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Montagny kritisiert abgehobene Fahrerkollegen

05. Juni 2006 - 14:40 Uhr

Franck Montagny sieht sich und die anderen Formel-1-Piloten als "ganz normale Menschen" und kritisiert die Abgehobenheit mancher Kollegen

Franck Montagny
Franck Montagny ist einer der sympathischsten Formel-1-Fahrer im Feld
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Derzeit sorgt ein Foto von Fernando Alonso für Aufregung, auf dem der Weltmeister mit dem ausgestreckten Stinkefinger zu sehen ist - angeblich in Richtung einiger Fans. Überhaupt entfernte sich die Formel 1 in den vergangenen Jahren immer weiter vom Durchschnittsfan auf der Tribüne, der für immer mehr Geld immer weniger nahe an die Protagonisten herankommt.

Besonders extrem war diese Tendenz beim Grand Prix von Spanien in Barcelona zu erkennen, wo Alonso von seinen Landsleuten zwar gefeiert wurde wie der neue König, die Massen aber abseits der Rennstrecke mied wie der Teufel das Weihwasser. Der 24-Jährige beklagte sich - wie viele seiner Kollegen - über die Nachteile seiner Berühmtheit, betonte daher gleichzeitig, dass es wichtig sei, einen gewissen Abstand zu den Fans zu wahren.

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"Die Formel 1 ist heute so, weil die Leute wollen, dass sie so ist."
Franck Montagny

Diese Abgehobenheit kann Franck Montagny jedoch nicht verstehen: "Ich denke, dass die Fans die Formel 1 manchmal als abgehobene Welt empfinden, als Welt voller Superstars und so weiter. Das ist aber Blödsinn. Die Formel 1 ist heute so, weil die Leute wollen, dass sie so ist. Es werden alle Türen verschlossen, so dass man überall Zugangspässe und dergleichen braucht", prangerte er die momentanen Zustände in einem Interview mit 'F1Total.com' an.

Michael Schumacher und Co. seien auch nur "ganz normale Menschen mit zwei Händen, die genauso morgens verschlafen sind, wenn sie aufstehen müssen", so der Super-Aguri-Pilot, der menschlich eine der sympathischsten Erscheinungen unter den 22 aktuellen Piloten ist. Nur eines unterscheide Schumacher, Alonso und Co. tatsächlich von den Fans auf den Tribünen: "Vielleicht können wir ganz gut Autofahren..."

Grundsätzlich forderte er die Formel 1 zu mehr Bodenständigkeit auf: "Die Leute sollten das etwas entspannter sehen - speziell innerhalb des Fahrerlagers. Kommt runter! Wir haben den schönsten Job der Welt, also sollten wir den auch mit einem Lächeln ausüben und genießen. Wenn ich ständig höre, wie schwer wir Rennfahrer es haben, weil wir so viel reisen müssen und so weiter, dann wundere ich mich schon sehr", teilte Montagny mit. "Genießt es, es ist toll!"

"Kommt runter! Wir haben den schönsten Job der Welt..."
Franck Montagny

Der 28-Jährige gehört übrigens nicht zu jenen Zeitgenossen in der Formel 1, die nie über den Tellerrand des Fahrerlagers hinausblicken, sondern er hatte mit der Königsklasse des Motorsports im Gegenteil schon abgeschlossen. Auf der faulen Haut lag er deswegen aber nicht: In Barcelona betreibt der ehemalige Renault-Testfahrer gemeinsam mit einem Freund den Frisiersalon 'Fusion', der dienstags erst um 1:00 Uhr morgens aufsperrt und mit DJs und Champagner lockt...

Das gesamte Interview mit Montagny kann morgen in voller Länge auf 'F1Total.com' nachgelesen werden.