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Offiziell: Formel-1-Deal in trockenen Tüchern!

19. Mai 2006 - 17:57 Uhr

Bereits in Barcelona haben die 'GPMA'-Mitglieder das Verständnismemorandum unterschrieben, nun auch Bernie Ecclestone - Zukunft der Formel 1 gesichert

Bernie Ecclestone
Mit Bernie Ecclestones Unterschrift ist der Formel-1-Streit nun endgültig beigelegt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im Prinzip war ohnehin schon alles klar, nun ist aber auch die Tinte unter dem Vertrag trocken: Nach den zur 'GPMA' gehörigen Automobilherstellern BMW, DaimlerChrysler, Honda, Renault und Toyota hat nun auch die Gegenseite das gemeinsam ausgehandelte Verständnismemorandum unterschrieben. Damit steht einer stabilen und sicheren Zukunft der Formel 1 nichts mehr im Weg.

Zur Vorgeschichte: Nach einem jahrelangen Hickhack hatten die 'GPMA'-Mitglieder am Sonntagmorgen in Barcelona das vorliegende Angebot von den Formel-1-Teilhabern Bernie Ecclestone und 'CVC' endlich akzeptiert und ein entsprechendes Dokument unterschrieben. Bernie Ecclestone und 'CVC'-Repräsentant Donald McKenzie hätten dies ebenfalls tun sollen, tatsächlich fehlten ihre Namen aber auch am Montag noch unter dem Verständnismemorandum.

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Verständnismemorandum nun von allen unterschrieben

"Es geht nur noch darum, alles zu den Rechtsanwälten zu schicken."
Bernie Ecclestone

Inzwischen ist aber auch diese letzte Hürde ausgeräumt: "Wir haben unseren Teil jetzt unterschrieben. Es geht nur noch darum, alles zu den Rechtsanwälten zu schicken", bestätigte Ecclestone gegenüber 'autosport.com'. "Die Hersteller haben bereits unterschrieben. Es gab viele Verhandlungen, und am Ende lief dank Alain Dassas (Renault-Teampräsident; Anm. d. Red.) alles zusammen. Er war gemeinsam mit Prof. Göschel (BMW Vorstand; Anm. d. Red.) die treibende Kraft hinter dem Deal."

Die Tinte unter dem Vertrag ist also trocken, aber um was für einen Vertag handelt es sich dabei eigentlich? Nicht, wie man annehmen könnte, schon um das künftige Concorde Agreement in seiner Endfassung, sondern zunächst nur um ein Verständnismemorandum, das allerdings rechtskräftig ist und somit garantiert, dass die unterschreibenden Parteien auch von 2008 bis 2012 in der Formel 1 am Start sein werden. Sprich: Der kommerzielle Teil ist im Prinzip geregelt.

Öffentlich will natürlich niemand darüber sprechen, bei abgeschaltetem Diktiergerät erfährt man momentan allerdings, wie der Deal in seinen Grundzügen aussieht: Die Teams erhalten ab sofort nicht mehr 47 Prozent aus den TV-Einnahmen, sondern 50 Prozent aus dem gesamten Formel-1-Topf - also zum Beispiel auch Beteiligungen aus diversen Lizenzverkäufen für Computerspiele, Merchandising und dergleichen mehr. Inbegriffen sind entsprechende Nachzahlungen ab Anfang 2006.

Teams naschen nun an allen Einnahmen mit

"Ich denke, dass man die Hersteller manchmal ein bisschen vor ihnen selbst schützen muss."
Bernie Ecclestone

In diesem Zusammenhang ist vermutlich auch die Integration der Vermarktungsagentur 'Allsport' zu sehen, die Ende März in die Formel-1-Holding 'Alpha Prema', die 'CVC' und Bernie Ecclestone gehört, eingegliedert wurde. 'Allsport' vermarktet seit Jahren unter anderem den lukrativen Paddock-Club und die Bandenwerbung an den Rennstrecken - und davon naschen die Teams nun ebenfalls mit. Sicher kein Zufall: 'Allsport'-Chef Patrick McNally gilt als enger Vertrauter Ecclestones.

Allerdings muss noch ein allerletzter Stolperstein aus dem Weg geräumt werden, denn während auf kommerzieller Ebene nun mehr oder weniger Einigkeit besteht, gibt es in puncto Reglement weiterhin noch keine Übereinkunft. Die neu eingerichtete Sportliche Arbeitsgruppe sowie die bereits bestehende Technische Arbeitsgruppe werden sich damit in den nächsten Wochen und Monaten befassen. Vorteil: Zumindest laut Papierform reicht für Beschlüsse bereits eine einfache Mehrheit.

Ecclestone: "Die FIA sagt schon seit einiger Zeit, dass wir die Kosten senken müssen, um in unserem Sport Geld zu sparen", so der Brite. "Die 2,4-Liter-V8-Motoren wurden eingeführt, um Geld zu sparen, und wenn die FIA nicht etwas getan hätte, wäre nie etwas passiert. Ich denke, dass man die Hersteller manchmal ein bisschen vor ihnen selbst schützen muss. Allerdings sollten wir auch den technologischen Aspekt bewahren. Das ist eben etwas, was wir noch diskutieren müssen."