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Schumacher hält sich die Hintertür offen

12. Mai 2006 - 14:50 Uhr

Ein Rücktritt von Michael Schumacher bei einem Titelgewinn wäre denkbar - Berger, Danner, Stuck und Stewart spekulieren über Schumachers Pläne

Michael Schumacher
Was macht Michael Schumacher? Die Antwort gibt es wohl erst im Oktober
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Michael Schumacher lässt sein Team und seine Fans weiter zappeln und hält sich eine Hintertür offen. Nachdem ihm Ferrari für die Entscheidung über seine Zukunft überraschend bis zum Saisonende Zeit lässt, ist für viele in der Königsklasse eine Sache klar und eine andere möglich: Kimi Räikkönen wird 2007 für Ferrari fahren, und Schumacher könnte am Ende des Jahres seine einzigartige Karriere auf einem Höhepunkt beenden, wenn er zum achten Mal Weltmeister wird.

"Erst wollte sich Michael entscheiden, wenn er weiß, wie gut sein Auto wieder ist. Das ist gut, das weiß er jetzt. Das Einzige, was er noch nicht weiß, ist die Tatsache, ob er Weltmeister wird oder nicht", sagte der frühere Formel-1-Pilot Christian Danner am Rand des Großen Preises von Spanien in Barcelona dem 'sid'. "Er hält sich damit die Option eines krönenden Abschlusses offen", sagte Danner, der die Fristverlängerung von Ferrari als weiteres Indiz dafür wertet, dass "Iceman" Räikkönen am Ende des Jahres von McLaren-Mercedes zu Ferrari wechselt.

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Davon gehen auch die italienischen Medien aus, die deshalb Schumachers Hinhaltetaktik gelassen kommentieren. "Ferrari könnte es sich nicht erlauben, ruhig auf die Beschlüsse des Deutschen zu warten, wenn das Team nicht bereits seine Zukunft geplant hätte. Unabhängig von den Beschlüssen Schumachers für das Jahr 2007 hat Ferrari bereits einen Piloten fest im Griff: Kimi Räikkönen", schrieb die Sportzeitung 'Corriere della Sera' am Freitag.

Ähnlich reagierte 'Tuttosport': "Ferrari kann ruhig auf die Beschlüsse seines Stars Schumacher warten, weil das Team bereits seine Zukunft geplant hat. Es scheint nun sicher, dass Räikkönen schon einen Vertrag für 2007 unterschrieben hat", kommentierte die Zeitung, die auch einen Abschied Schumachers als Weltmeister für möglich hält.

Schumacher selbst war dieser Frage am Donnerstag, als er den neuen Zeitplan für seine Zukunftsentscheidung bekannt gab, ausgewichen. Er wolle diese wichtige Entscheidung für sich alleine treffen. "Da möchte ich auch nicht in die Tiefe gehen, warum und so weiter", sagte Schumacher.

Für den früheren Formel-1-Piloten Hans-Joachim Stuck hat der 37 Jahre alte Kerpener den richtigen Zeitpunkt zum Rücktritt eigentlich schon verpasst. "Wenn er jetzt in diesem Jahr noch einmal die WM gewinnt, hätte er es noch super erwischt", sagte Stuck, der glaubt, dass Schumacher "innerlich die Entscheidung schon gefällt hat".

Stuck hält es für möglich, dass Schumacher vielleicht auch auf seinen künftigen Teamkollegen reagiert. Auch die personelle Zukunft einiger anderer Ferrari-Persönlichkeiten wie Teamchef Jean Todt oder des Technischen Direktors Ross Brawn sind offenbar noch nicht endgültig geklärt.

Denkbar wäre auch, dass der siebenmalige Weltmeister das Datum öffentlich verschoben hat, um ein paar Wochen Ruhe vor den immer wiederkehrenden Fragen nach seiner Zukunft zu haben. Ex-Weltmeister Keke Rosberg sieht die verlängerte Frist "eher als Kompliment von Jean Todt, nach dem Motto: Michael ist so gut, er kann sich entscheiden, wann er will. Ernst nehme ich das nicht. Natürlich kann ein Team nicht so lange warten. Dafür gibt es 1000 Gründe."

Rosberg glaubt zudem trotz der beiden Schumacher-Siege in Imola und auf dem Nürburgring noch nicht daran, dass der Ferrari-Pilot wirklich eine Chance auf den Titel hat. "Fernando Alonso ist eine harte Nuss", meinte Rosberg. Auch der dreimalige Champion Sir Jackie Stewart glaubt nicht daran, dass Ferrari wirklich bis zum Saisonende warten kann. "Ende der Saison ist zu spät. Das muss in den nächsten Wochen entschieden werden, bis Ende Juli. Alle Verträge werden jetzt ausgehandelt", meinte der Schotte.

Der frühere Ferrari-Pilot und BMW Motorsport Direktor Gerhard Berger kann die Sonderbehandlung des Kerpeners nachvollziehen. "Michael Schumacher hat sich bei Ferrari alles verdient. Deshalb überrascht es mich nicht. Wenn er bis zum Ende der Saison braucht, dann ist es richtig, dass ihm Ferrari diese Zeit gibt", sagte der Österreicher.