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"Exot" Nissany zwischen Traum und Albtraum

Am 42. Geburtstag durfte der Israeli den Minardi steuern - dank Sponsorengelder, was auf Kritik der anderen Teams stößt

Chanoch Nissany
Chanoch Nissany sorgte am Freitag für viel Aufsehen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Der Ausflug auf Wolke sieben endete für Chanoch Nissany auf dem Hungaroring in Runde neun: Als ein Hydraulikschaden den ersten Israeli in der Formel 1 unsanft gestoppt hatte, wollte der Minardi-Pilot erst gar nicht aus seinem Boliden aussteigen und scheinbar jede Sekunde im Cockpit auskosten. Nissany ließ sich samt Rennwagen an den Haken nehmen und fand auf dem Weg zur Box dann auch sein Lachen wieder.

"Als ich die israelische Fahne zwischen all den anderen gesehen habe, wurde mir richtig warm ums Herz", gestand der sympathische Nissany, der ausgerechnet an seinem 42. Geburtstag trotz stattlichen 14 Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten Ricardo Zonta im Toyota und immerhin noch rund neun Sekunden hinter dem Vorletzten Nicolas Kiesa im Jordan-Toyota Geschichte geschrieben hatte.

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"Das ist ein sehr spezieller Tag für mein Heimatland und für mich." Insbesondere weil die Ausübung von Motorsport in Israel offiziell immer noch verboten ist - obwohl das dortige Interesse an der "Königsklasse" enorm ist.

Zwar hatte Nissany als offizieller Testfahrer des italienischen Rennstalls in dieser Saison bereits 1.162 Kilometer absolviert, doch seine Feuertaufe auf großer Bühne folgte am Freitag im freien Training zum Großen Preis von Ungarn am Sonntag. Erst in den vergangenen Tagen hatte der in Budapest lebende Israeli die für die Teilnahme am Training notwendige Super-Lizenz erworben.

Die erhoffte Reaktion der Medien blieb dann auch nicht aus. Im Motorhome von Minardi musste Nissany neben seiner Geburtstagstorte sitzend rund 90 Minuten lang Interview-Wünsche erfüllen. Selbst Radio "Trans-America" ließ sich die ungewöhnliche Story nicht entgehen.

Dass viele Skeptiker die Premiere des dreifachen Familienvaters im Rahmen eines Grand-Prix-Wochenendes als reinen PR-Gag bezeichneten und manch ein Teamchef hinter vorgehaltener Hand vom "Sicherheitsrisiko Nissany" sprach, störte den Spätzünder nicht weiter. "Ich habe genügend Erfahrung. Außerdem betrachte ich ein halb gefülltes Glas immer als halbvoll, nie als halbleer", beschrieb der gelernte Finanzberater Nissany in fließendem Englisch seinen grenzenlosen Optimismus.

Bevor der mit Abstand älteste Pilot im Wanderzirkus Formel 1 aber Lehrgeld zahlen "durfte", musste er erst einmal eine Mitgift - spekuliert wird mit 700.000 US-Dollar für seine Trainingsrunden am Freitag - locker machen. Zwei zahlungskräftige Sponsoren aus Israel, darunter ein Hersteller für Gartenmöbel, unterstützen Landsmann Nissany.

Der Grund ist klar: Die Hoffnung auf einen Formel-1-Boom in der Heimat groß. "Das Potenzial ist da, wir haben eine weit entwickelte Technologie. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in ein paar Jahren einen eigenen Grand Prix haben werden", behauptet Michael Ophir vom Geldgeber Upex und glaubt, dass die Aufhebung des Motorsportverbots in der Heimat "nur noch eine Frage der Zeit ist".

Dann wird auch "Pendler" Nissany, der mehr als 200 Flüge im Jahr absolviert, vielleicht wieder ganz von Budapest zu seiner Familie nach Tel Aviv übersiedeln. In die ungarische Hauptstadt war er einst gekommen, um legal Motorsport betreiben zu können. Ende der 90er Jahre kündigte er deshalb auch seinen Job als Finanzberater und konzentrierte sich nur noch auf seinen Formel-1-Traum.

Mit Erfolgen in der ungarischen Formel 2000, die er zuletzt zweimal gewann, und täglich bis zu sechs Stunden Training im Fitnessstudio holte sich Nissany sein Selbstvertrauen und wenigstens die physischen Voraussetzungen für die "Königsklasse".

Minardis Teamchef Paul Stoddart jedenfalls ist vom Potenzial seines "Methusalems" überzeugt. "Chanoch kann unseren Technikern wichtige Informationen geben", betonte der Australier, der bereits in der Vergangenheit dank einiger zahlungskräftiger Piloten das Überleben des kleinen Rennstalls sicherstellen konnte.

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