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Michelins "Indian Summer" im Albert Park

27. März 2006 - 13:42 Uhr

Reifenhersteller Michelin möchte in Australien den dritten Saisonsieg feiern - Anforderungen an die Pneus ganz anders als in Bahrain und Malaysia

Michelin-Reifen
Michelin hat in diesem Jahr noch immer eine blütenweiße Siegesweste
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der dritte Saisonlauf führt die Formel 1 in die dritte unterschiedliche Klimazone. Nach trockener Hitze in Bahrain und feucht-heißer Luft in Malaysia werden beim Grand Prix von Australien in Melbourne nicht gar so hohe Temperaturen herrschen. Abkühlung verspricht das Rennen im Albert Park aber nur in Sachen Witterung - der Wettbewerb in der Formel 1 ist mit mindestens vier siegfähigen Teams heißer denn je. Michelin geht als Partner von Renault als Spitzenreiter der Fahrer- und Konstrukteurswertung ins Rennen. Auch die weiteren Partnerteams McLaren-Mercedes, Honda, das BMW Sauber F1 Team, Red Bull Racing und die Scuderia Toro Rosso haben sich viel vorgenommen. Sie wissen: Melbourne und Michelin - das passte schon oft.

"Indian Summer" im Albert Park: Erstmals, seit die Formel 1 in Melbourne gastiert, ist in "Down Under" ein eher herbstliches Ambiente mit niedrigeren Temperaturen zu erwarten. Grund ist die Verschiebung des traditionellen Grand-Prix-Termins von Anfang März auf den 2. April wegen der zuvor im Bundesstaat Victoria stattfindenden Commonwealth Games.

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Der 'Albert Park Circuit' unterscheidet sich aber nicht nur durch die dezentere Witterung von den beiden Auftaktstrecken in Bahrain und Malaysia, sondern auch durch seine Stop-and-Go-Charakteristik. Der gewundene Stadtkurs zeichnet sich durch viele langsame und mittelschnelle Kurven aus, besitzt aber auch zwei Hochgeschwindigkeitsabschnitte. Das häufige heftige Herunterbremsen beansprucht die Bremsen der Boliden extrem. Die häufigen "Traction Events", also das Herausbeschleunigen aus niedrigen Geschwindigkeiten, erfordern eigentlich eine weiche Fahrzeugabstimmung.

"Zu steif darf das Setup also nicht ausfallen, sonst riskieren wir blockierende Räder beim Bremsen."
Bob Bell

Bob Bell, der Technische Direktor von Renault, erklärt jedoch: "Bei der Abstimmung setzen wir auf ein mittleres Abtriebsniveau und ziemlich steife Federraten, damit die Autos bei den schnellen Richtungswechseln in den Schikanen gut und präzise einlenken. Allerdings sind die Bremszonen in Melbourne oft recht bucklig. Zu steif darf das Setup also nicht ausfallen, denn sonst riskieren wir blockierende Räder beim Bremsen."

Das bereits in Bahrain und Malaysia als echter Thriller begrüßte Qualifying dürfte in Melbourne mindestens ebenso spannend werden. Die Strecke durch den Freizeitpark gilt im Gegensatz zu den beiden ersten Austragungsorten des Jahres nicht als besonders überholfreundlich. Auf der Jagd nach Rundenzeiten könnte der Verkehr die eine oder andere Strategie über den Haufen werfen...