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Schumacher hat Aufholjagd eröffnet

24. April 2006 - 13:12 Uhr

Schumacher schöpft Zuversicht und bleibt auf dem Boden der Tatsachen, die Euphoriewelle in Italien hält er für ein wenig verfrüht

Michael Schumacher
Michael Schumacher wurde nach dem Imola-Sieg in Italien frenetisch gefeiert
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Ferrari-Land war noch außer Rand und Band, da träumte Michael Schumacher schon von einer weiteren Siegfahrt bei seinem ganz persönlichen Heimspiel. "Mit dem Erfolg von Imola im Rücken und mit unserer Motivation und Stärke freue ich mich schon sehr auf den Nürburgring", sagte der Rekord-Weltmeister mit Blick auf den Großen Preis von Europa am 7. Mai und eröffnete nach seiner Gala die Aufholjagd auf Weltmeister Fernando Alonso.

Ferrari-Boss Luca di Montezemolo schaute nach der Triumphfahrt seines teuersten Angestellten schon weiter in die Zukunft: "Für die Scuderia hat eine neue Ära begonnen", sagte der Italiener mit Tränen in den Augen und hofft jetzt auf eine baldige Vertragsverlängerung Schumachers: "Michael ist und bleibt der beste Formel-1-Pilot aller Zeiten. Er muss uns einfach die Treue halten."

Schumacher, der den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Alonso auf 15 Punkte verkürzte, ließ sich von der Euphorie nicht anstecken und beurteilte die Situation realistischer. "Trotz der schweren letzten Wochen war ich in meinen Augen nie raus aus dem WM-Rennen", stellte der siebenmalige Weltmeister mit Genugtuung fest.

Nach dem spektakulären Unfall-Aus vor drei Wochen in Melbourne hatte unter anderem der einstige Titelträger Jackie Stewart gesagt, Schumacher hätte den richtigen Zeitpunkt für einen Rücktritt längst verpasst. Eine Meinung, der sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug nicht anschließen will. "Es war nicht nachvollziehbar, dass man Michael abschreibt. Für mich war er nie weg. Ich kann nur den Hut vor Ferrari und Schumacher ziehen."

Auch die italienischen Zeitungen lobten "Professor Schumacher" ('Gazzetta dello Sport') in den höchsten Tönen. "Die Wiedergeburt von Michael und Ferrari. Schumi ist wieder der Alte. Es war eine tolle Schumacher-Show in einem perfekten Ferrari", titelte 'Corriere dello Sport', während die 'Gazzetta' jubelte: "Vorwärts! Ein Sprung in die Zukunft - Ferrari feiert dank Schumacher den Neubeginn. Von einem Schumacher kann man immer etwas Unmögliches erwarten."

Niki Lauda konnte die Lobeshymnen nach Schumachers insgesamt 85. Grand-Prix-Sieg verstehen. "Das war eine perfekte Vorstellung von Michael. So ein Rennen muss man erst einmal gewinnen", meinte der dreimalige Weltmeister aus Österreich. Schumacher genoss die Würdigungen sichtlich, bremste aber gleichzeitig die "rote" Welle, die am Sonntagabend in Imola überschwappte; da tanzte sogar eine Nonne mit Ferrari-Käppchen auf der Straße. "Wie gut wir wirklich sind, wird sich auf dem Nürburgring und danach beim Rennen in Barcelona zeigen", sagte Schumacher.

Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz rieb sich nach dem Schumacher-Comeback die Hände. Michael hat uns durch den Sieg in Imola eine perfekte Inszenierung beschert. Die Kartennachfrage wird noch einmal anziehen, wir liegen derzeit ungefähr zehn Prozent über dem Vorjahr", betonte Kafitz, der sich für das Erhören seines Stoßgebetes am Sonntagabend mit einem Gang in den Kölner Dom bedankte.

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