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Michelin droht weiter mit dem Ausstieg aus der Formel 1

20. November 2005 - 10:55 Uhr

Sollte die FIA von ihrem derzeitigen Kurs nicht abweichen, wird sich Reifenhersteller Michelin einen Ausstieg aus der Formel 1 überlegen

Pierre Dupasquier
Pierre Dupasquier wird 2006 nicht mehr als Sportchef in der Formel 1 arbeiten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Spätestens seit dem Reifenschlamassel von Indianapolis und der Vergabe des WTCC-Deals an Yokohama ist die Atmosphäre zwischen Michelin und der FIA massiv vergiftet. Sollte der Automobilweltverband tatsächlich dabei bleiben, in der Formel 1 Einheitsreifen einzuführen, könnte sich Michelin daher sogar komplett aus dem Grand-Prix-Sport zurückziehen.

"Solange es in der Formel 1 einen Wettbewerb zwischen Reifenherstellern gibt, ist es faszinierend für Michelin, engagiert zu sein, denn dann können wir Know-how entwickeln und gleichzeitig beweisen, dass wir besser sind als unsere Konkurrenz", meinte Michelin-Sportchef Pierre Dupasquier. "So können wir unseren Kunden und Partnern zeigen, dass wir verlässlich sind, dass man uns vertrauen kann und wir wissen, wie wir unseren Job zu erledigen haben. Dafür benötigen wir den Wettbewerb."

"Klar ist aber auch: Wenn sich die FIA dazu entschließt, künftig Einheitsreifen einzuführen, dann werden wir unsere Position neu festlegen. Das heißt nicht automatisch, dass wir dann aussteigen werden, aber wir werden zweimal darüber nachdenken", untermauerte der Franzose beim 'Global Motorsports Congress' in Frankfurt die Position, die Konzernchef Edouard Michelin bereits beim Grand Prix von Belgien im Rahmen einer viel beachteten Pressekonferenz vorgegeben hatte.

"Wir glauben fest daran, dass die Formel 1 nicht irgendeine Rennserie ist, sondern sie ist die Königsklasse des Motorsports, in der Ingenieure rund um die Uhr daran arbeiten, die Autos schneller zu machen", meinte Dupasquier weiter. "Aus dem amerikanischen Konzept des Rennsports kann man technologisch keine neuen Erkenntnisse schöpfen. Außerdem haben alle Rennfahrer weltweit nur ein Ziel: Sie alle wollen eines Tages in die Formel 1. Die Formel 1 ist also etwas Einzigartiges."

Der 68-Jährige, der künftig nur noch als Botschafter für Michelin tätig sein wird, unterstrich allerdings mehrfach, dass der Ausstieg des Reifenherstellers aus Clermont-Ferrand damit nicht automatisch besiegelt ist: "Wir warten erst einmal die Signale der FIA ab, bevor wir uns endgültig entscheiden", hielt er fest. Prinzipiell habe man es aber wegen der ohnehin schon immensen Bekanntheit der Marke nicht unbedingt nötig, auch als Monopolist in der Formel 1 zu bleiben.

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