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Briatore: "Wie ein Film, den ich das zweite Mal sehe"

05. April 2006 - 12:00 Uhr

Renault-Teamchef Flavio Briatore sieht deutliche Parallelen zwischen Alonso und Schumacher, mit denen er jeweils Weltmeister wurde

Fernando Alonso Flavio Briatore
Fernando Alonso und Flavio Briatore haben derzeit viel Grund zum Jubeln
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Flavio Bratores Renault-Mannschaft fährt in der Formel 1 derzeit Kreise um die Konkurrenz, in beiden WM-Wertungen liegt das französische Team deutlich an der Spitze. Nach seinem ersten Titel im vergangenen Jahr ist Fernando Alonso damit in einer guten Ausgangsposition, die Weltmeisterschaft zu verteidigen. Briatore gelang dieses Kunststück bereits in den Jahren 1994 und 1995 mit Michael Schumacher. Dabei sieht der Italiener deutliche Parallelen.

"Es ist wie ein Film, den ich das zweite Mal gesehen habe. Alles war so ähnlich", sagte Briatore in einem Interview mit der 'Sport Bild'. "Keiner hatte uns auf der Rechnung, beide Male gewannen wir den Titel mit einem jungen Piloten, der etwas ganz Spezielles ist." Doch nicht nur die Situation sei sehr ähnlich - auch die beiden Fahrer selbst könnten laut Briatore "Zwillingsbrüder" sein.

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"Außer dem immensen Talent sind beide unglaublich fähig, auf ein Ziel hinzuarbeiten, sich so zu fokussieren, dass sie alles andere ausblenden können und sich total dem Ziel hingeben, das sie erreichen wollen", beschreibt der 55-Jährige die Stärken von Alonso und Schumacher.

Alonso und Schumacher sind eine Klasse für sich

Auch für einige Experten, die immer wieder äußern, McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen sei ein noch besserer Fahrer, hat Briatore eine Antwort parat: "Fernando gewann die Weltmeisterschaft, weil er weniger Fehler machte, konstantere Leistungen brachte und am Ende das bessere Auto hatte. Genügt das als Antwort?", lässt der Italiener keinen Zweifel daran, dass Alonso im vergangenen Jahr verdient den Titel gewonnen hat.

"Fisichella ist ein Supertalent, ein toller Pilot."
Flavio Briatore

Als Teamkollege des Spaniers fährt seit 2005 Giancarlo Fisichella bei Renault, der jedoch die meiste Zeit deutlich im Schatten Alonsos stand. "Fisichella ist ein Supertalent, ein toller Pilot. Er kann zeitweise so schnell fahren wie Alonso, und das alleine ist schon verdammt gut", zeigt sich Briatore auch von den Fähigkeiten seines zweiten Fahrers überzeugt. Allerdings müsse beim 33-Jährigen alles passen, damit dieser die entsprechenden Leistungen abrufen könne. Bei Juan-Pablo Montoya sieht Briatore die Situation ähnlich.

Genau dieser Umstand unterscheide den Italiener und den Kolumbianer auch von Alonso oder Schumacher, wie der Renault-Teamchef analysiert: "Man muss ihnen die Dinge passend machen. Dann kann Fisichella Weltmeister werden. Ein Alonso und ein Schumacher aber, und das ist der Unterschied, die machen sich die Dinge passend."

Wird Kovalainen Nachfolger von Alonso?

Seit Ende des vergangenen Jahres ist bekannt, dass Alonso für 2007 einen Vertrag bei McLaren-Mercedes unterschrieben hat und Renault nach sechs Jahren den Rücken kehren wird. Zwar sei Briatore über die Bekanntgabe des Wechsels nicht erfreut gewesen, jedoch habe er an sich mit dem Weggang seines Stars kein Problem. Daher sei dies auch keine Schwächung für Renault, schließlich habe man 1995 eine ähnliche Situation erlebt, als bekannt wurde, dass Michael Schumacher zu Ferrari wechseln würde. Dennoch sei man damals Weltmeister geworden, erinnert sich Briatore.

"Es kann doch niemand ernsthaft ein Problem haben, dass man irgendwann mal getrennte Wege geht."
Flavio Briatore

Auch sei er deshalb keineswegs sauer auf Alonso: "Fernando war sechs Jahre mit uns zusammen. Da kann doch niemand ernsthaft ein Problem haben, dass man irgendwann mal getrennte Wege geht." Einen möglichen Nachfolger will der Renault-Teamchef erst in einiger Zeit bekannt geben, jedoch ist er sich sicher, erneut die richtige Entscheidung zu treffen. Schließlich habe er mit Schumacher und Alonso bereits bewiesen, dass er ein gutes Auge für talentierte Nachwuchspiloten hat.

Wer die besten Chancen auf das frei werdende Cockpit hat, kann derzeit nur vermutet werden, einen Namen jedoch bringt Briatore selbst ins Spiel: den derzeitigen Testfahrer des Teams, Heikki Kovalainen. "Er ist nicht nur gut, er ist ganz speziell", meint der Italiener vielsagend über das 24-jährige Talent.