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Barrichello wechselte nicht aus Frust zu Honda

22. März 2006 - 11:56 Uhr

Der Brasilianer nennt dagegen andere Gründe, warum er Ferrari verlassen hat - nach schwachem Saisonstart will er nun mit Honda angreifen

Rubens Barrichello
Rubens Barrichello will mit Honda endlich Weltmeister werden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vor der Saison 2006 gab es in der Formel 1 unter den besten Teams nur bei Ferrari einen Fahrerwechsel. Rubens Barrichello, seit dem Jahr 2000 Teamkollege von Michael Schumacher bei den Roten, verließ den italienischen Rennstall in Richtung Honda - mit dem Ziel, mit den Japanern endlich Weltmeister zu werden. Dennoch wurde über die Motive seines Wechsels viel spekuliert.

Oftmals wurde vor allem als Grund angeführt, dass Barrichello von seinem ewigen Status als Nummer zwei hinter Schumacher frustriert gewesen sei. Doch der Brasilianer dementiert solche Aussagen: "Wenn die Leute denken, ich sei zu Honda gegangen, weil ich von Ferrari die Nase voll hatte, dann stimmt das nicht", sagte der 33-Jährige in einem Interview mit der Zeitschrift 'TV Movie'.

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Ziel Weltmeistertitel

Vielmehr sei er zu Honda gewechselt, "weil ich mit diesem Team den Titel holen will und kann", erklärte Barrichello, der zuvor schon für die Teams Jordan und Stewart in der Formel 1 unterwegs gewesen war, weiter. Mit Ferrari konnte er zwar seine größten Erfolge feiern, wie in den Jahren 2002 und 2004 den zweiten Platz in der Fahrer-WM und insgesamt neun Siege, jedoch stand er dabei immer im Schatten Schumachers.

Der Deutsche war bei Ferrari schon vor der Verpflichtung Barrichellos die klare Nummer eins. Die Autos wurden jeweils auf Schumacher maßgeschneidert, auch die Weiterentwicklung richtete sich meist nach den Wünschen des inzwischen siebenfachen Weltmeisters. So konnte Barrichello meist maximal mit Schumacher mithalten, ihn jedoch nie ernsthaft gefährden.

Gutes Verhältnis zu Michael Schumacher

"Ich würde ihn als Freund bezeichnen, auch wenn wir nicht gerade täglich miteinander telefonieren."
Rubens Barrichello

An den letzten fünf der sieben Titel Schumachers hat Barrichello jedoch seinen Anteil, fügte er sich doch in der ganzen Zeit brav in seine Rolle des Wasserträgers, auch wenn er es stets vermied, von einem Status als Nummer zwei zu sprechen, sondern seinen Rang stattdessen als "1B" bezeichnete. Sein Verhältnis zu Michael Schumacher sei nach wie vor gut, wie Barrichello betont: "Ich würde ihn als Freund bezeichnen, auch wenn wir nicht gerade täglich miteinander telefonieren", meinte der 33-Jährige.

Jedoch gebe ihm Honda nun endlich die Chance, das gleiche Material wie Teamkollege Jenson Button zu erhalten. Damit habe er auch eine realistische Chance, die Nummer eins bei Honda zu werden, wenn er sich in der entsprechenden Position in der Weltmeisterschaft befindet: "Wenn einer von uns die größere Chance hat, Weltmeister zu werden, dann wird sich das Team sicher etwas mehr nach seinen Wünschen richten", ist er sich aber auch bewusst, dass dies auch sein Teamkollege sein könnte.

Volle Motivation trotz schwachem Saisonstart

"Mit diesem schlechten Ergebnis habe ich nicht gerechnet."
Rubens Barrichello

Dieser erwischte indes auch einen wesentlich erfolgreicheren Saisonstart, belegte die Plätze vier und drei. Barrichello dagegen kam in Bahrain wegen diverser technischer Probleme nicht über Rang 15 hinaus, und auch in Malaysia reichte es nur für den zehnten Platz: "Ich bin tief enttäuscht. Mit diesem schlechten Ergebnis habe ich nicht gerechnet", gestand er ein. Deshalb wolle er jetzt erst recht angreifen. Zumindest den Sieg in seiner brasilianischen Heimat erwarte er dieses Jahr von sich, erklärte Barrichello abschließend.