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Ein Mal voll tanken, bitte!

In der Formel-1-Saison 2006 werden Reifenwechsel in der Formel 1 wieder erlaubt sein und damit die Boxenstopps spannender gestaltet

Boxenstopp bei Williams
Bei Boxenstopps müssen die Mitarbeiter auf den Punkt konzentriert sein
© xpb.c

(Motorsport-Total.com) - Eines der spektakulärsten Elemente der Formel-1-Rennen sind die Boxenstopps, die oftmals über Sieg oder Niederlage entscheiden und in atemberaubender Geschwindigkeit vonstatten gehen. Zusammen mit dem Fahrer müssen rund 20 Teammitglieder hochkonzentriert nur wenige Sekunden perfekt arbeiten, damit alles glatt abläuft.

Dann ist es möglich, einen kurzen Stopp mit Reifenwechsel und Auftanken in weniger als sieben Sekunden zu absolvieren, die Reifen in drei Sekunden auszutauschen, die komplette Nase in rund elf Sekunden zu wechseln oder das Lenkrad in rund zwei Sekunden zu tauschen.

Wenn es Zeit zum Halten ist...

Der Fahrer wird vom Team dann an die Box geholt, wenn Reparaturarbeiten erfolgen müssen, die Reifen abgenutzt sind oder kaum noch Benzin im Tank vorhanden ist. Teilweise werden Boxenstopps aber auch vorgezogen, um beispielsweise eine Safety Car-Phase zu nutzen, in der die Autos auf der Strecke langsam fahren müssen und man somit durch einen Halt an der Box weniger Zeit verliert.

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Der Zeitpunkt eines Boxenstopps hängt aber noch von vielen anderen Faktoren ab. Fährt der Fahrer hinter einem Konkurrenten, der langsamer ist, kann der Boxenstopp vorgezogen werden, um Zeit gutzumachen und am Gegner vorbeizukommen. Droht man auf zu Überrundende aufzulaufen, ist es ebenfalls sinnvoll, den Stopp vorzuziehen.

Bei Regenrennen spielt der Streckenzustand eine entscheidende Rolle für das Timing des Stopps. Da kann es sogar manchmal sinnvoll sein, beide Fahrer gleichzeitig an die Box zu beordern, obwohl dann der eine auf den anderen warten muss, weil je Team nur eine Boxenmannschaft erlaubt ist.

Wenn es beim Fahrer funkt...

Jenson Button
Auch über die Boxentafel wird der Fahrer an die Box beordert
© BAT

Das Team beordert seinen Fahrer über Funk an die Box, parallel gibt man per Boxentafel ein Signal, denn der Funk könnte ja auch mal ausfallen. Und weil bei Boxenstopps hin und wieder die Tankanlage streikt, versucht man, möglichst nicht "mit dem letzten Tropfen" Benzin an die Box zu kommen, sondern sich ein Sicherheitspolster einer weiteren Runde zu lassen.

Wenn der Fahrer an die Box kommt, muss er zunächst einmal die Boxeneinfahrt so schnell wie möglich durchfahren, um hier keine Zeit liegen zu lassen. Erst wenn er die eigentliche Boxengasse befährt, die durch eine Linie von der Rennstrecke abgetrennt ist, muss er das Geschwindigkeitslimit von 100 km/h einhalten, das mit einem elektronischen Geschwindigkeitsbegrenzer kontrolliert wird. In Monte Carlo beträgt das Tempolimit aus Sicherheitsgründen 80 Stundenkilometer.

Auch beim Boxenstopp kommt es auf den Fahrer an

Fernando Alonso
Die Fahrer müssen auf den Punkt genau zum Stehen kommen
© xpb.cc

Der Fahrer muss vor der Linie der Boxengasse so spät wie möglich abbremsen, um keine Zeit zu verlieren, darf aber auch nicht zu spät abbremsen, weil er bei Überschreiten des Speedlimits eine Durchfahrstrafe kassiert. Auch bei den Boxenstopp trennt sich bei den Fahrern die Spreu vom Weizen - nicht selten machen Top-Fahrer auf ihre Gegner einige Sekunden gut, weil sie auf dem Weg in die Box am Limit sind und auch in der ersten Runde nach dem Stopp das Optimum aus den frischen Reifen und dem schwereren Auto herausholen können.

Ist der Fahrer in der Box, wird ihm durch ein Teammitglied signalisiert, wo er anzuhalten hat. Zwei weitere Mitarbeiter halten ihre Hand ausgestreckt, um dem Fahrer den optimalen Haltepunkt der Vorderreifen zu signalisieren. Hält der Fahrer zu weit vorn oder rutscht über das Ziel hinaus, muss die komplette Mannschaft ihren Standpunkt verändern, was wertvolle Zehntelsekunden kostet.

Tanken mit Formel-1-Speed

Durch das Drücken des Speedlimiterknopfs am Lenkrad öffnet sich gleichzeitig die Klappe über dem Tankventil. Sobald der Fahrer zum Stillstand gekommen ist, wird der Tankrüssel auf das Tankventil auf der Seite des Autos gesetzt. Mit einer Geschwindigkeit von 9 Litern pro Sekunde fließt das Benzin in den Tank des Autos.

Einige Teams haben einen Mitarbeiter abgestellt, der eine Art Schutzschild zwischen Tankschlauch und Auspuffanlage hält. Bei den modernen Formel-1-Autos endet der Auspuff nicht mehr unten am Heck sondern oben vor dem Heckflügel. Spritzt beim Tankstopp Benzin auf die heißen Auspuffrohre, würde es sich sofort entzünden.

Ein weitere Maßnahme, um das Risiko von Feuerunfällen zu minimieren, ist das Montieren von Kupferstreifen auf dem Boden der Boxengasse, die flexibel sind und das Auto während dem Tankstopp erden, sodass es zu keinem Funkenflug durch elektrostatische Aufladung kommen kann.

Toyota-Tankwart
Der Tankschlauch ist sehr schwer und muss von zwei Leuten bedient werden
© Irlmeier

Das Sicherheitsventil in Kombination mit dem dicken Betankungsschlauch ist so schwer, dass immer zwei Männer gleichzeitig den Schlauch tragen und bedienen müssen. Der Fahrer bekommt unterdessen vom Einweiser den berühmten "Lollipop" gezeigt, ein Schild, auf dem "Bremsen" steht.

Reifenwechsel mit Pressluft

Während der Betankungsvorgang läuft, fährt jeweils ein Mann vor und hinter dem Auto mit den Wagenhebern unter das Auto und hebt es nach oben. An jedem Rad löst ein Mann mit einem Pressluftschrauber die Radmutter, ein weiterer Mann entfernt den alten Reifen, ein dritter Mann setzt den neuen Reifen an, der vom Mechaniker mit dem Pressluftschrauber befestigt wird. Nun kontrolliert der Schrauber noch den Sitz der Radmutter sowie des Sicherheitsbolzen, ist alles in Ordnung, hebt er seine Hand, um zu signalisieren, dass der Radwechsel vollführt ist.

Die Männer mit den Wagenhebern lassen das Auto ab, wenn alle Reifen montiert sind, dauert der Tankvorgang noch etwas länger als die Montage der Reifen, so kann das Visier des Fahrerhelms noch gesäubert werden oder die Seitenkästen von Schmutz befreit werden, damit der Motor nicht überhitzt.

Der "Lollipop-Mann" ist der Regisseur

Sind die Reifen gewechselt, dreht der Mann mit dem "Lollipop" das Schild um und signalisiert dem Fahrer mit dem Hinweis "Gear", dass er den ersten Gang einlegen soll. Eine LED zeigt dem Tankwart an, wenn die zuvor an der Tankanlage einprogrammierte Menge Benzin in das Auto gefüllt worden ist, er zieht dann den Tankschlauch vom Auto ab.

Wenn alle Arbeiten am Auto abgeschlossen sind und kein anderes Auto durch die Boxengasse fährt, nimmt der "Lollipop-Mann" den Lollipop nach oben und gibt somit dem Fahrer das Signal zum Losfahren. Der Fahrer beschleunigt, bis ihn der Geschwindigkeitsbegrenzer automatisch einbremst, nach dem Überqueren der Boxengassenlinie deaktiviert der Fahrer diesen Begrenzer und kann wieder Vollgas geben.

Bei den Boxenstopps wird Einfluss auf das Fahrverhalten genommen

Geschwindigkeitsmessgerät
Wer in der Boxengasse zu schnell ist, der wird "geblitzt"
© xpb.cc

Im Falle von Regen stimmt der Fahrer seine Reifenwahl mit der Box ab, über Strategie und Benzinmenge entscheidet in der Regel das Team. Für den Falle eines Falles halten sich bei jedem Boxenstopp immer noch ein Mann mit einem Feuerlöscher, sowie ein Teammitglied mit einem Starter bereit, um den Motor wieder anlassen zu können, sollte ihn der Fahrer beim Losfahren aus Versehen abwürgen.

Neben dem üblichen Wechseln von Reifen und Auftanken und dem selteneren Austausch von Frontflügeln oder anderen beschädigten Teilen am Auto, kommt es häufiger vor, dass die Einstellung des Frontflügels verändert wird, weil sich die Balance des Autos aufgrund unterschiedlicher Bedingungen im Verlauf eines Rennens ständig verändert. Innerhalb von wenigen Sekunden lässt sich der Abtrieb durch Drehen an einer Stellschraube an der Vorderachse erhöhen oder senken, um Einfluss auf die Balance des Autos zu nehmen.

Übung macht den Meister

Damit im entscheidenden Moment alles glatt läuft, werden die Boxenstopps immer und immer wieder geübt - bei Testfahrten oder vor Ort an der Rennstrecke. Übrigens hat jeder Boxenstopp-Mitarbeiter im Team noch einen anderen Job. Nicht selten ist es beispielsweise ein LKW-Fahrer des Teams, dem im Rennen plötzlich eine entscheidende Rolle zuteil wird, wenn er beim Aufsetzen des Schlagschraubers die Schraube verkantet...

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