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Haug: "Das Titelrennen ist immer noch völlig offen"

19. Juli 2005 - 14:26 Uhr

Mercedes-Sportchef Norbert Haug über die Chancen der "Silberpfeile" und die am meisten umkämpfte Weltmeisterschaft seit vielen Jahren

Norbert Haug
Norbert Haug betrachtet die Saison 2005 als eine der schwierigsten seit langem
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Sie glauben an die eigene Stärke, haben Mitgefühl mit Michael Schumacher und freuen sich auf das Formel-1-Heimspiel: Auch wenn Shooting-Star Fernando Alonso als WM-Spitzenreiter beim Grand Prix von Deutschland am Sonntag in Hockenheim startet - der Weg zum Sieg führt wohl nur über die "Silberpfeile".

Vier Erfolge in den letzten sechs Rennen belegen eindrucksvoll, dass McLaren-Mercedes das Team der Stunde mit dem schnellsten Auto ist. "Das Titelrennen ist immer noch völlig offen. Wir sind auf dem richtigen Weg, und darüber freuen sich alle in unserem Team", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug dem 'sid'. Der Schwabe "droht" den Rivalen mit weiteren Glanztaten: "Wir haben längst noch nicht alle Möglichkeiten genutzt und können uns noch steigern."

Räikkönen: "Unser Auto hat einen guten Speed"

Noch führt der spanische Renault-Pilot Alonso mit dem scheinbar beruhigenden Vorsprung von 26 WM-Punkten vor "Silberpfeil"-Star Kimi Räikkönen, doch zwei Motorschäden im Training kosteten den Finnen zuletzt eine bessere Startposition und dadurch wahrscheinlich auch jeweils den Sieg. "Der Kampf um die Weltmeisterschaft ist nach wie vor offen. Unser Auto hat einen guten Speed. Ich will alles geben, um in Hockenheim zu gewinnen und den Abstand zu verkürzen", meint Räikkönen.

Der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher kommt dagegen diesmal nur als krasser Außenseiter zu seinem Heimrennen, auch wenn er in der WM-Wertung nur acht Zähler hinter Räikkönen zurück auf dem dritten Platz liegt. Obwohl in der längsten WM-Saison aller Zeiten noch acht Grands Prix auf dem Programm stehen, glaubt niemand mehr ernsthaft daran, dass der Ferrari-Star noch in den Kampf um die WM-Krone eingreifen kann.

Trotz Hohn und Spott vor allem in Italien zeigt Haug, den mit Schumacher eine enge Freundschaft verbindet, großes Mitgefühl mit dem Rivalen: "Michael hat das Rennfahren bestimmt nicht verlernt, und Ferrari weiß sicher immer noch, wie man schnelle Autos baut", so der Mercedes-Sportchef. "Aber an der misslichen Situation von Michael Schumacher sieht man, wie groß der Konkurrenzkampf in der Formel 1 ist."

Haug: "Es ist das härteste Titelrennen aller Zeiten"

Man müsse Schumacher und Ferrari einfach nur Zeit geben, und er sei davon überzeugt, dass beim Konkurrenten bald ein Aufholprozess stattfinden werde, meint Haug: "Wir kennen diese Situation nur zu genau, denn uns ging es ja schon ähnlich. Hinzu kommt: Es ist das härteste Titelrennen aller Zeiten. Denn wir haben sechs große und renommierte Hersteller mit jeweils zwei Autos. Das heißt: Einer davon könnte eigentlich bestenfalls immer nur Zwöfter werden."

Haug verweist dabei auf die Krise beim Erzrivalen, dem BMW WilliamsF1 Team: "Die arbeiten schließlich mit sehr guten Technikern, Mechanikern und Fahrern zusammen. Trotzdem können die mal zwischendurch einen Hänger haben, wenn die Konkurrenz richtig Gas gibt - und danach sieht es zurzeit aus", erläutert der Mercedes-Sportchef.

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