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Rosberg: "In der F1 kann es schnell rauf und runter gehen"

02. Mai 2006 - 15:50 Uhr

Williams-Pilot Nico Rosberg glaubt, dass er in der Formel 1 noch viel lernen muss, bevor er Weltmeister werden kann - Vater Keke nicht sein Vorbild

Nico Rosberg
Nico Rosberg hat sich in der Formel 1 bereits Respekt erarbeitet
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg schlug in der Formel 1 ein wie eine Bombe: Bereits nach seiner famosen Aufholjagd in seinem ersten Grand Prix in Bahrain, die ihn vom Ende des Feldes bis auf Platz sieben nach vorne brachte, hatte sich der 20-jährige Deutsche Respekt im Fahrerlager erarbeitet.

"Naja, pfff. Es war schon schwierig, es war eine fantastische Erfahrung", wird Rosberg von 'Die Presse' zu seinem ersten Rennen als Grand-Prix-Pilot zitiert. Doch angesichts seiner Leistung und dem vielen im Anschluss auf ihn eingeprasselten Lobes verfällt der Williams-Pilot keinesfalls in Euphorie: "In der Formel 1 kann es schnell rauf und runter gehen. Ich hatte das Gefühl gefunden, es hat gepasst", kommentiert er mit einigem zeitlichen Abstand sein Debütrennen.

Wurz verrichtet Großteil der Setup-Arbeiten

Zuletzt in Imola lief es für Rosberg nicht rund, im Qualifying hatte er Pech und hing anschließend im Verkehr fest, ohne Chance, weiter nach vorne kommen zu können. Auch mit seinem Rennsetup war der Deutsche nicht vollends zufrieden, doch angesichts der bei Williams zur Motorenschonung stark limitierten Rundenanzahl im Training verrichtet ohnehin Alexander Wurz, der Freitagsfahrer des britischen Rennstalls, die Hauptarbeit beim Finden des richtigen Setups.

"Er hat zur Weiterentwicklung sehr viel beigetragen, er testet wirklich viel. Wir Fahrer machen dann nur noch die individuelle Feinabstimmung", erläutert Rosberg. Doch angesichts der wenigen Runden, die ihm vor dem Qualifying zur Verfügung stehen, ist auch das bereits eine schwierige Aufgabe. Denn trotz der wenigen Umläufe müsse er in der kurzen Zeit einen Weg finden, das Auto nach seinem Geschmack anzupassen.

In der Formel 1 muss alles passen

"Papa hat gesagt, dass es wohl drei Jahre dauern wird, bist du es wirklich drauf hast, Rennen zu gewinnen."
Nico Rosberg

Nach Rosbergs Leistungen in den ersten Rennen wurde der 20-Jährige bereits vielfach als kommender Weltmeister gehandelt, doch bis er seinen ersten Grand-Prix-Sieg wird einfahren können, dauert es laut dem Deutschen noch ein Weilchen: "Papa hat gesagt, dass es wohl drei Jahre dauern wird, bist du es wirklich drauf hast, Rennen zu gewinnen", berichtet der Williams-Pilot, dessen Vater Keke in seiner Rennfahrerkarriere einen Weltmeistertitel hatte erringen können.

In der Formel 1 müsse eben "alles passen, Zeitpunkt, Auto, Setup, einfach alles", ist sich der Youngster sicher und verweist auf seinen Teamkollegen Mark Webber, der in seinen fünf bisherigen Jahren in der Königsklasse des Motorsports trotz seines Talents nur einmal auf dem Podest gestanden sei. Deshalb wolle er sich auch noch nicht mit arrivierten Spitzenpiloten vergleichen: "Kimi (Räikkönen; Anm. d. Red.) ist einer der besten Fahrer. Es wäre vermessen, mich mit ihm zu vergleichen. Ich bin noch lange nicht auf dem Level!"

Druck durch Vergleiche mit Vater Keke

"Manchmal gibt es schon ziemlich viele Menschen, die wollen Autogramme. Das ist was ganz Schönes, wirklich!"
Nico Rosberg

Druck aufgrund seines berühmten Namens spüre er indes schon, gesteht Rosberg: "Die Leute schauen halt, wenn sie mich sehen. Und vergleichen, ob ich auch so schnell bin wie er." Ansonsten sei er jedoch ein ganz normaler 20-Jähriger, wenn da nicht die Fans wären, die ihn regelmäßig an seine Berühmtheit erinnern: "Manchmal gibt es schon ziemlich viele Menschen, die wollen Autogramme. Das ist was ganz Schönes, wirklich!"

Tipps bezüglich der Fahrweise gebe ihm sein Vater jedoch nicht mehr, sagt Rosberg, und das sei auch gut so, schließlich "muss ich ja Gas geben, nicht er". Hauptsächlich habe ihn sein Vater auf seinem Karriereweg unterstützt, nachdem Rosberg nach dem Willen seiner Mutter Tennisspieler hätte werden sollen. Die Vorbildfunktion übernahm für den Deutschen jedoch nicht sein Vater, sondern ein anderer Pilot: "Mika Häkkinen. Der hat mir immer getaugt. Und Papa war sein Manager."