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Villeneuve setzt seinen Rachefeldzug gegen Richards fort

16. Juni 2005 - 14:44 Uhr

Sein Aus bei BAR-Honda im Jahr 2003 liegt Jacques Villeneuve noch schwer im Magen, weshalb er nun harsche Kritik an dem Team übt

Jacques Villeneuve
Hat mit seinem Ex-Boss Richards noch eine Rechnung offen: Jacques Villeneuve
© Yan Lefort

(Motorsport-Total.com) - Ende der Saison 2003 warf Jacques Villeneuve bei BAR-Honda - einem Rennstall, den er selbst mit aufgebaut hat - entnervt das Handtuch: Teamchef David Richards hatte ihn immer wieder öffentlich kritisiert, vor allem wegen seines hohen Gehalts, und mit der Perspektive, 2004 keinen neuen Vertrag mehr zu erhalten, verabschiedete sich der Ex-Weltmeister schon vor dem Saisonfinale in eine mehr oder weniger freiwillige Rennpause, die bis September 2004 andauerte.

Dass er von Richards damals so hart kritisiert wurde, liegt Villeneuve noch immer schwer im Magen: "Er macht das mit jedem, von dem er glaubt, dass er größer ist als er selbst", erklärte der Kanadier in einem Interview mit dem 'Indianapolis Star'. "Er hat ein gewaltiges Egoproblem. Er war auf einer Mission, mich zu zerstören, und ich weiß nicht warum." Und: "Die Medien bekommen Wein und Abendessen und glauben alles, was sie hören. Dagegen kann man nichts tun."

Das Argument, dass sein damaliges Jahresgehalt von geschätzten 15 Millionen Dollar überzogen gewesen sei, lässt der 34-Jährige nicht gelten: "Er hat immer gesagt, dass mein Gehalt das Budget belastet hat, aber es ist ja nie von dort gekommen. Wenn sich das geändert hat, war das nicht meine Sorge, denn ich habe sie schließlich nicht zu diesem Vertrag gezwungen. Unter dem Strich haben sie ihn (Richards; Anm. d. Red.) entlassen, als sie dahinter gekommen sind, was er gemacht hat", so Villeneuve.

Für seine Reputation als Fahrer machte es natürlich keinen besonders guten Eindruck, dass BAR-Honda 2004 plötzlich regelmäßig auf das Podium kam, doch diese Saison hat sich die Situation wieder relativiert. Villeneuve bezeichnete das Team in diesem Zusammenhang als "arrogant" und "großspurig". Und: "Jetzt stehen sie wieder genau dort, wo sie begonnen haben." In der Tat ist BAR-Honda nach acht von 19 WM-Läufen eines von nur drei Teams ohne Punkte.

Was seine Chancen beim bevorstehenden Grand Prix der USA angeht, äußerte sich Villeneuve eher pessimistisch: "Ich sehe keinen Grund, weshalb unsere Autos schnell sein sollten", sagte er. "Wenn alles gut läuft und jemand anderes in Probleme gerät, haben wir eine kleine Chance auf Punkte. Aber prinzipiell sind wir entweder ganz am Ende des Feldes oder nicht ganz so weit hinten. Das kann frustrierend sein, aber wir kennen die Situation und wir können nichts dagegen machen."

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