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Theissen: "Ziehe den Hut vor der Mannschaft"

10. März 2006 - 13:22 Uhr

Mit der ersten Bestzeit des Jahres startete das BMW Sauber F1 Team in die erste Formel-1-Saison - Nick Heidfeld ist "heiß" und Jacques Villeneuve begeistert

Mario Theissen
Mario Theissen ist voll des Lobes über seine Mannschaft
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Die neue Formel-1-Zeitrechnung von BMW begann mit einer schönen Momentaufnahme. Im 1. Freien Training zum Großen Preis von Bahrain holte Testfahrer Robert Kubica aus Polen am Freitagmorgen für den Münchner Automobilhersteller die erste Bestzeit der neuen Saison.

Die Nummer eins zu werden, ist das langfristige Ziel von BMW-Sauber. Vor dem ersten Renneinsatz am Sonntag ist BMW Motorsport Direktor Mario Theissen mit dem Zwischenstand beim Aufbau des komplett eigenen Teams mehr als zufrieden.

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"Wir haben schon mehr geschafft als wir uns vorgenommen hatten. Ich ziehe den Hut vor dem, was die Mannschaft in den letzten acht Monaten geleistet hat", sagte Theissen dem 'Sport-Informations-Dienst' (sid). Der Baumeister des neuen Teams, der seit dem BMW-Einstieg beim Schweizer Sauber-Rennstall im Juni letzten Jahres viele Doppelschichten geschoben hat, kannte daher vor den ersten Runden eines reinen BMW Autos im einem offiziellen Formel-1-Training keine Nervosität oder Angst vor unliebsamen Überraschungen.

"Wir haben vom ersten Tag an gewusst, was wir machen wollen", sagte Theissen, der für den Samstag ein gewisses Kribbeln erwartet. "Dann haben wir ein neues Auto und ein neues Qualifikationsformat", meinte Theissen. In der Tageswertung vom Freitag gab es die Plätze 4, 14, und 25 für Kubica und die beiden Stammpiloten Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve.

BMW fehlen noch 200 Mitarbeiter auf die Top-Teams

Bis auf 315 Leute hat das BMW Sauber F1 Team die Belegschaft in München und der ehemaligen Sauber-Fabrik in Hinwil inzwischen aufgestockt. "Das sind immer noch 200 Leute weniger als bei den Top-Teams. Die große Herausforderung für uns ist, auch mit diesem Personal das gleiche Entwicklungstempo zu erreichen, wie die großen Teams", meinte der BMW Motorsport Direktor. Der Windkanal in Hinwil arbeitet seit Januar bereits im Zwei-Schicht-Betrieb, im September soll auf drei Schichten erweitert werden.

"Manche Maßnahmen greifen erst bis Ende 2007, die ersten Früchte aber erwarten wir natürlich schon in dieser Saison", sagte BMW Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel dem 'sid', setzte das Team aber nicht unter Druck: "Erfolg ist zu keinem exakten Datum planbar. Wir schaffen die besten Voraussetzungen, der Rest ist sportlicher Wettbewerb. Und es wäre vermessen, wenn wir behaupten würden, wir können alles besser als die anderen", meinte Göschel.

Heidfeld ist fix für 2007 - Villeneuve nicht

Erstes Ziel von allem im Team ist es, sich vom achten Platz, den Sauber 2005 erreicht hatte, nach vorne zu arbeiten. Die Chancen dafür schätzen auch Heidfeld und Villeneuve als gut ein. "Ich hatte schon beim ersten Roll-out unseres Autos ein gutes Gefühl", sagte Theissens Wunschkandidat Heidfeld, der gemeinsam mit BMW im vorigen Jahr noch beim alten Partner Williams war.

Der Dreijahresvertrag bei BMW gibt "Quick Nick" Sicherheit und zusätzliche Motivation: "Ich bin heiß auf die neue Saison, und die Vorfreude ist viel größer als in den letzten Jahren. Die Gewissheit, dass ich ein paar Jahre für BMW-Sauber fahren werde, verleiht mir ein anderes Gefühl", sagte Heidfeld: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam etwas aufbauen können und es dann hoffentlich auch bis an die Spitze schaffen."

Auch Ex-Weltmeister Villeneuve, der von Sauber übernommen wurde, fühlt sich wohl. "Das neue Auto macht vor allem in den schnellen Kurven Spaß. Es ist das schnellste Formel-1-Auto, das ich je gefahren bin und viel besser als der Sauber vom letzten Jahr", meinte der Champion von 1997, der sich mit guten Leistungen für ein weiteres Jahr bei den Weiß-Blauen empfehlen will.