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MF1 Racing sieht Scuderia Toro Rosso im V10-Vorteil

09. Dezember 2005 - 14:38 Uhr

Im Kampf um die hinteren Plätze macht sich MF1 Racing Sorgen, dass die Scuderia Toro Rosso 2006 einen unfairen Vorteil haben könnte

MF1 Racing
Hat MF1 Racing gegenüber der Scuderia Toro Rosso einen Motorennachteil?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Diskussionen um den Einsatz von "kastrierten" V10-Motoren durch die Scuderia Toro Rosso wollen nicht verstummen. Die Ausnahmegenehmigung, die einst als Zugeständnis an das chronisch unterfinanzierende und hinterherfahrende Minardi-Team gedacht war, bereitet nun den anderen Formel-1-Teams Sorgen, nachdem der Rennstall von Red Bull aufgekauft wurde und damit über ein konkurrenzfähigeres Budget verfügt.

Vor allem bei MF1 Racing werden die Augenbrauen nach oben gezogen, denn eigentlich hat man nicht vor, am Ende der Saison den letzten Platz zu belegen, doch realistisch gesehen kann man nur die Scuderia Toro Rosso hinter sich lassen - solange diese keinen Vorteil auf dem Motorsektor hat, wie man dies befürchtet.

Derzeit testen die Russen in Jerez parallel mit zwei Autos, wobei eines mit einem V10-Motor, das andere mit einem V8-Motor ausgerüstet ist. Dadurch möchte man Vergleichsdaten sammeln, die man dem Automobilweltverband FIA zukommen lassen möchte. Denn man ist nicht der Meinung, dass die derzeitigen Restriktionen bestehend aus einem Luftmengenbegrenzer und Drehzahllimit ausreichen, um den V10 gegenüber einem V8-Triebwerk maximal gleichzustellen.

MF1 Racing ist keinesfalls das einzige Team, das sich Sorgen macht, dass die Scuderia Toro Rosso einen Motorenvorteil haben wird, auch wenn Vitantonio Liuzzi nach ersten Tests ausgesagt hat, dass ihm die V8-Autos auf der Geraden davonziehen würden. Aber Vorteile in Bezug auf die Zuverlässigkeit und den Verbrauch sind nicht von der Hand zu weisen. Die FIA hat aber bereits angekündigt, dass man wenn dann erst kurz vor dem Saisonstart die Restriktionen verschärfen würde.

Grundsätzlich ist Johnny Herbert, Sportdirektor bei MF1 Racing, strikt dafür, dass alle Teams eine Regel einhalten müssen und es nicht zwei verschiedene Regeln gibt. Nach Aussage des Briten hätten auch andere Hersteller Vergleiche zwischen dem V10- und dem V8-Motor angestellt und die Daten der FIA zur Verfügung gestellt, ohne dass bisher etwas passiert sei.

"Wir können auf der Strecke sehen, dass der V10 definitiv besser ist", wird Herbert von 'autosport.com' zitiert, der sich aber die Frage stellt, ob die Daten die FIA überhaupt überzeugen werden. "Es wäre besser, wenn wir das vor dem Saisonstart aussortiert bekommen, bevor wir uns im Eröffnungsrennen selbst Ärger bescheren. Ich habe gehört, dass der V8 beim Herausbeschleunigen aus den Kurven großartig ist, der V10 aber immer noch ein gutes Drehmoment hat, ihm fehlt es nur an der Endleistung."

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