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Key spricht über MF1 Racings verbesserten Windkanal

17. April 2006 - 13:39 Uhr

MF1 Racing will noch dieses Jahr den verbesserten Windkanal in Betrieb nehmen, in dem nun auch 50-Prozent-Modelle getestet werden können

James Key
James Key freut sich schon auf die Inbetriebnahme der verbesserten Anlage
© MF1 Racing

(Motorsport-Total.com) - Während von den Medien diverse Schauergeschichten über das vom Midland-Konzern geführte MF1-Racing-Team verbreitet werden, laufen ungeachtet dessen die Arbeiten hinter den Kulissen der Fabrik in Silverstone weiter. Ein großes Projekt steht nun unmittelbar vor dem Abschluss: der Ausbau des vorhandenen Windkanals.

Die in die Jahre gekommene Anlage, die seinerzeit von Eddie Jordan gebaut wurde, ist angesichts der Investitionen der Automobilhersteller, die größtenteils schon mit zwei Windkanälen arbeiten, überhaupt nicht mehr zeitgemäß. MF1 Racing stockt daher von 40- auf 50-Prozent-Modelle auf und erhöht auch die Geschwindigkeitskapazität, um wesentlich realistischere Testergebnisse als bisher erzielen zu können.

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Derzeitiger Windkanal ist nicht mehr zeitgemäß

Auch wenn es sich bei dem Umbau im Grunde genommen nur um einen Tropfen auf dem heißen Stein handelt, freut sich MF1 Racings Technischer Direktor James Key schon auf die Inbetriebnahme der modifizierten Anlage: "In den sieben oder acht Jahren, in denen ich hier bin, hat dieser Windkanal seinen Zweck erfüllt. Die Resultate auf der Strecke reflektieren die Testergebnisse zwar auch jetzt schon sehr gut, aber man kann mit einer besseren Anlage noch mehr herausholen", sagte er.

"Mit 40 Prozent ist der Maßstab etwas kleiner als der der Anlagen der anderen Teams. Also lassen wir den Maßstab auf 50 Prozent aufstocken - mit der Möglichkeit, später sogar noch weiter auszubauen. Eine Aufrüstung auf 50-Prozent-Modelle bringt viele Vorteile mit sich. Es geht nicht nur um die reine Größe des Modells, sondern man kann mit größeren Modellen auch andere Dinge ausprobieren als momentan mit 40 Prozent", so der Brite.

Doch das soll nicht der einzige Vorzug des verbesserten Windkanals bleiben: "Wir werden die Geschwindigkeit der Anlage ebenfalls signifikant erhöhen, so dass wir die Bedingungen auf der Rennstrecke wesentlich repräsentativer reproduzieren können. Jetzt testen wir normalerweise bei 40 Metern pro Sekunde, aber zukünftig werden wir über 60 Meter pro Sekunde hinausgehen können. Damit kommen wir viel näher an die Konkurrenz heran", gab Key zu Protokoll.

Für 2008 ist ein guter Windkanal besonders wichtig

Christijan Albers im MF1-Racing-Windkanal
Christijan Albers vor der Turbine des Windkanals von MF1 Racing in Silverstone
© MF1 Racing

"Außerdem", ergänzte er, "werden wir die Form besser an die Form des Autos anpassen. Hinsichtlich 2008 ist es besonders wichtig, die veränderte Form einzukalkulieren. Es gibt aber auch andere Faktoren, zum Beispiel die Funktionsweise des 'CDG'-Flügels, und wir wollen die Simulationen so nahe wie möglich an die Praxis heranführen. Auch die Einstellmöglichkeiten für Bodenhöhe und so weiter werden künftig besser sein."

"Wir haben einen Woche-für-Woche-Plan, wie wir an die Sache herangehen, und viele der Baufirmen sind schon bereit. Wir wissen, dass wir uns gerade in einer entscheidenden Phase der Saison befinden, daher müssen wir schnell handeln, um die Früchte schon nächstes Jahr und vor allem dann 2008 ernten zu können. Man muss nicht extra dazusagen, dass 2008 ein großes aerodynamisches Projekt ist", teilte der Brite mit.

Mietkanal soll Ausfall im Juli/August kompensieren

Die Arbeiten werden demnach schon jetzt beginnen, was die Weiterentwicklung des aktuellen Fahrzeugs naturgemäß beeinflussen könnte. Zwar bemüht man sich bei MF1 Racing, den bestehenden Windkanal so lange wie möglich nutzen zu können, aber ab einem gewissen Zeitpunkt werden die Umbaumaßnahmen einen kompletten Stillstand der Tests erforderlich machen. Ab dann muss das Team vorübergehend in eine Mietanlage ausweichen.

"Wir planen eine minimale Ausfallzeit, um den Windkanal später in diesem Jahr kommissionieren zu können. Solange wir den eigenen Windkanal nicht verwenden können, werden wir eine andere Anlage anmieten - wahrscheinlich für Juli und August. Ab September wollen wir dann wieder selbst in Betrieb gehen. Unsere Weiterentwicklung war in letzter Zeit gut. Wir waren 18 Stunden am Tag und sechs Tage die Woche im Windkanal. Nach dem Upgrade wollen wir auf 24 Stunden erhöhen", so Key.