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Stuck: "BMW hat alle Weichen gestellt"

07. März 2006 - 18:41 Uhr

'F1Total.com'-Experte Hans-Joachim Stuck glaubt, dass BMW alles richtig macht, findet aber, dass man sich in München nicht zu viel Druck auferlegen sollte

Hans-Joachim Stuck
Hans-Joachim Stuck traut BMW viel zu, aber noch nicht in der Saison 2006
© BMW

(Motorsport-Total.com) - Ex-Weltmeister Niki Lauda sieht das BMW Sauber F1 Team schon jetzt im vorderen Mittelfeld hinter den beiden Topfavoriten Renault und Honda, doch realistisch betrachtet darf man sich von der neu geformten Allianz im ersten Formel-1-Jahr noch nicht allzu viel erwarten. Immerhin scheint sich in Hinwil und München aber alles in die richtige Richtung zu bewegen.

"BMW hat alle Weichen für einen erfolgreichen Auftritt in der Formel 1 gestellt", lobt 'F1Total.com'-Experte Hans-Joachim Stuck den deutschen Automobilhersteller. Aber: "Man darf nicht vergessen, dass man eine riesige Aufgabe vor sich hat. Es werden noch 100 zusätzliche Personen eingestellt, von denen die meisten noch nicht da sind, man muss das System verstehen und Bayern und die Schweiz müssen verheiratet werden. Es gibt für diese Aufgabe einen Projektmanager, der auf dem besten Weg ist, dieses Ziel zu erreichen."


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BMW hat mehr Geld zur Verfügung als Sauber

"Es genügt nicht, den besten Windkanal zu haben, man muss ihn auch bedienen können."
Hans-Joachim Stuck

Im Vergleich zu Sauber-Zeiten besteht der große Bonus von BMW ja darin, dass man nun endlich die finanziellen Mittel hat, um die ohnehin schon erstklassigen Anlagen in Hinwil richtig nutzen zu können. So zählt zum Beispiel der Windkanal zu den modernsten, die es in der Formel 1 gibt. Das alleine reiche jedoch nicht: "Es muss auch der Windkanal verstanden werden. Es genügt nicht, den besten zu haben, man muss ihn auch bedienen können", so Stuck.

"Mit Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve hat man die richtigen Fahrer für den aktuellen Zeitpunkt", findet der ehemalige Grand-Prix-Pilot außerdem. "Man darf sich vor drei Jahren jedoch keine großen Erfolge versprechen, darf sich nicht unter Druck setzen lassen. Alles andere wäre Augenwischerei. Es wäre unrealistisch, zu sagen, dass man in diesem Jahr um Siege fahren kann."

Die offizielle Vorgabe des Vorstands für das erste Jahr lautet, den achten Platz in der Konstrukteurs-WM zu verbessern, was als Minimalziel verstanden werden muss. Die beiden Fahrer träumen insgeheim auch vom einen oder anderen Podestplatz, wissen jedoch, dass dies aus eigener Kraft wohl kaum möglich sein wird. Ungeachtet dieser bescheidenen Herangehensweise erwarten speziell die Medien natürlich trotzdem viel von einem Großkonzern wie BMW.

Formel 1 ist ein sehr schnelllebiges Geschäft

"Man hat sich bei BMW der Aufgabe gestellt, in absehbarer Zeit Formel-1-Weltmeister zu werden."
Hans-Joachim Stuck

"Der Entwicklungsdruck ist ohne Frage vorhanden. In der Formel 1 ist die Zeit, die man für die Entwicklung benötigt, eigentlich nicht gegeben. Man hat sich bei BMW der Aufgabe gestellt, in absehbarer Zeit Formel-1-Weltmeister zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss von BMW einfach alles bewegt werden, was menschenmöglich ist", weiß Stuck, der obendrein Mario Theissen für genau den richtigen Mann hält, um das Projekt nach vorne zu bringen.

Alles bewegen, was menschenmöglich ist, heißt, "den Windkanal in Zukunft 24 Stunden am Tag in drei Schichten zu betreiben, aber das muss erst einmal so eingerichtet werden. Es macht sicherlich auch Sinn, so viel wie möglich zu testen. Motorenseitig hat man hier schon Erfolge erzielt, denn der Motor läuft gut und da ist auch nicht viel kaputt gegangen", analysiert der 'F1Total.com'-Experte abschließend.