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Für Webber gibt es keine Entschuldigungen mehr

28. März 2006 - 09:50 Uhr

Mark Webber will bei seinem Heimrennen endlich auf das Podium fahren, spürt dieses Jahr aber weniger Druck - Temperaturen bereiten ihm Kopfschmerzen

Mark Webber
Webber freut sich auf sein Heimrennen am kommenden Wochenende
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - 2002 stieg Mark Webber mit einem sensationellen fünften Platz im Melbourner Albert Park in die Formel 1 ein, woraufhin er und sein damaliger Minardi-Teamchef Paul Stoddart ausnahmsweise auf dem Podium frenetisch gefeiert wurden. Auf dieses Resultat folgten in der Heimat jedoch zwei Ausfälle und vergangenes Jahr schließlich ein weiterer fünfter Platz.

Am kommenden Wochenende will Webber endlich aus eigener Kraft auf das Siegertreppchen steigen, was angesichts der bisherigen Williams-Vorstellungen in Bahrain und Malaysia nicht unmöglich erscheint: "Wir haben ja eine Ahnung von der Formkurve der ersten beiden Rennen, daher sind viele Fragen schon beantwortet. Ich denke, dass wir mit soliden Chancen nach Melbourne kommen", zeigte sich der 29-Jährige optimistisch.

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Webber steht dieses Jahr weniger unter Druck als sonst

"Der Druck ist dieses Jahr vielleicht nicht so extrem wie sonst, weil es nicht das erste Rennen ist, aber wenn ich den Helm aufsetze, könnte ich sowieso überall fahren. Es ist eben auch nur ein weiteres Rennen, bei dem man seinen Job machen muss - und das bestmögliche Resultat einfahren sollte. Wir werden bekommen, was wir verdienen - nicht mehr und nicht weniger", gab Webber gestern bei einem Pressetermin zu Protokoll.

Von konkreten Prognosen nahm er bewusst Abstand, denn man müsse erst bis Freitag abwarten, um einschätzen zu können, wie gut der FW28 im Albert Park funktionieren wird. Und: "Wir stellen uns einigen starken Mitbewerbern. Außerdem müssen wir die Zuverlässigkeitsprobleme vom letzten Rennen erst einmal hinter uns lassen", sprach er die frühen Ausfälle von ihm selbst und Nico Rosberg in Malaysia an.

Webber ist kein Freund von Ausreden

"Ich hoffe, dass ich den Fans diesmal einen Grund liefern kann, um tief in die Nacht hinein zu feiern. Andererseits kommt man in diesem Geschäft durch Träume keinen Schritt weiter, sondern man muss schon selbst rausgehen und einen Fuß vor den anderen setzen", so Webber, der nichts davon hält, im Nachhinein mit faulen Ausreden daherzukommen: "Niemand interessiert sich für eine Einkaufsliste an Entschuldigungen. Man muss es einfach hinbekommen."

Paul Stoddart und Mark Webber
2002 stieg Mark Webber (rechts) mit einem Paukenschlag in die Formel 1 ein
© Minardi

"Unser Start in die Saison war ziemlich gut, aber wir hatten in Malaysia Pech, waren nicht zuverlässig genug und konnten daher den Job nicht zu Ende erledigen. Man konnte jedoch sehen, dass die Leistung des Autos sehr gut war", erklärte er. Fraglich sei freilich, ob dies auch in Melbourne so sein wird, schließlich dürften die Temperaturen am kommenden Wochenende wesentlich niedriger ausfallen als bei den bisherigen Grands Prix.

Unabhängig vom Wetter schätzt der Australier Renault "sehr stark" ein, "aber zwischen den anderen Teams dahinter ist es sehr ausgeglichen. Da gibt es viel zu holen", sagte er. Sprich: Im Normalfall sollten die Positionen eins und zwei bereits vergeben sein, aber der dritte Platz auf dem Podium könnte für Webber erreichbar sein. Zumindest ist der Williams-Pilot zuversichtlich, mit Honda, Ferrari und Co. mitmischen zu können.

Williams hat ein ähnliches Problem wie Toyota

Ein Problem stellen allerdings noch die Bridgestone-Reifen dar, die der FW28 nicht stark genug strapaziert, was zwar in Bahrain und Malaysia kein Problem war, in Australien aber zu einem werden könnte. Webber weiß, dass Williams diesbezüglich durchaus ein Toyota-Schicksal blühen könnte: "Wir müssen die Reifen von Rennen zu Rennen, von Wetter zu Wetter verstehen. Außerdem waren die Wintertests schwieriger für uns als die Rennen", teilte er mit.

Und weiter: "Der größte Faktor ist, dass Alex Wurz am Freitag Long-Runs für uns fahren kann. In Bahrain und Malaysia bekamen wir nützliche Informationen, aber dort war es auch heiß. Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns, um das Auto auch bei anderen Bedingungen zu verstehen, aber wir haben uns bisher selbst überrascht und hoffen, dass wir das wieder schaffen können", gab Webber abschließend zu Protokoll.