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Henry-Biabaud: "Daran sind wir nicht interessiert"
Frederic Henry-Biabaud, Michelins Motorsport-Direktor, über Michelins Formel-1-Ausstieg und das emotionale Rennen in Indianapolis
(Motorsport-Total.com) - Frage: "In Montréal gab es zwei wichtige Ereignisse für Michelin. Zum einen habt ihr den 100. Formel-1-Erfolg feiern können. Zum anderen habt ihr aber auch bekannt gegeben, dass ihr euch nicht als Reifenausrüster für die Formel 1 von 2008 bis 2010 bewerben wollt."
Frederic Henry-Biabaud: "Ich möchte zunächst auf den 100. Sieg eingehen. Die Art, wie es passierte, war genauso wie in der World Rallye Championship, wo wir rund 220 Siege eingefahren haben, und der MotoGP, in der wir mehr als 320 Erfolge feierten. Es geschah immer in einem Wettbewerbsumfeld. Wir sind der Überzeugung, dass wir in einem Wettbewerb auf höchstem Niveau, der weltweit stattfindet, in einer Wettbewerbssituation antreten müssen. Wir wollen den Wert unserer Produkte im Wettbewerb mit anderen Leuten, die den gleichen Job machen wie wir, zeigen. Daher ist dieser 100. Sieg eine gute Leistung in der kurzen Zeit, in der wir in der Formel 1 sind."

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"Die Entscheidung der FIA, für die Saison ab 2008 eine Ausschreibung vorzunehmen, was nur einen Einzelausrüster bedeutet, stimmt nicht mit unserer Ansicht des Sports überein. Das haben wir immer gesagt. Wenn wir zu Beginn unseres Formel-1-Programms nicht in einen Wettbewerb getreten wären, so hätten wir den Wert der Radialreifen in einem Grand Prix nie zeigen können. Ich denke, dann wäre keiner unserer Konkurrenten zu einem Radialreifen übergegangen."
"Danach streben wir, und wenn die Regeln, aus welchen Gründen auch immer, zu einem Einzelausrüster für eine weltweite Meisterschaft, speziell der Formel 1, die die höchste technologische Herausforderung darstellen soll, führt, dann sind wir nicht daran interessiert. Es mag Gründe dafür geben, dass man dies einführt, aber es gibt auch Gründe und Grundsätze bei uns, so etwas nicht zu unterstützen. Daher haben wir uns entschieden, an der Ausschreibung nicht teilzunehmen."
Frage: "Aber Michelin wird sich sicher weiter dem Wettbewerb stellen, nicht wahr?"
Henry-Biabaud: "In den vergangenen 120 Jahren standen wir immer in Wettbewerb. An diesem Wochenende treten wir in Indianapolis an, mit der MotoGP in Donington, wir fahren mit der FIA-GT-Serie in Oschersleben und mit der ALMS in Lime Rock. Und da zähle ich ja noch nicht alle Wettbewerbe auf, in denen wir uns befinden. Wir glauben, dass uns der Wettbewerb geholfen hat, unsere Produkte zu verbessern. Wir werden weiter in der ALMS, MotoGP, Rallye und vielen anderen Serien aktiv sein."
Frage: "Was erwarten Sie im Rennen in Indianapolis?"
Henry-Biabaud: "Mit einem Blick auf die derzeitige Situation in der Meisterschaft ist dies ein sehr wichtiges Rennen. Zudem gibt es hier noch einen speziellen emotionalen Aspekt. Wir hoffen daher, dass wir gut abschneiden werden. Wir denken, dass wir hundertprozentig darauf vorbereitet sind."











