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Hybridmotoren sollen 2008 in die Formel 1 kommen

03. September 2005 - 18:21 Uhr

FIA-Präsident Max Mosley plant weiterhin mit dem "Boost-Button" für die Königsklasse und fordert ein festgeschriebenes Drehzahllimit

Max Mosley
Max Mosley hat revolutionäre Ideen für das zukünftige Motorenreglement
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ab kommender Saison wird die Formel 1 mit 2,4-Liter-V8-Motoren an den Start gehen, doch obwohl dieses Motorenformat ursprünglich als langfristige Alternative gedacht war, könnte es schon 2008 zu einer noch viel weitreichenderen Revolution kommen. Der Automobilweltverband FIA plant nämlich die Einführung von Hybridmotoren.

Dabei handelt es sich auf dem gegenwärtigen PKW-Markt um Motoren, die ihre Energie aus zwei verschiedenen Quellen beziehen - beispielsweise aus einem Benzin- und einem Elektroaggregat. In der Formel 1 würde sich dieses Konzept freilich nicht ganz so rigoros durchsetzen lassen, denkbar wäre jedoch, dass neben der Energiegewinnung aus dem Benzinmotor auch aus der Abwärme beim Bremsen Leistung geschöpft wird.

Abwärme der Bremsen soll in Leistung umgewandelt werden

Das Grundprinzip: Beim Bremsen erhitzen sich die Bremsscheiben auf bis zu 1.000 Grad. Bisher wurde diese Wärme ungenutzt an die Atmosphäre freigegeben, doch die FIA hat - mit Unterstützung der Herstellervereinigung GPMA - vor, diese Wärme in Energie umzuwandeln, in einem Akku zu speichern und noch während des Fahrens wieder freizusetzen. Dies könnte man in Form eines "Boost-Buttons" auch gleich mit einem Forcieren der Überholmanöver kombinieren.

"Wir denken ernsthaft darüber nach, Hybridtechnologie in die Formel 1 einzuführen", erklärte FIA-Präsident Max Mosley am Freitag. "Ich denke, dass es diesbezüglich unter den Herstellern Einigkeit gibt." Über den Zeitpunkt sei man sich hingegen noch nicht im Klaren: "Wir würden gerne schon 2008 damit beginnen, aber einige Hersteller sind der Meinung, dass das noch zu früh wäre. Dieses Thema diskutieren wir im Moment", sagte er.

Das System soll ungefähr 50 bis 60 Kilogramm wiegen und über eine Dauer von etwa fünf Sekunden 60 zusätzliche PS freisetzen können. Während dies in der Formel 1 natürlich einen immensen Wettbewerbsnutzen darstellen würde, könnte auch die Serienproduktion davon profitieren, weil sich der Benzinverbrauch durch die Nutzung von Bremsenergie verringern ließe. Insofern ist das Interesse der Hersteller an dieser Idee nicht weiter verwunderlich.

FIA plant ein Drehzahllimit von 18.000 Touren

"Macht es Sinn, dass die Motoren immer höher und höher drehen?"
Max Mosley

Darüber hinaus soll die kostenintensive Weiterentwicklung der Motoren eingedämmt werden, indem künftig ein Drehzahllimit verhängt wird. Schon 2006 wird es eine solche Maßnahme geben, wenn Minardi nur mit einem schaumgebremsten V10 gegen die V8-Triebwerke der Konkurrenz antreten darf, doch langfristig wünscht sich Mosley, dass bei 18.000 Touren für alle Schluss ist. So könnte man auch die Geschwindigkeiten besser im Griff behalten.

"Macht es Sinn, dass die Motoren immer höher und höher drehen?", fragte er. "Wäre es nicht sinnvoller, sie bei maximal 18.000 Touren laufen zu lassen? Dann müsste man daran arbeiten, den Motor in diesem Drehzahlbereich effizienter zu gestalten. Nächstes Jahr werden wir 20.000 Touren sehen. In solche Bereiche werden PKWs aber nie vordringen, weil es zu ineffizient wäre. Daher denken wir auch hier über Änderungen nach."

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