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Speed: "Wir nehmen es, wie es kommt"

16. Juni 2005 - 21:46 Uhr

Der US-Amerikaner freut sich auf seinen Freitagseinsatz in seiner Heimat, möchte sich jedoch weiter auf die GP2-Serie konzentrieren

Scott Speed
Scott Speed genießt den Auftritt im Rahmen der Formel 1
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Scott, dein Terminkalender war in den vergangenen acht Tagen sicher prall gefüllt."
Scott Speed: "Ja. In der GP2-Serie, in der ich in diesem Jahr starte, waren die Testtage bisher beschränkt und die beiden letzten offiziellen Testtage waren für die Zeit zwischen Montréal und hier angesetzt. Ich musste also zurückfliegen und am Donnerstag fahren, was wegen des Regens aber nicht sehr produktiv war. In der vergangenen Nacht kam ich wieder zurück."

Frage: "Hast du die Strapazen gut überstanden?"
Speed: "Ja, das geht. Das Training im Winter bereitet einen auch auf solche Terminpläne vor."

Scott Speed spürt keinen vermehrten Druck

Frage: "Wie war es, an einem Grand-Prix-Wochenende teilzunehmen und dabei auch ein Formel-1-Auto zu fahren?"
Speed: "Die Medien sind wohl der Hauptunterschied. Ein Tag vergeht viel schneller. Das Auto selbst ist gut zu fahren, es hat eine viel bessere aerodynamische Leistung. Es macht Spaß."

Paul Jackson Frage: "Ist es verglichen mit einem GP2-Auto schwierig zu fahren?"
Speed: "Ja, wegen der Aerodynamik unterscheidet es sich stark. Auch der Fahrstil ist etwas anders. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es gar nicht so schlecht."

Frage: "Du hast die Medien schon angesprochen. Du bist für die Formel 1 und gerade für die USA sehr wichtig. Lastet derzeit sehr viel Druck auf deinen Schultern?"
Speed: "Ich denke nicht, dass es im Moment so viel Druck gibt. Wenn man am Freitag fährt, so tritt man ja nicht unbedingt gegen die anderen an. Der Druck wäre wohl viel größer, wenn man auch im Qualifying und im Rennen fährt."

Frage: "Mit David Coulthard hast du einen erfahrenen Teamkollegen, und auch Christian Klien kennt die Strecken. Können sie dir eine Hilfe sein und geben sie dir Ratschläge?"
Speed: "Alle Fahrer bei Red Bull Racing sind sehr offen und helfen in jeder erdenklichen Weise. Die Beziehung im gesamten Team ist sehr gut. Jeder fühlt sich als ein Teil einer großen Familie."

Der US-Amerikaner vermisst seine Heimat

Frage: "Was ist an einem Formel-1-Auto so besonders? Was hat dich am meisten bei deinem ersten Test beeindruckt?"
Speed: "Die aerodynamische Leistungsfähigkeit ist gegenüber allen anderen Serien auf einem völlig anderen Niveau. Die G-Kräfte sind unvergleichbar."

Frage: "Du hast zuvor erklärt, der große Schlag könnte dich hier in Indianapolis treffen. Nun sitzt du hier in der offiziellen Pressekonferenz, dabei begann alles erst vor drei Jahren."
Speed: "Ja, alles geschah so schnell. Es ist großartig, wieder in Amerika sein, auch wenn ich kein Formel-1-Auto hier fahren würde. Es ist eine schöne Woche. Mein Vater kann auch endlich zusehen, wie ich ein Formel-1-Auto fahre, auch das ist schön. Ich bin in einer guten Situation. Ich hatte mit Red Bull eine großartige Gelegenheit, und wir haben sie bestmöglich genutzt."

Frage: "Du hast deine Familie hier zurückgelassen, deine Heimat, um in eine andere Kultur zu gehen. Für viele Menschen wäre das ein großes Opfer. War es schwierig für dich, dies alles zurückzulassen?"
Speed: "Es war schon nicht einfach, mit 19 alles zurückzulassen und nach Europa zu gehen. Darüber hinaus war ich noch krank, hatte eine eiternde Dickdarmentzündung. Nach zwei Jahren fühlte ich mich manchmal sehr schwach. Es wurde dann besser, wir haben einen Weg gefunden, es zu kontrollieren. In Österreich lebe ich sehr schön, aber natürlich vermisse ich meine Freunde und meine Familie."

Frage: "Du bist Teil des Red-Bull-Nachwuchsprogramms in den USA. Wie sehen die künftigen Planungen aus?"
Speed: "Derzeit konzentriere ich mich auf die GP2-Serie. Die Einsätze an den Freitagen sind möglich, da die GP2-Serie gerade pausiert. Es geht hauptsächlich darum, Erfahrung in der Formel 1 zu sammeln."

Frage: "Aber du hast bei Red Bull noch keinen festen Platz?"
Speed: "Die Planungen zielen natürlich auf die Formel 1 ab. Aber da ist kein Termin gesetzt. Wir nehmen es, wie es kommt."

Frage: "Aber die Zeit wird knapper, wenn du häufiger im Formel-1-Umfeld auftrittst. Läufst du Gefahr, dass dich die Aufgaben, zum Beispiel die Interviews und der Umgang mit den Medien, zu sehr ablenken?"
Speed: "Es ist gar keine so große Ablenkung. Man hat genug Zeit sich zu konzentrieren, bevor man in das Auto steigt. Das ist kein Problem, der Tag vergeht nur schneller."

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