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Montoya kommt nun auch mit Dennis besser klar

03. Dezember 2005 - 15:09 Uhr

Juan-Pablo Montoya versteht sich mit seinem Teamchef Ron Dennis inzwischen besser, auch wenn ihre Charaktere eher gegensätzlich sind

Kimi Räikkönen und Juan-Pablo Montoya
2006 will Juan-Pablo Montoya öfter als bisher gemeinsam mit Räikkönen jubeln
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ron Dennis mag zwar einer der erfolgreichsten Teamchefs der Formel 1 sein, gleichzeitig gilt der Brite aber auch als eher schwieriger Charakter. Dass sein Zusammentreffen mit dem unbeschwerten Juan-Pablo Montoya früher oder später für Krach sorgen könnte, war den meisten Experten schon im Vorfeld klar - und umso überraschender ist, wie gut die beiden 2005 miteinander ausgekommen sind.

Zwar gab es nach Montoyas Disqualifikation in Montréal, wo er trotz roter Ampel aus der Boxengasse fuhr, eine kleine Auseinandersetzung zwischen dem heißblütigen Kolumbianer und dem kühlen und berechnenden Briten, doch richtig explodiert ist das Pulverfass nie. Im Gegenteil: Während Dennis seinen eigentlichen Lieblingsschützling Kimi Räikkönen nach dessen Alkoholeskapaden sogar schriftlich abmahnen musste, ersparte ihm sein zweiter Fahrer derartigen Ärger.

Der flamboyante Latino und der perfektionistische Brite...

"Ich denke, dass mein Verhältnis zu Ron viel besser geworden ist", erklärte Montoya gegenüber 'Autosport', "und das ist auch sehr wichtig. Ron ist ein merkwürdiger Kerl - nicht auf schlechte Art und Weise, aber er strebt immer nach Perfektion in jedem Bereich. Ich hingegen bin ein Latino, also quasi genau das Gegenteil! Ich finde das aber ganz gut, weil ich denke, dass wir uns in vielen Bereichen ergänzen können."

Der 30-Jährige musste allerdings zugeben, dass er sich speziell zu Beginn nicht allzu gut mit Dennis verstanden hat, "weil ich Frank (Williams; Anm. d. Red.) - den guten, alten Frank - gewöhnt war. Ron ist ganz anders als er: Er will alles kontrollieren und alles wissen, aber das ist manchmal ganz schön schwierig. Er will natürlich immer helfen, aber wenn man ihn nicht kennt, richtet es mehr Schaden als Gutes an", gab der McLaren-Mercedes-Pilot zu.

Montoya war natürlich verwöhnt, was sein Standing beim Team angeht, schließlich galt er bisher stets als interne Nummer eins. Bei den "Silberpfeilen" musste er sich nach seiner Schulterverletzung im Frühjahr jedoch damit abfinden, die zweite Geige hinter Räikkönen zu spielen, und damit kam er nur bedingt klar. Immerhin passte er den MP4-20 aber für die letzten Rennen besser an seinen Fahrstil an, sodass er an den Kräfteverhältnissen wenigstens rütteln konnte.

Montoyas Fahrstil passte nicht zum MP4-20

"Zu einem Team zu stoßen, für das der andere Pilot schon seit ein paar Jahren fährt, macht mir nichts aus", sagte er. "Wenn ein Auto einfach zu fahren ist und zu meinem Stil passt, kann ich damit leben. Wir haben dieses Jahr aber gleich drei verschiedene Geometrien der Vorderradaufhängung ausprobiert, um das Auto an meinen Fahrstil anzupassen, und gleichzeitig wurden auch so Modifikationen gemacht, durch die wir immer schneller wurden."

Bitter war für ihn dann nur, als er endgültig aus dem WM-Rennen schied, "weil ich in jener Phase der Saison sehr schnell gewesen wäre", seufzte Montoya. "Ich hätte Kimi besiegen können, aber wenn man schon am Start weiß, dass man das Team unterstützen sollte, ist das kein grandioses Gefühl. Ich habe das nicht für Kimi getan, sondern für Ron. Irgendwann kommt es vielleicht auch mal zurück, dass dann Kimi für mich da sein muss."

In Belgien wäre sogar ein Sieg möglich gewesen

"In Spa hätte ich eigentlich das Rennen gewonnen, aber ich ließ Kimi durch die Strategie vorbei."
Juan-Pablo Montoya

"In Spa stand ich zum Beispiel auf Pole Position. Dort hätte ich eigentlich das Rennen gewonnen, aber ich ließ Kimi durch die Strategie vorbei. Ich wollte Kimi gewinnen lassen, weil es das Beste für das Team war", so der Kolumbianer, der auch mit Position zwei zufrieden gewesen wäre. Aber: "Dann ist Pizzonia aus den Boxen gefahren und mir gleich danach ins Heck gekracht. Dadurch war auch mein Qualifying in Brasilien hinüber."

2006 stellt für Montoya, der an seinen guten Tagen bekanntermaßen kaum zu schlagen ist und als großes Naturtalent gilt, jedenfalls einen Neuanfang bei McLaren-Mercedes dar. Sollte es ihm gelingen, von Beginn an besser in die neue Saison zu finden, so könnte er durchaus ein Wörtchen um den WM-Titel mitreden. Die Frage ist freilich, ob der MP4-21 besser zu seinem Fahrstil passen wird als das Modell des zurückliegenden Formel-1-Jahres.

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