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Head fordert "grüne" Strecke für bessere Rennen

Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag kommt Patrick Head an, mit dem er glaubt, die Formel-1-Rennen aufregender gestalten zu können

Patrick Head und Mario Theissen
Patrick Head glaubt zu wissen, wie man mehr Überholmanöver bekommen kann
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Immer wieder steht die Formel 1 in der Kritik, weil es zu wenig Überholmanöver gibt. Begründet wird dieser Umstand meistens mit der komplexen Aerodynamik der Formel 1. Ein Formel-1-Auto funktioniert demnach nur optimal, wenn es alleine auf der Strecke unterwegs ist.

Damit überholt werden kann, muss man jedoch dicht auf den Vordermann auffahren, aber dann kommt der Hinterherfahrende in die so genannte "dirty air" (schmutzige Luft). Das führt dazu, dass der betreffende Fahrer an Abtrieb verliert und nicht die gleiche Kurvengeschwindigkeit wie der Vordermann erreichen kann, sich also zurückfallen lassen muss.

Rubens Barrichello und Takuma Sato
In Suzuka gab es gleich mehrere Fahrer, die neben die Ideallinie gerieten
© xpb.cc

Doch warum gibt es dann dennoch Rennen, bei denen sehr wohl gut überholt werden kann, so zum Beispiel das sensationelle Rennen dieses Jahr in Japan, wo den Fans eine wahre Überhol-Orgie geboten wurde?

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Williams-Anteilseigner Patrick Head hat sich Rennen wie Suzuka genauer angeschaut und hat dabei eine Parallele ausgemacht: Es regnete vor dem Rennen, wodurch der Gummiabrieb vom Kurs gewaschen wurde.

Dies hat gleich mehrere Folgen, die sich im Hinblick auf Überholmanöver positiv auswirken: Zum einen sorgt Gummiabrieb für Haftung auf der Ideallinie, ohne Gummi rutschen die Autos mehr und die Fahrer ereilen mehr Fahrfehler. Dies wird auch an den Trainingsfreitagen immer wieder deutlich. Mehr Fahrfehler heißt auch mehr Überholmanöver.

Weiterer positiver Effekt: Zunehmender Gummiabrieb heißt, dass die Strecke auf der Ideallinie schneller ist als abseits der Linie, nicht nur deshalb, weil auf der Ideallinie mehr Gummi liegt sondern auch deshalb, weil sich abseits der Strecke Staub und "Walzen" aus Gummipartikeln ansammeln, sodass man neben der Ideallinie nicht überholen kann.

Kimi Räikkönen
Durcheinander auf der Piste - beim Japan-Grand-Prix war das "normal"
© xpb.cc

Der Brite fordert einem Bericht von 'auto, motor und sport' zufolge aus diesem Grund, die Rennstrecken in Zukunft vor dem Rennen gründlich zu säubern. Dann würden die Fahrer in den Rennen mehr Fehler machen und könnten auch eine andere Linie als die Ideallinie wählen, um überholen zu können.

Charlie Whiting, Technischer Delegierter des Automobilweltverbandes FIA, über den Vorschlag einer "grünen" Strecke: "Das müsste man mal genau überlegen". Die Fahrer dürften jedoch mehrheitlich gegen diesen Vorschlag sein, denn sie können Strecken, die keine Haftung bieten, nicht leiden. Ohne Zweifel wäre zudem die Gefahr von gefährlichen Zwischenfällen größer.

Und auch die Ingenieure könnten auf die Barriere steigen, denn die Autos, die im Qualifying noch ausbalanciert waren, würden im Rennen herumrutschen. Wegen des aktuellen Reglements sind weit reichende Veränderungen am Setup der Autos nach dem Beginn des Qualifyings nicht erlaubt. Man darf also gespannt sein, ob der Vorschlag doch einmal zumindest probeweise umgesetzt werden wird...

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