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Hill sieht in Button einen kommenden Weltmeister

06. Juni 2006 - 21:23 Uhr

'BRDC'-Präsident Damon Hill stärkt Jenson Button kurz vor dem Grand Prix in Silverstone den Rücken und wünscht ihm den baldigen Durchbruch

Damon Hill
Damon Hill möchte möglichst viele Button-Fans nach Silverstone locken
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Großbritannien mag zwar das selbsternannte Mutterland des Motorsports sein, doch auf einen Formel-1-Weltmeister wartet die Insel schon seit zehn Jahren - Damon Hill war 1996 der bisher letzte Champion, für den "God save the Queen" gespielt und der Union Jack gehisst wurden. Letzter heimischer Silverstone-Sieger war 1999 und 2000 David Coulthard.

Am kommenden Wochenende hat eigentlich nur Jenson Button realistische Chancen auf einen Triumph vor eigenem Publikum, doch das Honda-Team des 26-Jährigen, der als bisher bestes Resultat bei seinem Heim-Grand-Prix einen vierten Platz aus dem Jahr 2004 vorweisen kann, geriet zuletzt gegenüber Renault und Ferrari recht deutlich ins Hintertreffen. Darüber hinaus wartet "JB" auch nach weit mehr als 100 Formel-1-Rennen noch immer auf seinen ersten Sieg.

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Hill traut Button auch einen WM-Titel zu

Aber: "Jenson ist definitiv dazu in der Lage, Grands Prix zu gewinnen - und ich glaube auch, dass er unter den richtigen Umständen Weltmeister werden kann", sprach 'BRDC'-Präsident Hill seinem Landsmann das Vertrauen aus. "Honda ist dazu in der Lage, einen Titel zu holen, aber nur die Zeit wird das zeigen. Jenson ist die Formel-1-Hoffnung unseres Landes. Er hat die richtige Einstellung und gibt sein Bestes. Er braucht nur besseres Material."

"Ich finde nicht, dass er sich nicht genug anstrengt, wie einige sagen. Er pflegt einen sauberen Fahrstil, lenkt sehr präzise - und wenn jemand so kontrolliert fährt, hat man manchmal den Eindruck, dass er nicht alles gibt. Das ist aber falsch! Es ist wie damals mit Alain Prost und Ayrton Senna: Prost sah nicht so aus, als würde er das Auto fliegen lassen, aber ich sah ihn einmal über einen Randstein fahren. Da erkannte man erst, wie sehr auch er am Limit war", so der Brite.

Hill betonte ferner, dass es nicht richtig sei, Button mangelnde Einsatzbereitschaft vorzuwerfen. Im Gegenteil: Es ist bekannt, dass der Honda-Pilot im vergangenen Winter so hart an sich gearbeitet hat wie nie zuvor - und auch wenn er zuletzt gegen Rubens Barrichello teilweise das Nachsehen hatte, gilt er bei seinem Rennstall intern als Nummer eins. Allerdings wird es langsam Zeit, endlich auf die Siegerstraße einzubiegen, um den medialen Druck zu lockern.

Button hat noch viele Formel-1-Jahre vor sich

"Wie alt ist Jenson? 26? Ich kam erst mit 33 in die Formel 1 und fuhr danach noch viele erfolgreiche Rennen."
Damon Hill

"Man muss das mal in die richtigen Verhältnisse rücken: Wie alt ist Jenson? 26? Ich kam erst mit 33 in die Formel 1 und fuhr danach noch viele erfolgreiche Rennen", sagte Hill. "Es muss nur einmal dieser Durchbruch gelingen, dann entsteht innerhalb des Teams eine positive Spannung, eine Welle, auf der man sich treiben lassen kann. Trotzdem ist es etwas anderes, jemanden zu jagen, der in Führung liegt, und selbst die Führung in einem Grand Prix zu verteidigen."

Während die britischen Medien gerade GP2-Sensation Lewis Hamilton als Superstar der Zukunft aufbauen, steht die britische Öffentlichkeit momentan noch voll hinter Button. Der 26-Jährige, der oft als David Beckham der Formel 1 bezeichnet wird und bis vor kurzem mit der Popsängerin Louise Griffiths verlobt war, war allerdings nicht immer Everybody's Darling: 2004 und 2005 wurde ihm das Wechseltheater um BAR-Honda und Williams von vielen übel genommen.

Hill versteht Buttons Entscheidung gegen Williams

Hill hat aber durchaus Verständnis für diesen Zickzackkurs seines Landsmannes: "Es ist nicht einfach, bei all diesen vertraglichen Spielchen einen klaren Karriereplan beizubehalten, denn in der Formel 1 spielen irre Businessfaktoren eine Rolle. Wäre er bei Williams geblieben, würde er jetzt auch nicht besser aussehen, aber er hätte keinen großen Hersteller im Rücken. In der Formel 1 brauchst du das inzwischen jedoch. Ich glaube, dass er sich richtig entschieden hat", so der 'BRDC'-Präsident.

Übrigens mag Hill zwar durchaus ein Fan Buttons sein und viel von dem Honda-Piloten halten, doch dass er sich ausgerechnet vor dem Grand Prix von Großbritannien, der wegen der Fußball-WM noch bei weitem nicht ausverkauft ist, derart positiv über den britischen Lokalmatador äußert, ist wohl eher kein Zufall. Der 'BRDC' hat großes Interesse daran, dass in letzter Minute noch so viele Fans wie möglich mobilisiert werden - und genau deswegen versucht man, medial gute Stimmung zu machen...