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Michelin: Keine weiteren Tests des Indy-Reifens

21. Juni 2005 - 14:37 Uhr

Während der Testfahrten in dieser Woche wird der Indianapolis-Reifen nicht erneut getestet werden - Ursachenforschung geht aber weiter

Nick Shorrock, Direktor der Formel-1-Aktivitäten bei Michelin
Nick Shorrock möchte vermeiden, dass Michelin aus dem Tritt kommt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - "Michelin arbeitet weiter mit Hochdruck daran, die Gründe für die von den Reifen ausgelösten Zwischenfälle restlos aufzuklären", teilte der französische Reifenhersteller nach dem Eklat in Indianapolis mit. "Sobald die endgültigen Ergebnisse vorliegen, wird der französische Reifenhersteller die Öffentlichkeit selbstverständlich in vollem Umfang informieren."

Im Rahmen der Testfahrten in dieser Woche werden mit dem speziellen Reifentyp für die Strecke in Indianapolis aber keine Versuche unternommen. Die ohnehin beschränkten Testmöglichkeiten der Teams in der momentan stressigen Saisonperiode möchte man nicht zusätzlich mit Aufklärungsarbeit behindern. Vielmehr stehen die kommenden Rennen im Mittelpunkt.

Ohnehin möchte Michelin durch die Vorfälle in den USA nicht den Fokus in der Formel 1 verlieren. Auf der Strecke werden bei Testfahrten also nur die Reifen für die kommenden Rennen getestet. Die Aufklärungsarbeit an den Pneus aus Indianapolis wird auf anderen Wegen durchgeführt. Spezielle Streckentests wird es nicht geben, "denn wir testen ja ohnehin ständig", wie Nick Shorrock, Direktor der Formel-1-Aktivitäten bei Michelin, der 'Gazzetta dello Sport' erklärte.

"Wir fahren in der kommenden Woche nicht in Indianapolis", so der Brite. "Zwischen diesem Grand Prix und dem nächsten sind Testfahrten angesetzt, wir werden schon in dieser Woche testen. Es ist nun wichtig, dass wir nach vorn schauen und uns in der besten Weise auf die nächsten Rennen vorbereiten. In Magny-Cours geht es wieder los, und die Reifen sind hierfür schon gewählt."

Die Vorgänge in Indianapolis sind für die Franzosen aber noch immer nicht korrekt nachvollziehbar. "Als wir nach Indianapolis kamen, wurden wir auch auf den neuen Belag aufmerksam, der mit Diamantscheiben aufgekratzt wurde", so der 54-Jährige. "Vielleicht hatte dies Auswirkungen auf das Verhalten unserer Reifen, das gilt auch für die überhöhten Bereiche."

In der Tat hatte der neue Asphalt in Indianapolis Ähnlichkeit mit der Struktur eines japanischen Steingartens - zahlreiche kleine Rillen sorgen für eine raue Oberfläche. "Da es uns nicht möglich war, im Vorfeld in Indy zu testen, traten die Probleme in den ersten Trainings auf", so Shorrock. Indirekt kannte Konkurrent Bridgestone die neue Oberfläche des Asphalts, denn alle Fahrer der 500 Meilen von Indianapolis fuhren mit Reifen von Firestone - einer Tochterfirma der Japaner.