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Brundle für mehr Abtrieb durch den Unterboden

19. Juli 2005 - 13:24 Uhr

Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle glaubt, dass der Unterboden mehr Abtrieb generieren sollte, Karosserie und Flügel dafür weniger

Martin Brundle
Martin Brundle glaubt zu wissen, wie die Formel 1 spannender werden könnte
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Laut einer kürzlich von der FIA durchgeführten Umfrage wünschen sich mehr als 90 Prozent der Formel-1-Fans mehr Überholmanöver als bisher. Obwohl diese Erkenntnis eigentlich schon länger bekannt sein sollte, zerbrechen sich nun plötzlich alle intensiv den Kopf, wie man mehr Spektakel in die Königsklasse bringen könnte.

Für Martin Brundle ist klar: mehr aerodynamischen Anpressdruck durch den Unterboden generieren, weniger durch die vielen Flügel! "Ich bin ein großer Verfechter der Idee, wieder zu Slicks zurückzukehren und einen höheren Prozentsatz an Anpressdruck durch den Unterboden anstatt durch Karosserie und Flügel zu erreichen", erklärte der ehemalige Formel-1-Pilot auf dem Internetportal des britischen TV-Senders 'ITV'.

"Ich kann das nicht mit Zahlen oder Fakten untermauern, aber mein Gefühl im Bauch sagt mir, dass das der richtige Weg wäre. Ich bin schließlich schon viele verschiedene Rennautos gefahren", meinte der Brite. "Die Unterböden sind weniger beeinflussbar durch die Turbulenzen eines Vordermannes, weil ihre Wirkungsweise eher auf der Verbindung zur Strecke basiert." Der störende aerodynamische Luftstrom mit seinen Verwirbelungen würde dann nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, glaubt Brundle.

Abgesehen davon liegt dem 46-Jährigen vor allem eine weitere Regeländerung am Herzen, nämlich eine Linderung der Strafe für einen Motorschaden beziehungsweise -wechsel im Training. Momentan wird so ein Vorfall mit einer Rückversetzung in der Startaufstellung um gleich zehn Positionen geahndet, was Kimi Räikkönen zuletzt zwei mögliche Siege in Magny-Cours und Silverstone gekostet hat. Brundle empfindet dies als "zu drakonisch", wie er sagt.

"Angesichts der Schwierigkeiten, die ein Auto hat, wenn es hinter einem anderen Auto fahren muss, empfinde ich die Rückversetzung um zehn Positionen als zu hart", forderte er zu einem Umdenken auf. "Frankreich und Großbritannien hätten epische Duelle zwischen Räikkönen und Alonso werden können, aber dieses Spektakel wurde uns verwehrt." Lösungen parat, Martin? "Entweder sollte man um weniger Plätze rückversetzt werden oder man zieht WM-Punkte ab, was aber unübersichtlich werden könnte", entgegnete Brundle.

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