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Dupasquier: Alonso hat seltene Qualitäten

27. Oktober 2005 - 15:17 Uhr

Michelins Motorsportdirektor über sein erstes Zusammentreffen mit Alonso und was den Spanier von vielen Kollegen unterscheidet

Michelin-Motorsportdirektor Pierre Dupasquier
Pierre Dupasquier arbeitete gern mit Fernando Alonso zusammen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im Grand-Prix-Zirkus gilt Pierre Dupasquier als lebende Legende. Der 68-jährige Ingenieur ist bis Jahresende noch als Motorsport-Direktor des Reifenherstellers Michelin aus Clermont-Ferrand tätig. In den vergangenen Jahrzehnten arbeitete der Franzose mit zahlreichen Größen der Formel 1 zusammen.

Bereits Mitte der siebziger Jahre leitete Dupasquier das Michelin-Entwicklungsteam, das die Radialreifen-Technologie als Partner von Renault in den Grand-Prix-Sport einführte. Seither begleitete er viele Formel-1-Weltmeister, die allesamt einen sehr stark Eindruck hinterließen. Fernando Alonso stellte in diesem Fall keine Ausnahme dar.

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"Ich traf Fernando Alonso zum ersten Mal beim Race of Champions. Damals fuhr er noch nicht in der Formel 1", erzählt Dupasquier. "Mir fielen sofort zwei Sachen auf: seine Bescheidenheit und seine Zielstrebigkeit. Diese beiden Eigenschaften hat er bis zu seiner Zeit im Renault-Team bewahrt."

Auf Fernandos Arbeitsweise und technisches Know-how angesprochen, zeigt sich der Motorsport-Direktor voller Lob: "Von den Fahrern ein gutes Feedback zu bekommen, gehört zu den entscheidenden Dingen in unserem Job", erklärt Dupasquier.

Fernando Alonso
Alonsos Gedächtnis ist laut Dupasquier außergewöhnlich
© xpb.cc

"Fernando konnte seine Empfindungen und Wünsche bezüglich des Autos immer sehr präzise äußern. Er hat vor allem ein fantastisches Gedächtnis: Selbst Monate nach einem Test kann er sich noch an die Kennziffern der Reifen erinnern. Er übernimmt den ersten Teil der technischen Analyse, die Wahl der Pneus. Das ist eine echte Seltenheit."

"Fernando verhält sich auf der Strecke unglaublich reif. Er weiß, wie er Rennen gewinnen kann und mit erfahrenen Piloten vom Range eines Schumacher oder Montoya kämpfen muss. Außerdem setzt sich Fernando immer realistische Ziele: Wenn ihm kein siegfähiges Auto zur Verfügung steht, visiert er den zweiten Platz an. Fernando fährt darüber hinaus sehr intelligent: Er verschleißt Reifen und Motor nie über Gebühr. Fernando besitzt das technische Verständnis eines ganz großen Fahrers."