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MF1 Racing und Super Aguri F1: Dabei sein ist alles!

06. März 2006 - 17:40 Uhr

Das Super Aguri F1 Team und MF1 Racing werden dem Feld in diesem Jahr hinterher fahren - dennoch sind beide Teams wichtig für die Formel 1

Takuma Sato
Sato im uralten Arrows A23-Chassis mit neuem Aerodynamik-Paket
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In diesem Jahr gibt es einige neue Teams, aber nur ein Rennstall ist wirklich neu: Das Super Aguri F1 Team. Während das Honda Racing F1 Team, das BMW Sauber F1 Team, die Scuderia Toro Rosso und MF1 Racing "nur" durch eine Übernahme von Anteilen oder eine Umbenennung zu "neuen" Teams wurden, ist der japanische Rennstall ein wirklich neues Team, schließlich steigt es als elfter Rennstall in die Formel 1 neu ein.

Bäume wird der Rennstall von Ex-Formel-1-Pilot Aguri Suzuki nicht ausreißen können. Man startet mit einem modifizierten Arrows-Chassis aus dem Jahre 2002 in die Saison und das ursprünglich für den Europa-Auftakt geplante Debüt des neuen Autos SA06 wird sich verzögern. Zudem hat man mit Yuji Ide einen 31-jährigen (!) Formel-1-Neuling nebst Takuma Sato im Auto sitzen, der zwar über Formel-1-Erfahrung verfügt, aber nicht gerade zu den Top-Leuten der Brachen gezählt werden kann.

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Nach nur vier Testtagen kann niemand erwarten, dass beide Autos bei den ersten Saisonrennen die Ziellinie sehen werden - dies wäre schlichtweg ein Wunder. Das einzige Konkurrenzfähige am übergewichtigen Chassis, dem quasi über Nacht schnell ein reglementkonformes Aerodynamikpaket verpasst wurde, ist der Honda V8-Motor im Heck. Ob dieser aber die ersten Hitzerennen überstehen wird, muss abgewartet werden, denn das Team probierte die neue Aerodynamik lediglich in Silverstone bei eisigen Temperaturen aus.

M16 - klangvoller Name ohne Knalleffekt

Gleiches gilt für das MF1 Racing Team. Mit Christijan Albers und Tiago Monteiro hat man zwar Fahrer, die in die Punkte fahren können, aber dazu wird der M16 unter normalen Umständen nicht ausreichend gut sein, da hilft auch der konkurrenzfähige V8-Motor von Toyota im Heck nichts. Mit dem M16 hat der russische Rennstall elf Testtage und in der Summe immerhin rund 3.900 Testkilometer abgespult.

"Wir brauchen wie in jedem Sport nicht nur Klasse sondern auch Masse."
Hans-Joachim Stuck

"Es ist gut, dass Midland in der Formel 1 mitmischt. Wir brauchen wie in jedem Sport nicht nur Klasse sondern auch Masse", so 'F1Total.com'-Experte Hans-Joachim Stuck. "Midland wird aber mit Suzuki am Ende des Feldes das Rennen unter sich ausmachen. Es muss aber immer ein Schlusslicht geben, es muss genauso einen 20. wie einen Ersten geben."

Vor allem für junge Fahrer sind die "Hinterbänkler-Teams" weiterhin Gold wert. MF1 Racing hat mit Giorgio Mondini, Adrian Sutil und Markus Winkelhock gleich drei junge Piloten unter Vertrag genommen, die freitags vor Ort auf den Rennstrecken zeigen können, was in ihnen steckt und hoffen dürfen, dass sie den Aufstieg zu einem besseren Team schaffen werden.

Markus Winkelhock
Markus Winkelhock ist einer der Fahrer, der sich am Steuer des M16 beweisen will
© xpb.cc

"Für einen Rennfahrer ist der Platz als Testfahrer das Sprungbrett in die Formel 1", so Stuck. "Das beste Beispiel ist Alonso, der wie viele andere Fahrer bei Minardi angefangen hat. Wenn du nicht vor Ort bist und nicht durch gute Leistungen auf dich aufmerksam machen kannst, dann kommst du nicht nach oben."

"Wenn man wie Nico Rosberg den GP2-Titel gewinnt und dann zu Williams kommt, kann man natürlich vom Idealfall sprechen. Das kann aber nicht jedem gelingen, also müssen es die anderen Fahrer als Testfahrer probieren. Es ist natürlich ein ganz, ganz wichtiger Faktor, wenn das Team am Freitag ein drittes Auto einsetzen kann."

"Wenn man einen Fahrer hat, der für ein Top-Team am Freitag fahren kann, hat man einen Rohdiamanten. Vergangenes Jahr war Zonta bei Toyota oder Davidson bei BAR-Honda schnell, die Namen hat man dadurch im Hinterkopf. Diese Chance muss man als Fahrer am Schopf ergreifen, egal wie das Team heißt."

Doch bei aller Euphorie über die neuen Rennställe - die Formel 1 ist ein hartes Business, in dem es für Idealismus keinen Blumentopf zu gewinnen gibt. Das Super Aguri F1 Team wird eine harte erste Saison vor sich haben, in der man froh sein kann, wenn man den anderen Teams im Qualifying nicht im Weg steht und im Rennen die Anzahl der Überrundungen an einer Hand abgezählt werden können.

MF1 Racing besitzt zumindest ein aktuelles Auto, doch das Budget der Russen und damit das Potenzial ist mit jenen Teams, die von Automobilherstellern unterstützt werden, nicht zu vergleichen. Somit ist auch für den ersten russischen Rennstall der Formel 1 die Chance auf WM-Punkte extrem gering.