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"Silberpfeile" dominieren am Freitag in Hockenheim

22. Juli 2005 - 15:22 Uhr

Alexander Wurz fuhr im zweiten Freien Training Bestzeit vor dem bärenstarken Räikkönen - Deutsche relativ weit abgeschlagen

Alexander Wurz
Erwartungsgemäß setzte Alexander Wurz heute die Bestzeit in Hockenheim
© West

(Motorsport-Total.com) - Genau wie heute Morgen präsentierte sich der Hockenheimring auch am Freitagnachmittag eher von seiner düsteren Seite: Dunkle Wolken hingen während des gesamten zweiten Freien Trainings am Himmel, doch der befürchtete Regen blieb den 24 Formel-1-Piloten erspart. Die dominierende Macht des ersten Tages in Deutschland waren unabhängig davon die "Silberpfeile".

Obwohl die relativ niedrigen Temperaturen von maximal 22 Grad dem MP4-20 an und für sich nicht unbedingt schmecken, erreichte Freitagstestfahrer Alexander Wurz (37 Runden) in 1:13.973 souverän die Bestzeit. Noch beeindruckender war aber die Runde seines Teamkollegen Kimi Räikkönen (20 Runden), der trotz einer anderen Konfiguration bis auf 0,603 Sekunden an den Österreicher herankam und mit Abstand schnellster Grand-Prix-Pilot war.

Beeindruckende Trainingszeit von Räikkönen

Räikkönens schärfster WM-Widersacher, Fernando Alonso (Renault/34 Runden), landete auf dem dritten Platz, allerdings mit 1,587 Sekunden Rückstand - im direkten Titelduell bedeutet das vorerst einen Abstand von 0,984 Sekunden. Juan-Pablo Montoya (4./McLaren-Mercedes/+ 1,799/18 Runden) und Giancarlo Fisichella (6./Renault/+ 2,173/28 Runden) komplettierten das Teammatch an der Spitze, welches nur durch Ricardo Zonta (Toyota/+ 2,118/34 Runden) gestört wurde.

Weitaus weniger gut lief es zum Auftakt für die drei Lokalmatadoren aus Deutschland: Michael Schumacher stellte seinen Ferrari mit 2,501 Sekunden Rückstand nach 15 Runden gerade mal so in die Top 10, klassierte sich damit unmittelbar vor seinem Bruder Ralf (19 Runden), dessen Toyota um 2,602 Sekunden langsamer war als die Bestzeit. BMW WilliamsF1 Team Pilot Nick Heidfeld (18 Runden) büßte sogar 2,920 Sekunden auf die Spitze ein.

Die positivste Überraschung des heutigen Tages war zweifellos der siebente Platz von Felipe Massa (Sauber-Petronas/24 Runden), denn der Brasilianer konnte mit 2,188 Sekunden Rückstand einerseits die Topfavoriten aufmischen und andererseits seinen Teamkollegen Jacques Villeneuve (17./+ 2,965/20 Runden) deutlich in die Schranken weisen. Auch Vitantonio Liuzzi (Red-Bull-Cosworth/+ 2,324/38 Runden) muss sich nichts vorwerfen.

Coulthard schrieb nach seinem Dreher Autogramme

Apropos Red-Bull-Cosworth: 35 Minuten vor Schluss drehte sich David Coulthard in der letzten Kurve von der Strecke und konnte anschließend nicht mehr weiterfahren. Der Schotte schrieb anschließend zwar eifrig Autogramme für die dankbaren Fans im Motodrom, wurde aber ohne Zeit nicht gewertet. Sein Teamkollege Christian Klien absolvierte 14 Runden, büßte 2,685 Sekunden auf die Spitze ein und kann mit Platz zwölf und vor allem dem mäßigen Handling wohl kaum zufrieden sein.

Interessant war zu beobachten, dass es in den letzten Minuten kaum Verschiebungen gab, wodurch große Namen wie Jenson Button (13./BAR-Honda/+ 2,779/26 Runden) oder Rubens Barrichello (16./Ferrari/+ 2,940/17 Runden) nicht mehr aus der Versenkung hervorkamen. Das einzige Highlight in der Schlussphase setzte - im negativen Sinn - Narain Karthikeyan (Jordan-Toyota/+ 3,533/25 Runden) mit einem Ausritt in der ersten Kurve.

Gutes Debüt als Stammfahrer für Doornbos

Sven Heidfeld Letzterer war übrigens der Schnellste im Paket der Nachzügler am Ende des Feldes, in dem sich Minardi-Cosworth-Neuzugang Robert Doornbos (28 Runden) als 21. mit nur 148 Tausendstelsekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Christijan Albers (20./+ 3,857/17 Runden) stark in Szene setzen konnte. Weniger gut erging es hingegen Nicolas Kiesa im dritten Jordan-Toyota: Trotz eines Pensums von 19 Runden wurde der Däne mit 5,511 Sekunden Rückstand abgeschlagen Letzter.

Für den weiteren Verlauf des Wochenendes ist nach dem heutigen Auftakt in Hockenheim bereits die relativ klare Tendenz erkennbar, dass McLaren-Mercedes den Sieg wohl nur noch vom Silbertablett abholen muss - lediglich Renault könnte Räikkönen/Montoya noch in die Suppe spucken. Michael Schumachers pessimistische Prognosen haben sich indes bestätigt, während auch die anderen beiden Deutschen vorerst noch keine Akzente setzen konnten.

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