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Jordan: Wer gibt jetzt jungen Fahrern ihre erste Chance?

28. November 2005 - 09:06 Uhr

Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan warnt vor der Tatsache, dass immer mehr Privatteams aus der Formel 1 verschwinden

Eddie Jordan
Eddie Jordan sieht den Verlust der Privatteams in der Formel 1 kritisch
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Eddie Jordan muss dieser Tage ansehen, wie aus seinem ehemaligen Formel-1-Team nun ein russischer Rennstall geworden ist, wie der Name Jordan aus der Formel 1 verschwindet und wie das Auto vom typischen Gelb der letzten Jahre in eine Mischung aus silbergrau, rot und weiß umlackiert wird. Das damalige Privatteam ist nun in den Besitz des milliardenschweren Unternehmens Midland übergegangen.

Doch es verschwindet mit dem kommenden Jahr noch ein weiteres Privatteam aus der Formel 1: Zum Jahresende übernimmt BMW den Sauber-Rennstall. Und auch der Verkauf von Minardi an Red Bull muss man hier nennen, denn nun steckt auch hinter dem kleinsten Privatteam ein großes Unternehmen, das eine ganz andere Motivation verfolgt, in der Formel 1 an den Start zu gehen.


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Geht es Red Bull eines Tages wirtschaftlich schlecht oder hat man die Unternehmensziele mit dem Engagement in der "Königsklasse des Motorsports" erreicht, droht der Rückzug. Wie schnell ein Formel-1-Team von der Bildschirmfläche verschwinden kann, zeigte sich im letzten Jahr am Beispiel von Jaguar Racing, als Mutterfirma Ford wegen wirtschaftlicher Probleme den Stecker aus dem Formel-1-Programm zog.

Die Top-Stars finden in den kleinen Teams an

"Ich mache mir Sorgen, wenn ich sehe, dass diese Saison drei private Teams verschwinden", so Eddie Jordan in seiner 'F1Racing'-Kolumne. Der Ire sieht vor allem die Nachwuchsförderung gefährdet, weil Top-Teams lieber auf erfahrene Fahrer setzen: "Unsere aktuellen Stars haben in diesen Teams angefangen: Michael Schumacher bei Jordan, Fernando Alonso bei Minardi und Kimi Räikkönen bei Sauber. Wer wird nun in Zukunft jungen Fahrern der Zukunft ihre erste Chance geben?"

Jordan kämpft für die "Bezahlfahrer"

Der 57-Jährige findet es zudem ungerecht, dass die so genannten "Bezahlfahrer", die für Teams wie Minardi und Jordan an den Start gingen, einen schlecht Ruf haben: "Ich habe nie verstanden, warum die Leute denken, dass es eine schlechte Sache ist, Geld in das Team zu bringen. Ich dementiere ja gar nicht, dass kommerzielle Gründe eine Rolle bei der Fahrerwahl spielen, aber die Erfahrung, die sie im Gegenzug sammeln, ist unschätzbar."

Die Tatsache, dass die Fahrer über eine Superlizenz in der Formel 1 verfügen, hätte das Image der "Bezahlfahrer" eigentlich entschärfen müssen, schließlich kann sich niemand ein Cockpit durch Geld erschleichen, der nicht die notwendigen Fähigkeiten besitzt, ein Formel-1-Auto zu steuern: "Wie sehr ein Fahrer auch talentiert sein mag, die heutige Realität ist, dass ein Team Geld braucht. Michael Schumacher zahlte, um einen Jordan fahren zu können, und hätte ich oder andere ihn ohne finanzielle Hilfe geholt? Nicht unmöglich, aber ich zweifele das an."

Die Formel 1 braucht "exotische" Fahrer

Nach Aussage des ehemaligen Formel-1-Teamchef wäre es ein Fehler, Fahrern wie Takuma Sato oder Narain Karthikeyan den Rücken zuzuwenden: "Alle Fahrer und das Geld kamen einst aus Frankreich und Italien, später aus Deutschland. Nun ändert sich das Feld und wir haben Rennen und die gesunde Unterstützung aus neuen Regionen. Ich schätze Narain und Taku hoch ein, denn sie bringen Talent und Leben in die Formel 1 und eröffnen neue Geschäftsfelder. Und jeder, der glaubt, dass der Sport ohne den globalen kommerziellen Einfluss existieren kann, macht sich etwas vor."

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