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Toyota wegen Reifenumstellung in der Krise

12. März 2006 - 23:35 Uhr

Bridgestone ist konkurrenzfähig, aber Toyota hat ein Reifenproblem - Ralf Schumacher weiß, dass der TF106 nicht genug Temperatur in den Pneus aufbaut

Ralf Schumacher vor Jarno Trulli
Bei Toyota ist Feuer am Dach, weil die Reifen nicht auf Temperatur kommen
© Toyota

(Motorsport-Total.com) - Für Toyota könnte sich der Wechsel von Michelin zu Bridgestone zumindest in diesem Jahr als Schuss in den Ofen erweisen, denn das japanische Team mit Sitz in Köln schlitterte aufgrund der Reifen beim Saisonauftakt in Bahrain in ein fürchterliches Debakel: Ralf Schumacher und Jarno Trulli landeten überrundet auf den Plätzen 14 und 16.

Langsamer als die Autos des Automobilherstellers, der von allen Teams am meisten in die Formel 1 investiert, waren nur noch die Hinterbänkler MF1 Racing und Super Aguri - und auf die absolute Spitze fehlen momentan ungefähr zwei Sekunden. Dies hatte sich zwar bereits bei den Wintertestfahrten zum Teil abgezeichnet, doch dass Toyota in dieser gnadenlosen Härte geprügelt werden würde, kam dann doch für die meisten Experten überraschend.

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Rennen war für Toyota nur noch ein Test

"Jetzt müssen wir alles durchgehen und hoffen, dass wir die Ursachen finden."
Ralf Schumacher

"Das Rennen war sicherlich nicht ganz so, wie wir das erwartet haben, wobei nach dem gestrigen Qualifying schon klar war, dass es sehr schwierig werden könnte", seufzte Ralf Schumacher. "Wir haben deshalb das Rennen eher als Test betrachtet, haben intern zwei verschiedene Strategien angewendet, um zu versuchen, ob sich so noch etwas herausholen lässt, aber da sind wir auch nicht viel schlauer geworden. Jetzt müssen wir alles durchgehen und hoffen, dass wir die Ursachen finden."

Ganz überraschend kam die Schlappe für ihn nicht: "Unser Konzept hat schon im Winter relativ oft Schwierigkeiten gemacht, weil wir durch die kühlen Temperaturen die Reifen nicht voll nutzen konnten. Wir sind davon ausgegangen, dass das an den kühlen Temperaturen in Europa lag, weil wir wissen, dass unser Auto tendenziell sehr vorsichtig mit den Reifen umgeht. Leider hat sich das Problem mit wärmeren Temperaturen wie hier aber nicht von alleine erledigt", erklärte Schumacher.

Vereinfacht ausgedrückt: Der TF106 wurde von Technikchef Mike Gascoyne und dem Ex-Michelin-Ingenieur Pascal Vasselon, der die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Köln leitet, so konzipiert, dass er zwar wenig Reifen verschleißt, doch dadurch kommen die Pneus nicht ausreichend auf Temperatur. Der Wechsel zu Bridgestone macht es Toyota besonders schwer, Lösungen für dieses Problem zu finden, weil man nicht auf vergangene Vergleichswerte zurückgreifen kann.

Bridgestone ist nicht schuld an der Misere

"Ich glaube, dass heute beide Reifen dazu in der Lage waren, das Rennen zu gewinnen."
Ralf Schumacher

Auf Bridgestones Konkurrenzfähigkeit wollte Schumacher das Problem jedenfalls nicht abschieben: "Ich glaube, dass heute beide Reifen dazu in der Lage waren, das Rennen zu gewinnen, wie man gesehen hat. Wir müssen halt mit den Reifen zurechtkommen! Klar ist, dass es ein bisschen dauert, wenn man als Team den Reifenhersteller wechselt, weil man sich darauf erst einmal einstellen muss. Aber das ist ja unser Problem", nahm er die Japaner in Schutz.

Und was passiert nächste Woche in Malaysia, Ralf? "Ich denke, dass es auch in Malaysia sehr schwierig für uns wird, denn klarerweise können wir nicht in ein paar Tagen zaubern", entgegnete der 30-Jährige achselzuckend. "Die Temperaturen dort sind etwas höher und wir werden etwas andere Reifen haben - vielleicht kommt unser Auto damit etwas besser zurecht. Dann würde es gleich anders aussehen, aber davon ist nicht auszugehen."