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Letzte Station für Indianapolis?

28. Juni 2006 - 11:22 Uhr

Am kommenden Sonntag steht nicht nur die Glaubwürdigkeit der Formel 1 im Vordergrund, sondern auch die Zukunft des Großen Preises der USA

Formel 1 in den USA
Formel 1 in den USA - eine gemeinsame Geschichte mit Fortsetzung?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 gastiert nach dem Reifenfiasko von 2005, als nur sechs Autos das Rennen bestritten, wieder in Indianapolis, und mit Spannung wird erwartet, wie die Fans auf die Rückkehr reagieren. Alle Beteiligten wollen eine gute Show zeigen, den Fans etwas bieten. Doch die Besucher auf der Tribüne entscheiden nicht direkt darüber, ob sie 2007 die Formel 1 wieder in Indianapolis sehen werden.

Der Vertrag mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone läuft aus, der Engländer übte bereits Druck auf die Streckenbetreiber aus, erklärte unlängst, dass die Formel 1 die USA nicht brauche, man habe ohnehin noch nie etwas Gutes aus den USA ziehen können. Besonders im Blickfeld der Aufmerksamkeit aber wird Michelin stehen.

Die Reifen der Franzosen hielten im Vorjahr den Belastungen in der erhöhten Kurve nicht stand. Mit der Erfahrung aus 2006 darf und soll ein ähnliches Dilemma - selbst in einem kleineren Ausmaß - nicht mehr vorkommen. Ein Starterfeld mit 22 Autos, das auch am Rennen teilnimmt, ist also eine Voraussetzung für weitere US-Grands-Prix in Indianapolis.

Indianapolis möchte langfristig bleiben

Damit die Rechnung der ohnehin teuren Formel 1 auch weiterhin aufgeht, müssen aber auch die Tribünen voll besetzt sein. "Es läuft bis jetzt ganz gut, ich bin zufrieden mit den Fortschritten", erklärte Joie Chitwood, Präsident des 'Indianapolis Motor Speedway', eine Woche vor der Veranstaltung über die Ticketverkäufe. "Das beweist, dass es in diesem Land durchaus eine Formel-1-Fangemeinde gibt. Der Rückgang ist bei weitem nicht so extrem wie angenommen."

Damit sind die grundsätzlichen Rahmen vorgegeben, eine Entscheidung über die Zukunft des Rennens wird jedoch nicht vor dem Rennsonntag fallen. "Viele Leute versuchen, ihren guten Willen zu zeigen", so Chitwood weiter. "Wir müssen für die Fortführung der Veranstaltung eine gute Partnerschaft haben. Nach dem vergangenen Jahr sollen die Fans diese Erfahrung genießen können."

Das "positive Gefühl" sei dabei wichtiger als die finanziellen Forderungen eines Bernie Ecclestone. Doch gerade die Finanzen stellte der Engländer unlängst in den Vordergrund, den Verantwortlichen in den USA entlockte dies aber nur ein müdes Lächeln - alles Verhandlungstaktik, unkten sie. Der Wille, die Formel 1 zu halten, sei aber gegeben. Man habe im Jahr 2000 nicht "nur für sieben Jahre so viel investiert", so Streckenchef Tony George. "Wir haben das langfristig getan."

Formel-1-Fans erwartet ein "großartiges Event"

Eines ist sicher: So negativ das Echo auf den US-Grand-Prix des Vorjahres war, desto besser lässt sich das Rennen in diesem Jahr positionieren. Michelin entschädigte die Fans nicht nur finanziell, sondern startete auch eine Reihe von Aktionen rund um das Rennen. "Wir werden in diesem Jahr ein großartiges Event haben", frohlockte daher auch Terry Angstadt, Vizechef der Marketingabteilung der Rennstrecke.

"Alle Autos werden fahren, wir werden ein tolles Publikum haben und unsere Ticketverkäufe sind klar besser, als wir das gedacht haben. Davon sind wir angenehm überrascht", fuhr er fort. "Wir wollen neue Programmpunkte schaffen und versuchen, den entstandenen Schaden wieder gutzumachen." Dabei denke man nicht nur an das laufende Jahr.

Ein neuerliches Fiasko erscheint wenig wahrscheinlich, so dass sich die Fans auf ein Formel-1-Wochenende freuen können, an dem sich die Teams, Fahrer und Partner offener und engagierter präsentieren als bei den übrigen Veranstaltungen. Neben der Versöhnung mit den Fans könnte dies auch die Zukunft des US-Grand-Prix' in Indianapolis sichern.