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Shorrock: "Setzen uns gegenseitig unter Druck"

07. April 2006 - 17:10 Uhr

Im Interview spricht der Projekteiter des Formel-1-Programms von Michelin über seine Eindrücke der bisherigen Saison und die Zusammenarbeit mit Renault

Nick Shorrock
Nick Shorrock ist mit dem Saisonauftakt für Michelin nach drei Siegen zufrieden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Nick, gemeinsam mit Renault F1 gewann Michelin die ersten drei Grands Prix der Saison 2006. Was sagen Sie dazu?"
Nick Shorrock: "Ich glaube, ich muss nicht extra betonen, dass ich darüber sehr glücklich bin. Die bisherigen Erfolge zeigen, dass Michelin und seine Partner sich sehr gut auf die neuen Regeln eingestellt haben. Zudem freut mich, dass Renault F1 unter den verschiedensten Bedingungen siegreich war. Nach den sommerlichen Bedingungen in Bahrain zeigte die Quecksilbersäule in Malaysia noch höhere Temperaturen an. In Australien hingegen war es verhältnismäßig kühl. Wir von Michelin waren bei allen drei Rennen in der Lage, die Erwartungen unserer Partnerteams zu erfüllen. Unsere harte Arbeit über den Winter zahlt sich jetzt aus. Aber selbstverständlich sehen wir nichts als selbstverständlich an."

Frage: "Dennoch freuen Sie sich über diese Art der Belohnung..."
Shorrock: "Natürlich. Die Ingenieure von Michelin haben in den Wintermonaten intensiv daran gearbeitet, unsere Reifen optimal dem neuen Regelwerk anzupassen. Die drei bisherigen Siege unterstreichen die Qualität dieser Arbeit. Wir haben immer gesagt, dass wir uns am Ende der Saison mit dem Weltmeistertitel aus der Formel 1 verabschieden möchten. Der beste Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist möglichst viele Siege einzufahren."

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Frage: "Worin liegt das Erfolgsgeheimnis von Michelin?"
Shorrock: "Ich denke, drei Bereiche spielen eine ganz wichtige Rolle: Entwicklung, Arbeit und die menschliche Komponente. Die Arbeit für uns bei Michelin beginnt damit, die fahrdynamischen Eigenschaften eines neuen Rennwagens zu verstehen, um unsere Produkte optimal darauf abstimmen zu können. Sobald wir die ersten Reifen produziert haben, beginnen wir systematisch und konsequent mit ihrer Weiterentwicklung."

"Dabei erweist es sich als großer Vorteil, dass wir verschiedene Partner haben. Dadurch können wir unsere die Effektivität der Evolutionen perfekt vergleichen und den einzelnen Teams anschließend jeweils maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Dieser Austausch von Informationen ist einer der Schlüssel zum Erfolg."

Frage: "Lässt sich damit die besondere Beziehung zwischen Michelin und Renault erklären?"
Shorrock: "Ja, ich glaube, dass die Qualität unseres gemeinsamen Dialogs die Basis für unseren Erfolg darstellt. Wir setzen uns gegenseitig im positivsten aller Sinne unter Druck. Pat Symonds, der Chefingenieur bei Renault F1, hält uns beispielsweise ganz schön auf Trab. Er arbeitet eng mit unseren Ingenieuren zusammen, um für jeden Grand Prix die optimale Reifenwahl zu treffen."

"Er macht sich auch gemeinsam mit uns Gedanken darüber, wie wir die Leistungsfähigkeit der Pneus in den einzelnen Rennphasen optimal nutzen können. Pat stellt die richtigen Fragen zur richtigen Zeit und verhindert so, dass wir uns unserer Sache jemals zu sicher sind. Die ersten drei Siege gehen unter anderem auch auf das blinde Verständnis und die professionelle Partnerschaft zwischen Renault F1 und Michelin zurück."