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Die großen Sieger und Verlierer von Hockenheim

25. Juli 2005 - 14:52 Uhr

Während man bei Renault den WM-Titel noch nicht ganz als gegeben betrachtet, herrscht bei Ferrari und McLaren-Mercedes Katzenjammer

Fernando Alonso
"Fernando I.", König der Formel 1: Der Spanier ist auf dem Weg zum Titel
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Häme für Michael Schumacher und Ferrari, Spott für die "Silberpfeile" und Huldigungen für den neuen Formel-1-König "Fernando I.": Als Renault-Teamchef Flavio Briatore nach dem sechsten Saisonsieg seines Piloten in Hockenheim freudetrunken Weihnachtslieder anstimmte, zog Schumacher ein ernüchterndes Fazit und machte den Weg frei für seinen Nachfolger Alonso: "Jetzt ist es wirklich aus. Wir können uns nicht mehr verteidigen", sagte der 36-Jährige der italienischen Zeitung 'Corriere dello Sport'.

Ausgerechnet vor heimischem Publikum musste der siebenfache Weltmeister und Vorjahressieger mit Platz fünf eine weitere bittere Niederlage einstecken. Nachdenklich reiste Schumacher nach dem "Ferrari-Sturzflug" ('Gazzetta dello Sport') ab und verabschiedete sich vor dem Grand Prix von Ungarn schon am nächsten Sonntag in Budapest in einen zweitägigen Heimaturlaub.

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"'Schumi' - alles ist aus": Presse schreibt den Deutschen ab

Die internationale Presse verschonte den Wahlschweizer indes nicht mit Kritik und spekulierte mit dem Ende der Schumacher-Ära: "Seinen Bruder Ralf und David Coulthard hatte er bereits groß im Rückspiegel - das zeigt, wie tief der einst Allmächtige gefallen ist", kommentierte der britische 'Independent'. "'Schumi' - alles ist aus", urteilte 'Corriere dello Sport'. Schumacher, der sich vor dem Heimspiel auf dem Hockenheimring noch immer kleine Hoffnungen auf den WM-Titel gemacht hatte, liegt sieben Rennen vor Schluss bereits 40 Punkte hinter Alonso zurück. Insider

Fünf Tage vor seinem 24. Geburtstag machte sich der Spanier selbst ein verfrühtes Geschenk, wehrte allerdings die zahlreichen Titelgratulanten noch ab: "Wir sollten vorsichtig bleiben und weiterhin zuverlässig ankommen. Immerhin hat Mercedes noch das schnellere Auto", meinte der Briatore-Zögling, gestand aber auch: "Es sieht in puncto WM-Titel schon sehr gut für uns aus."

Die Spanier feierten ihren Volkshelden, der die Fußballer von Real Madrid vergöttert und schon mit drei Jahren im Kart unterwegs war, bereits als neuen Weltmeister: "Räikkönen serviert Alonso den WM-Pokal auf einem silbernen Tablett. Er versetzt Mercedes den Todesstoß", titelte 'El Mundo'.

Katzenjammer herrschte dagegen im Ferrari-Motorhome. Für Teamchef Jean Todt steckt die Scuderia längst in einer der tiefsten Krisen überhaupt: "Das ist die schwierigste Phase, die wir seit langem erleben", bekannte der kleine Franzose und wirkte dabei noch zerknirschter als sonst. Die Probleme mit den Reifen (Schumacher: "Der Grip ist nicht gut genug") bekommen die Roten in dieser Saison einfach nicht in den Griff.

Brawn würde am liebsten im Erdboden versinken

Technikchef Ross Brawn würde in seinem Frust am liebsten im Erdboden versinken: "Es war eine Schande, dass Michael auch noch Giancarlo Fisichella überholen lassen musste", sagte der Brite stocksauer.

Auch bei McLaren-Mercedes herrschte nach dem dritten technischen Defekt in Folge und dem wohl geplatzten Titeltraum gleichermaßen Ratlosigkeit wie Resignation: "Selbst wenn wir alle restlichen Rennen gewinnen sollten, hat Alonso alle Chancen auf die WM", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem Ausfall des bis dahin deutlich führenden Finnen Kimi Räikkönen.

Die italienische 'Gazzetta dello Sport' indes zweifelte nach dem Hydraulikschaden offen an der Kompetenz einzelner Mitarbeiter bei dem schwäbisch-britischen Rennstall: "So ein grober Irrtum darf einem Mechaniker ja noch nicht mal am Privatauto passieren." Angeblich war ein Entlüftungsventil im Getriebe nicht ganz festgezogen...

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