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Bourdais: "Renault verfolgt eine eigene Politik"

10. April 2006 - 12:57 Uhr

Sébastien Bourdais akzeptiert, dass man bei Renault nicht an ihn denkt, hofft aber, dass ihm ein anderes Team eine Chance geben wird

Sebastien Bourdais
Bourdais: Ein guter Lebenslauf ist in der Formel 1 keine Anstellungsgarantie...
© Ford

(Motorsport-Total.com) - Sébastien Bourdais darf sich schon fragen, was er eigentlich noch beweisen muss, um endlich auch für ein Formel-1-Team interessant zu werden: Der Franzose sicherte sich 2002 den Formel-3000-Titel, war 2003 als Gesamtvierter bester Rookie der Champ-Car-Serie und gewann dort in den vergangenen beiden Jahren sogar den Titel.

Bis auf sporadische Testfahrten für Arrows und Renault machte er bisher aber noch keine Bekanntschaft mit der Königsklasse des Motorsports, was ihm durchaus ein Dorn im Auge ist.

Mit Renault-Teamchef Flavio Briatore und dem bis vor kurzem noch amtierenden Renault Sport-Präsident Patrick Faure hat er ohnehin schon seit langem gebrochen, weil er nicht verstehen kann, dass ausgerechnet Renault einem offensichtlich talentierten Franzosen keine zweite Chance geben will.

Das BMW Sauber F1 Team war nach eigener Aussage bisher der einzige Formel-1-Rennstall, der ernsthaftes Interesse am 27-Jährigen gezeigt hat, doch eine Verpflichtung scheiterte alleine schon an der Tatsache, dass die Bayern am Vertrag mit Jacques Villeneuve festhalten mussten: "Natürlich bin ich darüber enttäuscht, denn ich denke, dass ich auf ihrer Liste ganz oben war. Langsam muss den Leuten doch klar werden, dass ich mit den ChampCar-Titeln und anderen Erfolgen mein Talent bewiesen habe."

Bourdais hat den Traum von der Formel 1 mittlerweile beinahe aufgegeben, auch wenn er sicher ist, dass "man in der Formel 1 um meinen Wert weiß". Mehrfach habe er "angeklopft", doch erhielt er keine Antworten, weswegen der Franzose mittlerweise nicht weiß, was er noch alles tun soll, um endlich einmal eine Chance zu erhalten.

Von Renault erwartet sich Bourdais jedenfalls nichts mehr: "Ich weiß, dass ich da nicht hingehöre. Sie verfolgen ihre eigene Politik. Ich bin nicht Teil ihrer Strategie und das muss man akzeptieren. Ich bin nur etwas enttäuscht über die Tatsache, wie sie mich im Winter haben abblitzen lassen."

Derzeit genießt Bourdais seine Zeit in den USA und baut auf das Prinzip Hoffnung: "Ich habe einfach die Hoffnung, dass jemand an einem Punkt sagt: 'Dieser Kerl verdient eine Chance'. Aber es muss verdammt schnell passieren. Ich bin 27 und werde älter... Ich weiß, dass für mich der Türspalt kleiner wird."