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Jordan: "Viele Bewerber werden frustriert sein"

19. Mai 2006 - 14:41 Uhr

Der frühere Teambesitzer kritisiert das Vorgehen der FIA bei der Auswahl des Teams für den letzten freien Slot der Formel-1-WM 2008 - Kriterien sind nicht klar

Eddie Jordan
Eddie Jordan ist mit dem Vorgehen der FIA nicht einverstanden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vor einigen Wochen gab der Automobilweltverband FIA offiziell bekannt, dass Prodrive den letzten freien Slot für die Formel-1-WM 2008 erhält. Unter den insgesamt 22 Bewerbern war auch der frühere Teambesitzer Eddie Jordan. Der Brite ist zwar nicht enttäuscht, dass seine Bewerbung nicht zum Zuge kam, jedoch ist er mit dem Ablauf der Auswahl des zwölften Teams nicht einverstanden.

"Ich bin mir sicher, dass viele Bewerber enttäuscht sein werden, weil sie nicht erfahren haben, was die Auswahlkriterien waren", erklärt Jordan in seiner Kolumne in 'F1 Racing'. "Wenn sie nicht einmal die Kriterien wissen, wie sollen dann junge Teams wie Carlin jemals ihre Chance bekommen?" Zwar sprach FIA-Präsident Max Mosley davon, dass Prodrive das beste Paket habe, dennoch wurde laut Jordan nicht jedem einzelnen Bewerber klar mitgeteilt, warum die Einschreibung nicht berücksichtigt wurde und wo die jeweiligen Schwächen lagen.

Teams haben ohne Rückmeldung keine Chance

"Wenn sie nicht einmal die Kriterien wissen, wie sollen dann junge Teams wie Carlin jemals ihre Chance bekommen?"
Eddie Jordan

Ohne dieses Feedback durch den Automobilweltverband wäre es für die Teams jedoch auch nicht möglich, sich auf den betreffenden Gebieten zu verbessern, um möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Formel-1-Einstieg in Betracht zu ziehen, wie beispielsweise Trevor Carlin dies bereits angekündigt hat.

In der Vergangenheit hätten es Teams mit Formel-1-Ambitionen da wesentlich leichter gehabt, erinnert sich der Brite: "In der Vergangenheit ist man einfach aufgetaucht und hat sich in der Vorqualifikation versucht, wenn man ein Formel-1-Auto einsetzen wollte."

Kein Frust bei Jordan

"Ich wurde abgelehnt: Na schön, ich hatte meine Chance, und andere verdienen ihre."
Eddie Jordan

Enttäuscht über die Nicht-Berücksichtigung seiner eigenen Bewerbung sei er jedoch nicht: "Ich habe mich bei der Prozedur für 2008 beworben, weil ich der Meinung bin, dass wir mit kontrollierten Kosten und einem ausgeglichenerem Feld zu unserer Blütezeit zurückfinden könnten", erklärt Jordan. "Aber ich wurde abgelehnt: Na schön, ich hatte meine Chance, und andere verdienen ihre."

Er sei jedoch bereits davon überrascht gewesen, dass sich neben den derzeitigen elf Teams die stattliche Anzahl von weiteren elf Rennställen um den Startplatz bemühten: "Ich war überrascht, dass es 22 Bewerbungen für 2008 gab, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein neues Team in der derzeitigen Weltmeisterschaft Fünfter werden kann."