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McLaren-Mercedes will den Sieg beim Heimrennen

02. Mai 2006 - 12:52 Uhr

In der vergangenen Saison dauerte das Rennen für die "Silbernen" eine Runde zu lange - in diesem Jahr visiert man vor heimischem Publikum erneut den Sieg an

Kimi Räikkönen
Mclaren-Mercedes will beim Heimrennen endlich den ersten Saisonsieg einfahren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Grand Prix von Europa auf dem Nürburgring ist für McLaren-Mercedes das erste von zwei Heimrennen. Nach erfolgreichen Testfahrten in Silverstone will das britisch-deutsche Team vor den eigenen Fans endlich den ersten Saisonsieg feiern, nachdem man in Imola mit den mangelnden Überholmöglichkeiten haderte und mit der eigenen Leistung nicht zufrieden war.

Nachdem er in Imola in den letzten Runden des Rennens hinter Felipe Massa feststeckte, ohne den Brasilianer überholen zu können, freut sich Kimi Räikkönen auf den Nürburgring: "Nachdem es in Imola unmöglich war zu überholen, selbst wenn man schneller fuhr als der Vordermann, bietet der Nürburgring ein paar gute Überholmöglichkeiten, obwohl er nicht zu den breitesten Rennstrecken auf dem Formel-1-Kalender gehört. Überholen kann man in der Schikane, eingangs der breiten Rechtskurve nach Start und Ziel und auch in der Mercedes-Arena", zählt der Finne auf.

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Ausfall in der letzten Runde im vergangenen Jahr

"Der Nürburgring bietet ein paar gute Überholmöglichkeiten, obwohl er nicht zu den breitesten Rennstrecken gehört."
Kimi Räikkönen

"Auf dem Nürburgring können wir unsere Strategie für Qualifying und Rennen hoffentlich besser umsetzen und ein gutes Ergebnis erzielen", fährt der 26-Jährige fort. "Hier findet man einen guten Rhythmus, aber es gibt auch ein paar Bodenwellen, auf die man aufpassen muss. Wie in Imola fahren wir für eine gute Rundenzeit auch auf dem Nürburgring ziemlich aggressiv über die Kerbs."

Im vergangenen Jahr lag Räikkönen überlegen in Führung, bis ihm zu Beginn der letzten Runde der sicher geglaubte Sieg noch aus den Händen glitt: "Nachdem ich im letzten Jahr in der letzten Runde wegen eines durch einen Bremsplatten verursachten Aufhängungsschadens in Führung liegend ausgefallen bin, hoffe ich diesmal auf ein weniger dramatisches Rennen, auch wenn es hier meistens ziemlich eng und spannend zugeht."

Montoya will nach dem ersten Podestplatz den Sieg

"Der dritte Platz war ein ordentliches Ergebnis, aber klar ist, dass wir gewinnen müssen."
Juan-Pablo Montoya

Auch Juan-Pablo Montoya visiert nach seinem ersten Podestplatz der Saison in Imola, für den er anschließend viel Lob von seinem Team erntete, in der Eifel den ersten Saisonsieg an: "Der dritte Platz und die sechs WM-Punkte in Imola waren ein ordentliches Ergebnis, aber klar ist, dass wir gewinnen müssen. Dafür werden wir am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring kämpfen." Außerdem wolle man dem Publikum beim Heimrennen von Mercedes vor allem "eine gute Show bieten".

"Die Strecke bietet eine interessante Mischung aus Geraden und verschiedenen Kurventypen. Allerdings überwiegen die langsamen Kurven", beschreibt der Kolumbianer den Kurs. "Deshalb fahren wir hier mit mittlerem Abtrieb. Traktion und Grip sind auf dem Nürburgring wichtiger als auf Hochgeschwindigkeitsstrecken wie Montreal. Der Grip ist recht gut, aber die Autos neigen auf dem Nürburgring zum Untersteuern. Im Freien Training konzentrieren wir uns darauf, das abzustellen."

McLaren-Mercedes ist gut gerüstet

McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh rechnet in der Eifel mit einem aufregenden Grand Prix: "Die Rennen auf dem Nürburgring sind meistens recht spannend. Die bisherigen Grand Prix waren zwischen mehreren Teams hart umkämpft und so dürfte es am kommenden Wochenende weiter gehen."

Dabei sieht er sein Team jedoch gut gerüstet: "Wir haben unser Entwicklungsprogramm intensiv vorangetrieben, um unsere Leistungsstärke bis zum Grand Prix von Europa weiter zu steigern und dort um den Sieg zu kämpfen. Weder Chassis noch Motor oder Reifen werden auf dem Nürburgring besonders stark beansprucht. Wir arbeiten deshalb daran, unser gesamtes technisches Paket zu optimieren. Das Wetter ist in der Eifel schwer vorherzusagen, für den Ausgang des Rennens kann es mit entscheidend sein", erklärt der Brite.

Für Mercedes Motorsportchef Norbert Haug hat das Heimrennen für Mercedes eine ganz besondere Bedeutung, weshalb er sich über einen Erfolg besonders freuen würde: "Der Nürburgring ist die Geburtstätte des Silberpfeils, der bei der diesjährigen Auflage des Großen Preises seinen 72. Geburtstag feiert. Bei unserem ersten Heimrennen 2006 wird die Belastung für alle Teammitglieder, die außerhalb unserer Boxen arbeiten erfahrungsgemäß größer sein als zum Beispiel zuletzt in Imola, aber wir alle freuen uns auf diese Anstrengungen." Für eine optimale Vorbereitung habe man nach dem Grand Prix von San Marino viel getestet und insgesamt an drei Tagen 1689 Kilometer zurückgelegt.

Sieg wäre Belohnung für die harte das ganze Team

"Wir waren immer schnell am Ring und haben im vergangenen Jahr bis in die letzte Runde geführt."
Norbert Haug

"Die Streckenführung am Nürburgring ist eine gelungene Mischung aus sehr schnellen, mittelschnellen und langsamen Kurven. Die Runde startet mit einer recht dramatischen Haarnadelkurve unmittelbar vor der Mercedes-Tribüne, von wo aus es in die Mercedes-Arena geht, die besonders interessant ist, weil dieser kurvenreiche Streckenteil verschiedene Ideallinien zulässt", schwärmt der 53-Jährige von dem 2002 neu errichteten Streckenteil.

"Wir waren immer schnell am Ring und haben im vergangenen Jahr bis in die letzte Runde geführt, als Kimi's Radaufhängung nach einer zur Rennhälfte eingefangenen Bremsplatte den zerstörerischen Vibrationen erlag", erinnert sich Haug. "Das gleiche Ergebnis diesmal ins Ziel zu bringen, wäre die schönste Belohnung für alle im Team, die seit Testbeginn am 23. Januar unaufhörlich hart und konzentriert arbeiten."