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Schumacher eröffnet die Jagd auf Alonso

08. Mai 2006 - 13:02 Uhr

Michael Schumacher: "Wer jetzt noch Zweifel hat, tut mir Leid" - bei Fernando Alonso hingegen ist der Optimismus ein wenig verflogen

Michael Schumacher
Michael Schumachers Freude nach dem zweiten Saisonsieg war groß
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Nach dem zweiten Heimsieg in Folge hat Michael Schumacher endgültig die Jagd auf Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso eröffnet. "Wer jetzt noch Zweifel hat, tut mir Leid", sagte Schumacher nach dem souveränen Triumph auf dem Nürburgring und brachte damit den bislang so coolen Spanier ausgerechnet vor dessen Heimspiel am kommenden Sonntag in Barcelona tüchtig ins Schwitzen.

Kurz nachdem Alonso mit Leichenbittermiene bei der Siegerehrung den kleinen Pokal für den zweiten Platz in Empfang genommen hatte, kritisierte er in aller Öffentlichkeit sein Renault-Team, das er am Saisonende Richtung McLaren-Mercedes verlässt. "Ich glaube, wir müssen uns in allen Bereichen ein wenig verbessern. In Imola waren wir noch schneller als Ferrari, aber hier war es nur eine Frage der Zeit, wann sie uns überholen: beim ersten oder beim zweiten Stopp", schimpfte der Spanier: "Es war nahezu unmöglich, sie 60 Runden hinter uns zu halten."


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Alonso kommt in Bedrängnis

Selbst in Alonsos Heimat kommen erste Bedenken auf. "Schumi wird langsam böse. Alonso wird Blut und Wasser schwitzen müssen, um seinen Titelgewinn zu wiederholen", meinte die Sportzeitung 'Marca'. Gegenwind gibt es auch von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der von Alonso mehr Engagement abseits der Strecke fordert. "Wir haben einen Weltmeister, der nicht allzu viel tut", sagte der Brite.

Schumachers fünfter Heimsieg in der Eifel hat unterdessen Erinnerungen an die Glanzzeiten vor der völlig verkorksten Saison 2005 aufleben lassen. "Mit diesem Fahrer und diesem Team ist alles möglich", meinte Schumachers Manager Willi Weber und träumte vom Hattrick in Barcelona: "Mit der richtigen Strategie ist Alonso überall zu schlagen."

Weber beginnt wie sein Schützling schon zu rechnen, nachdem Schumacher durch den Sieg und Alonsos zweiten Platz lediglich zwei Zähler aufgeholt und in der WM-Gesamtwertung immer noch 13 Punkte Rückstand (31:44) hat. "Ich würde mich freuen, wenn da noch jemand reinfahren würde", meinte Schumacher, der im Moment dafür aber nur seinen auf dem Nürburgring starken Teamkollegen Felipe Massa auf der Rechnung hat. Auch Weber stört es, "dass es momentan nur ein Zweikampf zwischen Michael und Alonso ist. Es sollte mehr Teams geben, die Alonso Punkte wegnehmen".

Sieg spielt für Schumachers Zukunft keine Rolle

Sollte der Renault-Mann weiter hinter Schumacher zweite Plätze holen, würde der Kerpener noch sieben weitere Siege benötigen, um Alonso aus eigener Kraft zu überholen. Deshalb konnte der frühere Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg, dessen Sohn Nico nach einer starken Aufholjagd als Siebter erneut zwei WM-Punkte holte, auch Alonsos demonstrative Niedergeschlagenheit nicht nachvollziehen. "Er hat zwei Punkte verloren, da muss er kein Theater spielen. Die tun ihm noch nicht weh", sagte Rosberg.

Keinen Einfluss werden die jüngsten Siege in Imola und am Nürburgring, wo Schumacher mit seiner Frau Corinna, seinem Vater Rolf, Weber sowie seinem früheren Physiotherapeuten Balbir Singh feierte, auf die Entscheidung des Kerpeners über seine Zukunft haben. "Ich glaube nicht, dass so ein Sieg seine Meinung beeinflusst", sagte Weber: "Dabei geht es um eine fundamentale Entscheidung für seine Zukunft."

Der siebenmalige Weltmeister weicht Fragen, ob und wann er seinen Vertrag bei Ferrari noch einmal verlängert, nach wie vor aus. Die internationale Presse kann sich aber nicht vorstellen, dass ein Schumacher in der derzeitigen Form seine Karriere beendet. "Schumacher hat bewiesen, dass er den Rentenantrag noch in der Schublade lassen kann", meinte der spanische Radiosender 'Cadena Ser'. Die italienische Sportzeitung 'Tuttosport' ging sogar noch weiter: "Solange er diese Form und diese Siegeslust bewahrt, kann Schumacher fahren, bis er 47, 57 oder 67 ist."