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Die Formel 1 fährt dem Terror davon

08. Juli 2005 - 11:39 Uhr

Trotz der Anschläge: Die Formel 1 wird in Silverstone fahren - Heidfeld plädiert für Trauerflor - Schweigeminute vor dem Rennstart

Eingang zum Paddock in Silverstone
Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in Silverstone - das Rennen wird stattfinden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Weltmeister Michael Schumacher wäre von den Anschlägen fast unmittelbar betroffen gewesen, und in Silverstone standen die Formel-1-Kollegen unter Schock: Doch während in London nach dem Bomben-Terror vom Donnerstag alle Sport-Veranstaltungen für das Wochenende abgesagt worden sind, zieht die Formel 1 nur rund 100 km nördlich der Hauptstadt weiter ihre Kreise. "Ich denke, dass ich für alle Fahrer sprechen kann, wenn ich sage: Wir sind mit den Herzen bei den Opfern und ihren Familien", sagte der britische BAR-Honda-Pilot Jenson Button: "Aber wir sind jetzt auch in der Pflicht, den Fans in dieser Situation die beste Show zu bieten."

Wie schon bei den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA kommt für den PS-Zirkus auch diesmal beim Großen Preis von England eine Kapitulation vor der Gewalt nicht in Frage. "Ich denke, es ist richtig, wenn wir weiterfahren. Es ist genau das, was bezweckt werden soll, dass nun alles aus der Bahn läuft. Doch diesen Gefallen sollten wir den Attentätern auf keinen Fall tun", sagt Nick Heidfeld. Für den Mönchengladbacher, der die Bilder aus London stundenlang im Motorhome den BMW WilliamsF1 Teams vor dem Fernseher verfolgte, wäre aber zumindest der Start aller Piloten mit einem Trauerflor "eine angemessene Reaktion".

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Dabei ist laut Michael Schumacher noch unklar, ob die Piloten mit einer gemeinsamen Aktion Stellung beziehen. "Wir hatten bislang noch keine Zeit, um darüber zu sprechen", meinte der 36 Jahre alte Ferrari-Pilot: `Es ist ja ohnehin selbstverständlich, dass wir alle diese Tat verurteilen."

Der Weltmeister war zum Zeitpunkt der Anschläge in London. "Ich habe noch um 9 Uhr mit meiner Frau Corinna beim Frühstück gesessen, von den Explosionen aber erst später erfahren. Das ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn man daran denkt, wie nah wir am Geschehen waren", sagte Schumacher, der die Nacht zum Donnerstag in London verbracht hatte, ehe er am Morgen mit dem Hubschrauber zu Sponsorenterminen und weiter nach Silverstone geflogen war.

Die Sicherheit in Silverstone sieht Schumacher nicht gefährdet. "Ich denke, dass speziell nach diesen Vorkommnissen in England die größten Sicherheitsvorkehrungen herrschen", sagte der siebenmalige Weltmeister, schränkte aber ein: "In dieser verrückten Welt ist man an keinem Platz ganz sicher, auch ein Anschlag auf die Formel 1 lässt sich nicht hundertprozentig ausschließen."

Gefasst reagierte auch Bruder Ralf auf die Schreckensmeldungen aus London. "Natürlich ist das schrecklich, aber diese Ereignisse sind völlig unabhängig von uns", sagte der Toyota-Pilot. Um seine Sicherheit macht sich der Wahl-Österreicher keine Sorgen: "Die Vorkehrungen sind verschärft worden, das haben wir schon am Donnerstag bei unserer Ankunft gemerkt. Völlig sicher ist man sowieso nirgends - es sei denn, man sperrt sich in den Keller."

Doch das haben die Formel-1-Piloten nicht vor. "Ob man das Rennen absagen sollte? Diese Frage muss man den Veranstaltern stellen", meinte Ralf Schumacher. Silverstone sieht zu einer Absage absolut keine Veranlassung. In einer Pressemitteilung hieß es: "Nach Abstimmung mit der Polizei sind wir der Überzeugung, die Sicherheit gewährleisten zu können."

Eine Aktion vor dem Rennen ist bereit geplant: Die Fahrer und Zuschauern sollen eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge von London einlegen, teilte der Automobil-Weltverband FIA mit. Bei insgesamt vier Anschlägen in der britischen Hauptstadt sind mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen, 700 wurden verletzt.