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Tambay: Strecke von Imola liegt Renault nicht

24. April 2006 - 17:34 Uhr

Der frühere Formel-1-Pilot glaubt, dass sich Ferrari zwar stark verbessert hat, der Sieg Schumachers jedoch auch von anderen Faktoren begünstigt wurde

Patrick Tambay
Patrick Tambay glaubt, dass Renault die Strecke von Imola nicht entgegenkommt
© GP2 Series

(Motorsport-Total.com) - Nachdem Renault in den ersten drei Rennen der Saison dominieren konnte, mussten sich die Franzosen in Imola zum ersten Mal in diesem Jahr geschlagen geben. Dagegen konnte Ferrari nach zuvor problembehafteten Auftritten ohne jegliche Siegchance ein starkes Rennen zeigen und triumphieren. Die Expertenwelt rätselt nun, ob die Italiener die in Imola gezeigte Performance auch im weiteren Saisonverlauf halten werden können, oder ob Renault schon auf dem Nürburgring das Zepter wieder in der Hand halten wird.

Laut Patrick Tambay, ehemaliger französischer Formel-1-Pilot, haben sich die "Roten" zwar deutlich gesteigert, jedoch sei Renault nach wie vor schneller. Der Sieg Schumachers sei freilich einerseits darauf zurückzuführen, dass Ferrari das Auto verbessert und Reifenpartner Bridgestone deutliche Fortschritte bei der Reifenmischung erzielt hätte, jedoch sei das 'Autodromo Enzo e Dino Ferrari' auch eine Strecke, die Renault nicht liege, analysierte Tambay das Rennen in einem Interview mit der französischen Zeitung 'L'Equipe'.

Hat Renault einen taktischen Fehler gemacht?

"Alonso war der Schnellste auf der Strecke, aber es wurde ein Fehler bei der Taktik gemacht."
Patrick Tambay

Der Kurs fordere vor allem den Motor und die Bremsen, und weniger die Straßenlage und die aerodynamische Effizienz, was Ferrari eher entgegenkomme als Renault. "Dennoch war Alonso der Schnellste auf der Strecke, aber es wurde ein Fehler bei der Taktik gemacht", geht Tambay wie viele andere Experten davon aus, dass der vorgezogene Boxenstopp von Alonso ein Fehler war. Schon in der Qualifikation sei Renault schwerer unterwegs gewesen als Ferrari. Deshalb geht der 56-Jährige davon aus, dass der Spanier länger auf der Strecke hätte bleiben können als Schumacher, um den Deutschen mit einigen schnellen Runden bei freier Fahrt durch den späteren Stopp überholen zu können.

"Aber Renault hat den Stopp früher als geplant gemacht, jedoch hat sich Ferrari perfekt angepasst, indem man Schumacher direkt danach auch reingeholt hat", erläutert Tambay seine Auffassung. Ferrari habe dafür in den vergangenen Rennen Fehler gemacht, wie bei der Wahl der Reifen in Australien. Daher habe man mit dem Sieg nun auch die Früchte harter Arbeit seit Melbourne geerntet. Darüber hinaus sei der Sieg sowohl für Schumacher und Ferrari, als auch für die gesamte Formel 1 wichtig gewesen, in Zeiten der Diskussionen über ein mögliches Karriereende des 37-jährigen siebenfachen Weltmeisters.

McLaren-Mercedes hat nach wie vor Rückstand

Viele Fachleute hatten für den Auftakt der "Europa-Saison" eigentlich prognostiziert, dass eher McLaren-Mercedes zu Renault aufschließen und um den Sieg kämpfen würde, doch die "Silberpfeile" fanden sich in Imola nach einem relativ schwachen Qualifying im Rennen nur auf den Positionen drei und fünf wieder: "Ferrari hat schneller Fortschritte gemacht als McLaren, aber McLaren hat sich auch verbessert", ist Tambay überzeugt.

"Vielleicht hat Räikkönen den Kopf schon wo anders, in einem roten Anzug."
Patrick Tambay

"Das ist eine Wiederholung von 2005. Es ist schwer, den Rückstand, den man sich zu Beginn einhandelt, wieder aufzuholen", erläutert der 56-Jährige weiter. Jedenfalls sieht der Franzose kein spezielles Problem mit dem MP4-21. Vielmehr sei dies eine Frage "der generellen Performance, der Balance zwischen der aerodynamischen, der mechanischen und der Leistung der Reifen. Renault ist besser, ganz einfach". Nach einer schwachen Leistung wurde Kimi Räikkönen nach dem Rennen auch von seinem Team sanft kritisiert. Tambay sieht den Finnen in einer schwierigen Situation: "Vielleicht hat er den Kopf schon wo anders, in einem roten Anzug", spekuliert der Franzose abschließend.

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