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Hamilton: "Das schüchtert mich nicht ein"

23. Mai 2006 - 10:48 Uhr

Lewis Hamilton klopft bereits lautstark in die Tür zur Formel 1 und ist überzeugt, dass er es schaffen wird, nur den genauen Weg kennt er nicht

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton ist auf dem besten Wege, den Formel-1-Einstieg zu schaffen
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Die Last auf den Schultern von Lewis Hamilton wiegt schon schwer, noch ehe der junge Brite überhaupt den Schritt in die Formel 1 vollzogen hat. Neben seinen unbestrittenen fahrerischen Qualitäten ist seine dunkle Hautfarbe immer wieder eine Notiz wert. Doch der 21-Jährige geht stur seinen Weg, mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen bahnt er sich weiter den Weg an die Spitze.

"Ich weiß wirklich nicht, was mich so gut macht", erklärte er dem 'Guardian'. "Ich glaube, wenn es eine Sache gibt, die ich wirklich gut kann, dann Rennen fahren." In den Ohren der Gegner in der GP2-Serie sind diese Worte fast eine Kampferklärung. Dort schlug Hamilton wie eine Bombe ein, stürmte schon als Neuling in der Serie ganz an die Spitze.

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Hamilton direkt zu McLaren-Mercedes?

Kein Wunder also, dass allerorten bereits über den nahenden Formel-1-Einstieg des Briten spekuliert wird. Hinzu kommt, dass er seit Jahren von McLaren gefördert wird. Und da Kimi Räikkönen die "Silberpfeile" verlassen könnte, taucht der Name Hamilton auch immer häufiger als möglicher Teamkollege von Fernando Alonso in der Saison 2007 auf.

"Wenn Kimi clever ist, dann bleibt er McLaren", so Hamilton. Doch ein Abgang des Finnen würde natürlich seine eigene Chancen erhöhen. "Wenn er das tut, sind meine Chancen natürlich besser. Aber man sollte sich Alonso ansehen. Er begann bei Minardi, ich erwarte, dass ich etwas Ähnliches machen werde." Doch noch ist nichts entschieden.

Die Möglichkeit, dass er als Formel-1-Neuling direkt zu einem Top-Team kommt, ist weiterhin gegeben, und Hamilton beunruhigt diese Vorstellung in keiner Weise. "Wenn ich an der Seite von Alonso unterkommen sollte, dann schüchtert mich das keineswegs ein", erklärte er. "Ich hatte nie einen Teamkollegen, der mich im Laufe der Saison geschlagen hat. Ich würde diese Herausforderung mögen."

Ein Wiedersehen mit Nico Rosberg

Das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten erscheint unerschütterlich, seine Hautfarbe hat daran sicher einen Anteil. "Ich war so fünf Jahre halt und wurde in der Schule tyrannisiert", erklärte er. "Es war eine schreckliche Zeit, aber ich erzählte meinem Vater, dass ich gern Karate lernen würde, damit ich mich selbst schützen kann. Das Tyrannisieren hörte auf, viel wichtiger aber war, dass ich ein richtiges Selbstvertrauen aufbaute."

Freundschaften aber blieben in seiner Jugendzeit Mangelware. Seine Mitschüler hatten keine Verbindungen zum Rennsport. Sie konnten nicht nachvollziehen, dass seine Wochenenden damit verplant waren. "Selbst gegen Ende, wenn ich Leuten in der Schule erzählt habe, dass ich eine Woche für ein Rennen nach Japan gehe, schauten sie mich ausdruckslos an."

Engere Bindungen hatte er dagegen mit seinen Rennkollegen, darunter auch Nico Rosberg, mit dem er in Italien Kartrennen fuhr. "Nico ist die wettbewerbsfähigste Person, die ich je getroffen habe", lobte er den heutigen Williams-Piloten. "Aber ich gewann die Europameisterschaft, er wurde Zweiter. Aber wir teilten ein Hotelzimmer und sprachen immer darüber, wie toll es wäre, in der Formel 1 gegeneinander anzutreten." Im kommenden Jahr könnte genau das passieren.