix von Monaco wurde Michael Schumacher nicht nur von der Rennleitung bestraft, sondern auch die meisten Fahrerkollegen nahmen dem siebenfachen Weltmeister seine Schilderung, der Vorfall sei ein Fahrfehler gewesen, nicht ab und äußerten teilweise heftige Kritik. Der frühere Formel-1-Pilot Riccardo Patrese kann dies alles jedoch nicht nachvollziehen und findet seinerseits deutliche Worte für alle Kritiker Schumachers.

"Was da gegenüber Schumacher passiert, ist etwas aus der Zeit der Inquisition, das ist eine Hexenjagd", regte sich der Italiener in der 'Autosprint' auf. "In meiner Zeit hätte so etwas in der Formel 1 nicht passieren können: Schmutzige Manöver auf der Strecke gab es schon immer, um eine Position oder eine Qualifying-Platzierung zu verteidigen", zeigte sich Patrese überzeugt.

Fahrer sollten Vorfälle untereinander klären

"Was da gegenüber Schumacher passiert, ist etwas aus der Zeit der Inquisition."
Riccardo Patrese

"Aber das waren Angelegenheiten, die wir beim folgenden Grand Prix wie echte Männer unter uns aussortiert haben", beschwerte er sich über die öffentliche Kritik, die von Piloten, Teammitgliedern und Experten im Anschluss an die Aktion auf Schumacher eingeprasselt war. Allerdings planen die Fahrer tatsächlich ein Meeting der Fahrergewerkschaft 'GPDA' in Silverstone, bei dem Schumacher unter Ausschluss der Öffentlichkeit erneut zur Rede gestellt werden soll, um die Vorfälle zu klären.

Doch schon die Diskussionen darüber, ob der Ferrari-Pilot seinen Boliden absichtlich gestoppt hat, seien laut Patrese nicht angemessen. Wenn Schumacher selbst versichert, es habe sich um einen Fahrfehler gehandelt, sollte man dem siebenfachen Weltmeister auch Glauben schenken: "Es ist absolut verrückt, was da passiert. Wie kann man entscheiden, dass Michael absichtlich mitten auf der Strecke angehalten hat?"

Auch andere Formel-1-Legenden haben keine weiße Weste

"Er ist mein Freund, und ich glaube ihm, wenn er sagt, dass es kein Foul war", erklärte er weiter. "Aber all die anderen Fahrer, sogar die schlechtesten, überschlagen sich in Kritik. Warum bilden sie sich ein, dass sie so heftig gegen einen siebenfachen Weltmeister vorgehen dürfen", meinte Patrese.

"Wie kann man entscheiden, dass Michael absichtlich mitten auf der Strecke angehalten hat?"
Riccardo Patrese

Auch Vergleiche bezüglich der Fairness mit Ayrton Senna hinken laut dem Italiener, denn: "1990 ist Senna in Suzuka in der ersten Kurve Prost ins Auto gefahren. Anschließend hat er ganz deutlich gesagt, dass er das mit Vorsatz getan hatte. Aber sieht es so aus, als ob Ayrton deshalb weniger respektiert würde? Dass er keine Formel-1-Legende sei?", konterte Patrese die Reaktionen einiger Medien, man dürfe Schumacher nicht mehr in einem Atemzug mit anderen Formel-1-Legenden nennen.

"Heute sprechen die Leute darüber, wie Schumacher absichtlich in der Rascasse geparkt hat. Ich denke, das ist entweder eine Veralberung, oder es ist ein Zeichen dafür, wie armselig das Umfeld der Formel 1 heutzutage ist", fand der Italiener deutliche Worte für alle Kritiker Schumachers. "Die Leute sagen, die Formel 1 steckt in einer Krise: Natürlich tut sie das, mit Leuten wie diesen."

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