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Machtkampf zwischen FIA und Herstellern eskaliert

09. Mai 2005 - 18:11 Uhr

Die FIA nahm die heutige Bekanntgabe der Hersteller unerfreut zur Kenntnis - WM-Ausschluss von BAR-Honda nun wieder ein Thema

Max Mosley
Max Mosley will sich offenbar auf einen Machtkampf mit den Herstellern einlassen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Heute Nachmittag gaben die Automobilhersteller BMW, DaimlerChrysler, Honda, Renault und Toyota bekannt, dass sie sich unter dem Namen 'Engine Manufacturers Association', kurz 'EMA', neu aufstellen wollen, weil die frühere 'GPWC' bekanntlich nicht mehr existiert. Einige Aussagen der entsprechenden Pressemitteilung der 'EMA' lösten bei der FIA jedoch Ärger aus.

Konkret geht es um das Statement der Hersteller, wonach man sich eine unabhängige Sporthoheit wünsche, um Skandale wie den Betrugsskandal um das BAR-Honda-Team künftig vermeiden zu können. Bereits zuvor hatten einige Formel-1-Teams die Unabhängigkeit des von der FIA eingesetzten, aber offiziell nicht beeinflussten Berufungsgerichts in Paris in Frage gestellt. Die FIA sieht dadurch ihre Integrität als unparteiische Sporthoheit angegriffen.

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FIA droht BAR-Honda unter Umständen "weitere Sanktionen" an

Entsprechend reagierte der Automobilweltverband mit einer eigenen Presseaussendung, in der die Hersteller scharf attackiert werden. Unter anderem heißt es darin: "Kein Hersteller - egal wie groß - darf sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Diejenigen, die nicht bereit sind, das zu akzeptieren, haben keinen Platz in der Formel 1. Sie sollten auch verstehen, dass einem Team weitere Sanktionen auferlegt werden können, wenn es die Integrität der Sporthoheit in Frage stellt, nachdem es gegen die Regeln verstoßen hat."

Auslöser dieser Drohung waren Kommentare von BAR-Honda-Teamchef Nick Fry in Barcelona, der die Unabhängigkeit des Berufungsgerichts öffentlich anzweifelte: "Viele andere Sportarten haben schließlich auch schon realisiert, dass in solchen Fragen Unabhängigkeit notwendig ist", meinte er. Die FIA wiederum beruft sich auf Urteile von ordentlichen Gerichten, die die Unabhängigkeit des Berufungsgerichts mehrfach bestätigt haben - zuletzt im März 2005 im Zuge der Schlesser-Affäre.

Laut FIA-Pressemitteilung werden nun Aussagen von Verantwortlichen des BAR-Honda-Teams untersucht, weil es im Reglement einen Passus gibt, der besagt, dass alle Handlungen zu unterlassen sind, die dem Image des Sports schaden. Die Kritik am Berufungsgericht sieht die FIA aber offenbar als einen solchen Imageschaden an. Im schlimmsten Fall könnte BAR-Honda daher doch noch der Ausschluss aus der Formel-1-Weltmeisterschaft drohen.

"Sie wurden nicht eingeladen, sondern sie haben sich eingeladen"

Das FIA-Statement wandte sich außerdem im letzten Absatz direkt an die Hersteller, die unabhängig vom BAR-Honda-Skandal weiterhin mit der Gründung einer Konkurrenzserie drohen: "Die betroffenen Hersteller sind aus ihren eigenen Gründen in die Formel 1 gekommen. Sie wurden nicht eingeladen, sondern sie haben sich selbst eingeladen. Sie alle haben die Regeln und Strukturen des Sports bei ihrem Eintritt so akzeptiert, wie sie sind."

Wie BAR-Honda auf diese selbst für Insider unerwartet scharfe Reaktion der FIA reagieren wird, ist noch völlig unklar. Fest steht aber, dass sich FIA-Präsident Max Mosley, dessen Position ohnehin umstritten ist, damit vermutlich keine neuen Freunde unter den Teamchefs macht. Der Brite führt derzeit einen erbitterten Machtkampf gegen die Hersteller, weil er der Ansicht ist, dass die FIA als Automobilweltverband in der Formel 1 das Sagen haben sollte.

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