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Prodrive will eigenes Chassis bauen

29. April 2006 - 15:40 Uhr

Der Rennstall von David Richards will für die Saison 2008 sein eigenes Auto entwickeln - tritt das Team mit jungen britischen Nachwuchspiloten an?

David Richards
David Richards und sein Prodrive-Team bereiten sich sorgfältig auf 2008 vor
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Am gestrigen Freitag verkündete der Automobilweltverband FIA offiziell, dass Prodrive den letzten freien Slot für die Formel-1-WM 2008 bekommt. Die Firma von David Richards war schon im Vorfeld als Favorit auf den Startplatz gehandelt worden, wodurch das Team angesichts von weniger als zwei Jahren Vorbereitungszeit keineswegs in Panik verfällt.

Bereits seit etwa drei Monaten habe man innerhalb des Unternehmens ein Kernteam aufgestellt, das die ersten Vorbereitungen in Angriff genommen habe, erklärte Richards. Man werde sich nun noch regelmäßiger treffen, um das Vorgehen und die Position des Teams zu diskutieren. "Auf der technischen Seite steht David Lapworth der Gruppe voran, und er hat uns auch bei der Technischen Arbeitsgruppe repräsentiert", berichtete der Brite gegenüber 'autosport.com'.

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Prodrive baute schon erfolgreich Autos für andere Serien

Bereits im Februar war Lapworth aus dem Subaru-Rallye-Projekt von Prodrive abgezogen worden, um an einem damals nicht näher spezifizierten Projekt innerhalb des Unternehmens zu arbeiten. Seitdem wurde darüber spekuliert, dass der Brite in ein Formel-1-Projekt von Prodrive eingebunden sein könnte, was Richards damit bestätigte.

Indes hat das Team verkündet, dass man nicht plane, von den neuen Regeln für die Saison 2008, die den Kauf von Chassis' von anderen Teams erlauben, Gebrauch zu machen. Vielmehr wolle man ein komplett eigenes Auto entwickeln: "Was Prodrive immer mit Stolz erfüllt hat, wenn man sich das Subaru Rallye Team oder das Aston Martin Racing Team ansieht, ist, dass wir die kompletten Autos für diese Einsätze selbst designt und entwickelt haben", wird Ben Sayer, PR-Verantwortlicher des Unternehmens, von 'Crash.net' zitiert. "Wir möchten diese Philosophie auch gerne auf die Formel 1 anwenden, denn darin sind wir gut."

Motorenfrage weiterhin offen

"Wir sprechen mit diesen Leuten, aber wir haben noch keine feste Entscheidung getroffen."
Ben Sayer

Mit welchen Motoren das Team 2008 antreten wird, ist dagegen weiterhin unklar. Mit Cosworth und Hyundai existieren jedoch verschiedene Spekulationen. Dass man den Motor jedenfalls nicht selbst bauen wird, steht aber fest: "Natürlich ist der Motor eine wichtige Angelegenheit, denn die Entwicklung eines Formel-1-Motors ist ein extrem teures Unterfangen und benötigt eine Menge Zeit, daher werden wir uns logischerweise auf diesem Gebiet nach einem Partner umsehen."

Man werde daher in den nächsten Tagen und Wochen mit potenziellen Motorenlieferanten sprechen und ausloten, welche Optionen man diesbezüglich hat. Eine endgültige Entscheidung sei jedenfalls noch nicht gefallen: "Wir sprechen mit diesen Leuten, aber wir haben noch keine feste Entscheidung getroffen", erklärte Sayer.

Derweil hat sich Teamchef David Richards sogar bereits Gedanken über die Fahrerfrage gemacht: "Bei Subaru haben wir jungen britischen Fahrern die Möglichkeit gegeben, und haben damit zunächst Colin McRae und dann Richard Burns zum Rallye-WM-Titel geführt", wird der Brite vom 'Telegraph' zitiert. "Das ist auch eines meiner Ziele in der Formel 1."